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Der Zweite Weltkrieg in Stormarn Unterirdischer Flugzeugbau
Lokales Stormarn Der Zweite Weltkrieg in Stormarn Unterirdischer Flugzeugbau
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18:10 13.09.2014

Selbst einen unterirdischen Flugzeughangar vermutete man im Bauch des Barsbütteler Bunkers, und hier liegen die Vermutungen nicht ganz daneben. Denn während des Krieges gab es Bestrebungen, mehr und mehr Betriebe zur Herstellung von Waffen und Flugzeugen unter die Erde zu verlegen. „Unter der Bezeichnung der U-Verlagerungen ist man darangegangen, wichtige Teile der Rüstungsindustrie ,Untertage‘

zu verlagern“, schreibt Walczok im Jahrbuch Kreis Stormarn 2009. Aus Geheimhaltungsgründen erhielten die Anlagen Decknamen, so entstand der „U-Bunker Kolibri“ in Barsbüttel. Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Bunker, sondern um einen Tunnel unter dem Autobahnkreuz von A 1 und A 24, hat Walczok herausgefunden. Die wurden in den 30er Jahren gebaut, fertig gestellt wurde aber nur die A 1.

Der Bau der A 24 wurde 1940 kriegsbedingt eingestellt. Ein Teil des Autobahnkreuzes sei als Tunnel angelegt gewesen, der nun leer stand.

„Vermutlich Ende 1943 oder Anfang 1944 wurde begonnen, in dieser Anlage Flugzeugteile zu montieren“, schreibt Walczok weiter. Dabei handelte es sich um die Fertigung von Rumpfteilen für die Ju 388.

Der Historiker hat Aussagen gefunden, nach denen der Tunnel vorher von der Bevölkerung auch als Luftschutzbunker benutzt wurde. Nach dem Krieg freuten sich musizierende Jugendliche des Barsbütteler Jugendhofs, der in die alte Villa gezogen war, über die gute Akustik untertage, ehe der Tunnel verschlossen und 1981 im Zuge des Weiterbaus der Autobahn umgestaltet wurde.

LN

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