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Stormarn Der Zwischenspurt des Bernd Buchholz
Lokales Stormarn Der Zwischenspurt des Bernd Buchholz
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20:10 01.07.2013
Von Uwe Krog
Bargteheide

Auf dem Lübecker Flughafen war er schon und beim Reinfelder Stallanlagen-Hersteller Duräumat. In Begleitung seiner Parteifreunde versucht Bernd Buchholz (51) zurzeit, sein Wissen über Menschen und Wirtschaft in Stormarn zu vertiefen. Der in die Politik zurückgekehrte Hoffnungsträger der Stormarner Liberalen bereitet sich so auf die heiße Phase des Wahlkampfs vor.

Gestern waren es gleich drei Stationen, die der frühere Vorstandsvorsitzende im Verlag Gruner und Jahr gemeinsam mit der FDP-Landtagsabgeordneten Anita Klahn aus Bad Oldesloe aufsuchte: die Arbeitsagentur in Bad Oldesloe, der Kinderschutzbund in Bargteheide und die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn.

Die Liberalen hätten ihn gebeten, weiter für sie Politik zu machen, sagt die Abgeordnete. Mit Buchholz haben sie nun einen Bundestagskandidaten auf Listenplatz zwei in Schleswig-Holstein, der durch sein dynamisches Auftreten punktet. „Wenn ich etwas mache, mache ich es mit ganzem Herzen“, sagt er auf dem Weg zum Bargteheider Kinderhaus Blauer Elefant.

Gewelltes, blondes Haar, dunkelblauer Anzug und farblich dazu abgestimmt ein hellblaues Hemd. Um den Hals trägt er eine Kette mit Kreuz daran. Vom Aussehen her könnte der Mann auch Fernsehmoderator oder Filmschauspieler sein. Ist er aber nicht, sondern promovierter Jurist. Und er hört genau hin, wenn ihm Ingo Loeding vom Kinderschutzbund von den Sorgen, aber auch von den Erfolgen der Stormarner Kinderschützer berichtet.

Buchholz, selber Vater von zwei Kindern, zeigt sich bestürzt angesichts der Zahlen, die Loeding nennt. 6500 Stormarner Kinder lebten nach der Definition im Bildungs- und Teilhabegesetz in Armut. „Ein Phänomen“, antwortet Buchholz, „dessen Ausmaß mir nicht bewusst war.“ Aber gerade deshalb nutze er diese Sommerferien.

Nach 17 Jahren außerhalb der aktiven Politik muss er aufholen, was ihm die Konkurrenz an Insiderwissen voraus hat. Anita Klahn, liberale Bildungs- und Sozialexpertin, und andere Parteifreunde helfen. In Stormarn, hat ihn die Oldesloerin bereits gebrieft, gebe es eine „ordentliche Vernetzung, pragmatischen Umgang miteinander.“ Und deshalb folgt Buchholz in der Diskussion mit Kinderschützer Loeding um das Vorgehen gegen familiäre Probleme, Gewalt gegen Kinder, Steuerfreibeträge und Grundsicherung nicht bedingungslos. „Statt Umverteilung mehr Anreize geben, mehr Eigenverantwortung übernehmen“, sagt Buchholz. Da scheint die liberale Grundhaltung durch. Doch der Mann räumt ein, dass „es ein pauschales Rezept zur Lösung der Probleme nicht gibt“. Und: Man müsse ja nicht immer einer Meinung sein.

Im Gelände-Volvo geht‘s danach in das Reich des Norbert Leinius am Oldesloer Bahnhof, in die Zentrale der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn. Sie reden über die Dichte der Golfplätze in Stormarn. Dieser Kreis, weiß Leinius, habe die größte Dichte in ganz Deutschland. Auch ein Zeichen für den Wohlstand im wirtschaftlich zehntstärksten Kreis in der Bundesrepublik. Sie sprechen über die Gewerbeflächenentwicklung. Bis 2025 rechnet Leinius mit Wachstum. Über die enge Zusammenarbeit mit Hamburg, über das erste länderübergreifende Gewerbegebiet im Süden Stormarns. Und über Ahrensburg, wo Leinius wie Buchholz und Klahn eine bessere Vermarktung freistehender Flächen vermissen. Leinius spricht von einer „fehlenden Bodenvorratspolitik“. Buchholz lehnt sich nach vorn, er verschränkt die Ärme, fragt nach. Wirtschaft, das Thema zieht den ehemaligen Spitzenmanager in den Bann. „Ich sauge die Inhalte auf, will sie genau kennenlernen“, sagt er. Und: „Ich freue mich auf die Politik.“

Uwe Krog

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