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Der Zweite Weltkrieg in Stormarn Fledermäuse und Terroristen
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18:17 13.09.2014

Wer im Norden des Kreises auf Suche geht, findet im Wald um Reinfeld, Zarpen und im Rehbrook bei Tremsbüttel weitere Bunkeranlagen jüngeren Datums. Die zwölf kleineren Bunker, in denen die Bundesregierung bis zum Ende des Kalten Krieges Sprengstoff zur Zerstörung von Brücken aufbewahrte, sind heute Schutzquartiere für Fledermäuse. 2007 konnte der Nabu die Anlagen übernehmen. Zurzeit der Roten Armee Fraktion (RAF) sollen Terroristen versucht haben, die Bunker als geheimes Depot zu entern. „Die RAF hatte auch im Norden überall im Wald Waffendepots angelegt, teils in überdachten Erdhöhlen“, erzählt Archivar Dr. Carsten Walczok. „Der Terrorist Christian Klar ist 1982 im Sachsenwald bei Reinbek verhaftet worden, als er auf so ein Depot zurückgreifen wollte.“ Pistolen, Maschinengewehre und falsche Papiere waren darin versteckt. Eine SEK-Einheit hatte in Erdlöchern verborgen auf Klar gewartet.

In den 90er Jahren rückte Lasbek in den Fokus der Ermittler. Die linke Wochenzeitung „Jungle World“ berichtete 1997, dass zwei gesuchte Sympathisanten der RAF sich dort illegal in einem alten Gehöft aufgehalten hatten. 2001 wurde in Lasbek der größte Waffenfund der Nachkriegsgeschichte gemacht. In einem Erdlager wurden 74 Handgranaten, 65 Zünder, vier Gewehre, drei israelische Uzis, fünf weitere Maschinenpistolen, 10 000 Schuss Munition und jede Menge Nazi-Utensilien entdeckt, wie die Morgenpost berichtete. Die meisten Waffen hätten von der Roten Armee Fraktion gestammt.

LN

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