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Stormarn Der Weihnachtsbaum als Kunstobjekt
Lokales Stormarn Der Weihnachtsbaum als Kunstobjekt
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20:42 19.01.2017
Mareike (l.) und Jasmin schmücken ihren Weihnachtsbaum mit Bockwurst und Kartoffeln. Quelle: Fotos: B.albrod
Ahrensburg

Bockwürste im Weihnachtsbaum statt Lametta, dazu Kartoffeln als Kugeln – wenn der Weihnachtsbaum im Zentrum eines Kunstprojekts steht, bekommt er viele Gesichter. 130 Schüler der Klassen zehn und elf von der Stormarn Schule in Ahrensburg haben unter Leitung von Kunstlehrerin Angela Schöttler-Labenz eine Woche lang ausgediente Weihnachtsbäume für ihr Projekt „Geisterwald“ neu interpretiert. Ab heute wird das Ergebnis vor dem Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg gezeigt.

130 Schüler haben für das Projekt „Geisterwald“ ausgediente Bäume geschmückt.

Vernissage

Der „Geisterwald“ aus umgeschmückten Weihnachtsbäumen kann heute ab 11 Uhr und am Wochenende vor dem Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg besichtigt werden.

Die Schüler der Stormarnschule sind von 11 bis 12 Uhr vor Ort, um ihre Projekte zu erklären. Das Gymnasium nimmt im Rahmen des Kunstunterrichts regelmäßig an Kunstworkshops im Marstall teil.

„Die Idee dazu kam mir, als ich die ausgedienten Weihnachtsbäume an der Straße liegen sah“, erklärt die Pädagogin. „Ich wollte Kunst aus etwas machen, das schon da war.“ Die Schüler zeigten sich von der Idee inspiriert. „Weihnachten geht es nur noch um Essen, Geld und Geschenke“, erklären Mareike und Jasmin ihren Baum, der mit Bockwurst, Kartoffeln und Barbie-Puppen geschmückt ist. „Das Essen und Konsum stehen im Vordergrund. Die Bibel und ein Kreuz liegen nur noch ganz versteckt unter dem Baum.“ Konsumkritik zeigen auch zwei Bäume, die voller Geldscheine hängen.

Wenn der Frieden auf der Strecke bleibt, hängen Waffen und Bomben im Baum oder er wird zum Mordopfer im Familienstreit, Blutlache inklusive. „Sehr gut hat mir die Idee gefallen, bei der Schüler alle Nadeln vom Baum genommen, in Tütchen gefüllt und wieder dran gehängt haben“, sagt Angela Schöttler-Labenz.

Kann ein Baum noch Baum sein, wenn er nur für die Weihnachtszeit gezüchtet wird? Dieser Frage gingen andere Schüler nach, die ihren Baum für den großen Auftritt besonders grell herausgeputzt haben oder ihn mit Messer, Gabel und Pappteller an den Tisch setzen, wo er sich selber verzehrt. „Andere haben die politische Diskussion um die Kastenlinden in Ahrensburg aufgegriffen und aus ihrem Baum eine Kastentanne gemacht“, so die Lehrerin. „In einer Performance dazu soll das zusätzlich live gezeigt werden, dazu gibt es einen Prospekt, der das Projekt erläutert.“

Klassisch mit Bart und rotem Umhang wird die Weihnachts-Tanne an anderer Stelle zum freundlichen Weihnachtsmann, der die Besucher mit offenen Armen begrüßt. Klassisch geschmückte Bäume gibt es auch – Weihnachten ist eben schön – und zwei Exemplare stehen auf dem Kopf.

„Das erinnert an die heidnische Tradition, als Weihnachtsbäume an der Decke aufgehängt wurden“, erklärt Schöttler-Labenz. „Die Schüler sollten sich bei der Kunstaktion mit der Frage auseinandersetzen, was Weihnachten für sie bedeutet.“Am Sonntag müssen alle Bäume wieder abgetakelt werden, ehe sie am Montag der Bauhof abholt.

Bettina Albrod

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