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Stormarn Der Waldorfkindergarten in Bad Oldesloe wird 30
Lokales Stormarn Der Waldorfkindergarten in Bad Oldesloe wird 30
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19:12 05.07.2017
Regina Rasch-Espe, Leiterin Maike Keibel, Carola Stiem, Yvonne Lüneburg und „Bufdi“ Melina Ramm betreuen die Kleinen im Waldorfkindergarten.
Bad Oldesloe

Eher zufällig – bei regelmäßigen Treffen in unterschiedlichen Wohnzimmern – fand sich 1985 eine Gruppe von Menschen zusammen, die beschloss, einen Waldorfkindergarten in Bad Oldesloe zu gründen. Bereits ein gutes Jahr später entstand daraus der Verein „Arbeitskreis zur Förderung der Waldorfpädagogik Bad Oldesloe e.V.“, welcher Anfang 1987 den ersten Waldorfkindergarten in der Kreisstadt ins Leben rief.

Am Sonnabend wird ein großes Familienfest gefeiert.

Jetzt feiert dieser bereits 30-jähriges Bestehen – und das mit einem großen Fest in den Räumen des Kindergartens im Rümpeler Weg 31. Am Sonnabend, 8. Juli, findet von 11 bis 14 Uhr ein „Fest der Begegnung“ statt. Neben Spielen für Kinder wird ein Zauberkünstler seine Tricks präsentieren, und eine Fotoausstellung dokumentiert den Weg des Kindergartens von damals bis heute. Alle Interessierten, Ehemaligen und Gründer sind herzlich willkommen.

Zu den Gründern gehört auch Maike Keibel, die der Einrichtung heute als Leiterin vorsteht. „Nicht nur die Finanzierung musste geklärt und eine Waldorfkindergärtnerin gefunden werden, auch die Räume in dem Haus im Rümpeler Weg mussten wir selbst renovieren“, erzählt die 58-Jährige.

Damals hatte die Heilpädagogin noch gar keine Kinder, später aber erlebten ihre beiden Söhne auch eine wunderbare Kindergartenzeit in dieser Einrichtung. Das Haus ist zwar groß, doch wirkt es von der Straße her eher unscheinbar. Geht man jedoch seitlich durch das hölzerne Tor, erstreckt sich dem Besucher ein großer Garten, in dem die Drei- bis Sechsjährigen nach Herzenslust spielen und toben können. Knapp vierzig Kinder in zwei Gruppen, dazu drei Integrationskinder, sind derzeit im Waldorfkindergarten untergebracht, betreut von vier Erzieherinnen und zwei „Bufdis“.

„Angefangen haben wir mit einer Gruppe von 15 Kindern“, erinnert sich Maike Keibel. Auch im Inneren des Hauses hat sich in den 30 Jahren einiges getan. Die Einrichtung ist noch immer im Naturstil gehalten – ganz dem Waldorfkonzept entsprechend – doch gibt es neben zwei Gruppenräumen inzwischen einen Speiseraum und ein Kinderatelier. „Leider wurde jetzt festgestellt, dass einiges am Haus saniert werden muss. Wir selbst wünschen uns zudem mehr Raum, um noch zehn Krippenplätze schaffen zu können“, so Antje Gebhardt, Vorsitzende des Elternvereins, die selbst drei Kinder in den Waldorfkindergarten geschickt hat. Ein schönes Raumprogramm haben die Initiatoren für den Bau selbst erstellt, das Bauamt hat daraus ein Projekt entwickelt. „Leider fehlen uns als Elternverein die finanziellen Mittel, um den Bau eines zusätzlichen Gebäudes im hinteren Teil des Gartens zu errichten“, sagt Gebhardt bedauernd. Doch sei sie zuversichtlich, da der Fall bereits bei der Stadt verhandelt werde.

Maike Keibel, von Beginn an dabei, hat in den dreißig Jahren viele schöne Momente erlebt. Besonders sind ihr die Feste zu den unterschiedlichen Begebenheiten im Jahr, zum Beispiel das Herbstfest, in Erinnerung geblieben. „Mein persönliches Highlight sind aber die Kinder, die sich über all die Zeit nicht verändert haben, immer noch offen für ihre Umgebung, neugierig und begeisterungsfähig sind“, strahlt die Gründungsmutter, die sich für die Zukunft wünscht, dass die gute Kommunikation und die guten Strukturen untereinander auch in Zukunft bestehen bleiben, der familiäre Rahmen, der diesen Kindergarten ausmacht, weiterhin erhalten bleibt. Noch heute bekommt sie liebevolle Post von Ehemaligen. Und von vielen der heutigen Kindergartenkinder hat sie bereits die Eltern betreut. „Deshalb freue ich mich auch so auf das Jubiläumsfest – das wird ein großes Familientreffen“, strahlt Maike Keibel.

Das Waldorf-Konzept

Von Geburt an ist das Kind neugierig und aufmerksam, es begegnet seiner Umwelt mit sensiblen Antennen und nimmt gierig alles auf, was sich ihm präsentiert – stets den Blick auf Eltern und Erzieher gerichtet. Diese natürliche Auffassungsgabe ist die Basis von Waldorf: Man braucht die Umgebung von einem Kind nur so zu gestalten und darzubieten, dass es von ihr lernen kann und nachahmenswürdig ist." So lauet das Waldorfkonzept, welches durch Rudolf Steiner (1861–1925) mit der Gründung einer Schule für Arbeiterkinder der Zigarettenfabrik von Emil Molt 1919 in Stuttgart erstmals bekannt wurde.

SF

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