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Der Zweite Weltkrieg in Stormarn Wohnen im Bunker
Lokales Stormarn Der Zweite Weltkrieg in Stormarn Wohnen im Bunker
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18:18 13.09.2014

Der Begriff Bunker ist vielschichtig. „Den klassischen Bunker gab es an der Front“, erklärt Walczok, „es gibt aber ähnliche Bauten, die Schutzfunktion hatten oder als Lagerraum dienten.“ Auch sie wurden umgangssprachlich Bunker genannt. Mit dem Gelände der Oher Tannen an der Möllner Landstraße gibt es ein weiteres Gebiet, in dem sich bis heute Bunker finden lassen. Die Angaben über die Zahl der Bunker wechseln, insgesamt ist die Quellenlage dünn — militärische Anlagen sind geheim. „Gegen Kriegsende gab es einen Aufruf, dass auf den Ämtern alle Bunker-Baupläne vernichtet werden sollten“, erklärt der Historiker.

An den alten Bunkeranlagen der Heeresmunitionsanstalt Oher Tannen sollen auf Befehl der britischen Besatzungsmacht 1948 die Erdanschüttungen und Bäume auf den Bunkern, die im Krieg zur Tarnung gepflanzt worden waren, beseitigt worden sein. Einige Munitionsbunker sind in der Nachkriegszeit aufwändig zu Behelfswohnungen für 14 Familien umgebaut worden, indem man Fenster hineinsprengte und sie bewohnbar machte, berichteten die Lübecker Nachrichten 1957.

Im Rahmen des Baracken-Räumprogramms entstanden neue Wohnungen für die Bunkerbewohner in Neu-Schönningstedt. 1960 wurde das Gelände wieder als Munitionsdepot hergerichtet. Die Bundeswehr nutzte den Standort noch bis in die 90er-Jahre. „Das Gebiet ist eingezäunt und nicht ohne Weiteres zugänglich“, so Walczok, der das Gelände besichtigt hat, „viele der alten Bunkeranlagen werden heute als Lagerschuppen benutzt“, weiß er inzwischen.

LN

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