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Der doppelte Klaus Plöger

Ahrensburg Der doppelte Klaus Plöger

Die Büste des Ex-Landrats steht in der Ausstellung. Björn Engholm kam als Gast dazu.

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Klaus Plöger mit seiner Büste, die der Barnitzer Künstler Thomas Helbing gefertigt hat.

Quelle: Fotos: Bettina Albrod

Ahrensburg. Die Büste von Ex-Landrat Klaus Plöger gehörte am Freitag zu den viel betrachteten Kunstwerken in der Galerie im Marstall in Ahrensburg, wo die Sparkassen-Kulturstiftung ihren ehemaligen Chef mit der Ausstellung „heimspiel“ in den Ruhestand verabschiedete. Natürlich lud der Kopf, den der Bildhauer Thomas Helbing aus Barnitz gestaltet hat, zum Vergleich mit dem Original ein: So sind beide gegen den Strich gebürstet, was der Büste eine lebendige Oberfläche verleiht und dem Original den Ruf eingebracht hat, stets unverblümt seine Meinung zu sagen.

LN-Bild

Die Büste des Ex-Landrats steht in der Ausstellung. Björn Engholm kam als Gast dazu.

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„Klaus Plöger hat sein Verhältnis zur Kunst immer als aufgeschlossen und extravagant bezeichnet“, erklärte der neue Landrat Henning Görtz. Er erinnerte nicht als einziger an Plögers Statement, man solle die Kunst dem Bürger in den Weg stellen, und wenn es in Bahnhöfen und Supermärkten sei. „Die Künstler waren damals alles andere als begeistert“, rief Sigrid Kuhlwein, Mitglied im Fachausschuss Kunst und Kultur des Kreises, in Erinnerung, „ihnen fehlten Räume für Ausstellungen und Ateliers.“ Ein Verdienst Plögers war es, in seiner 18-jährigen Amtszeit dazu beizutragen, diese Räume zu schaffen.

So wurde die alte Stallhalle im Marstall zur Galerie für Gegenwartskunst modernisiert und sorgte zur Eröffnung 2006 mit Jonathan Meese für einen triumphalen Auftakt. Vier Ausstellungen im Jahr präsentieren seitdem zeitgenössische Künstler. Die Wassermühle in Trittau wurde zu Plögers Amtszeit zu einem kleinen Kulturzentrum entwickelt und ein modernes Atelierhaus gebaut.

Zurück zur Büste: Die Skulptur ist reine Kopfsache, wo das Original sich der Kunst eher aus dem Bauch heraus genähert hat. „Klaus Plöger hat immer unverblümt seine Meinung gesagt“, waren sich die Redner einig, „auch wenn die Künstler das nicht immer hören wollten.“ Gleichwohl begann Plöger für die Kulturstiftung eine Kunstsammlung aufzubauen, die mittlerweile 240 Kunstwerke enthält. „Die Ausstellung ehrt neben Plöger auch die Künstler, deren Arbeiten als Zeitgeschichte zu lesen sind“, betonte Martin Lüdiger, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Sparkassen-Kulturstiftung. Klaus Plöger sei ein Kind der 68er und eigentlich ein Revoluzzer, umso erstaunlicher sei es, dass er ganz klassisch mit einer Büste in den Ruhestand verabschiedet werde. So habe er, Lüdiger, einen Traum von König Klaus dem Ersten von Stormarn gehabt.

Zurück zum Vergleich: Die Büste hat einen schwebenden Stand und haftet nur mit einer Schulter am Boden, wo Plöger immer und jederzeit Bodenständigkeit bewiesen hat. „Ich gucke mir im Museum nur die Dinge an, die mir gefallen“, sagte er in der Gesprächsrunde mit Überraschungsgast Björn Engholm, ehemaliger Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Der gab ihm Recht: „Sehen ist was Fundamentales für Menschen.“ Plöger bekräftigte im Gespräch, dass in Stormarn der Standortfaktor Kultur noch besser werden müsse. „Ich habe mich mit Künstlern in Verbindung gesetzt und will mit ihnen zusammen neue Projekte erarbeiten.“ So kann Plöger zum Kopf einer neuen Bewegung werden, um auf die Büste zurück zu kommen. Die, so sein Vorschlag, könne in die Sammlung der Sparkassen-Kulturstiftung aufgenommen werden.

Im Marstall

Die Ausstellung „heimspiel“ mit Werken von 18 Stormarner Künstlern ist in der Galerie im Marstall Ahrensburg bis zum 18. September zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch, Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Am Sonntag, 18. September, bietet Sigrid Kuhlwein eine Führung durch die Ausstellung an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Bettina Albrod

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