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Stormarn Der musizierende Medizinmann
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21:15 11.09.2013
Musik und Düfte: Thomas Kinkele will Emotionen wecken und die Seele heilen. Quelle: Foto: Bettina Albrod

Tannenduft weckt Weihnachtsgefühle, „Stille Nacht“ auch: Musik und Duft haben gemeinsam, dass sie den Menschen unmittelbar erreichen. Thomas Kinkele beherrscht beide Metiers: Er spielt in einer Soul-Band Saxophon, beruflich aber hat sich der Aromatologe der Duftarbeit verschrieben. „Bestimmte Düfte rufen bestimmte Emotionen hervor“, sagt der Tremsbütteler. Hier setzt seine Arbeit an. „Duft ist die Möglichkeit, mit der inneren Welt in Kontakt zu kommen. Ich beschäftige mich mit schamanischer Duftarbeit und ihrer Wirkung auf die Seele“, sagt er.

Feuer, Erde, Wasser, Luft als Geister der Natur, dazu die Botschaft der Pflanzen: Daran glaubt Kinkele, der mit Naturdüften eine Gegenwelt zur technisch geprägten Gegenwart schafft. Die rümpft auch nicht die Nase darüber, setzt Werbung doch schon lange auf Duftmarketing, um Verbraucher an der Nase herum zu führen. Kinkele will nicht manipulieren, sondern erhellen: Bei ihm führt der Weg der Nase zur eigenen Erkenntnis und dafür in den „Zaubergarten“ hinter dem Haus.

Dort flüstern Baumwipfel in der Sprache des Windes, der über eine Holzhütte aus 500 Jahre altem Polarholz streicht, in der allerlei getrocknete Garten-Pflanzen in Gläsern aufgereiht warten. Das Pflanzenlabor bietet 150 Düfte von Mistel bis Giersch und entführt in die Welt indianischer Medizinmänner. Blüten warten darauf, auf dem Aromastövchen erhitzt zu werden, mit einer Vogelschwinge fächelt Kinkele den Duft in den Raum, dazu erklingen schamanische Töne. „Wenn man die Pflanzendüfte einatmet, wecken sie Gefühle und Bilder“, erklärt er. „Der Duft und seine heilende Wirkung manifestieren sich in Dingen, die man vorher verdrängt hat.“ Denen will Kinkele durch die Nase auf den Grund gehen. „Mögen und Nichtmögen von Düften sind der Spiegel der Persönlichkeit.“

Während der Prozedur schlägt Kinkele Holzstäbe zusammen, dann auf das Tamburin, dann bläst er in eine Holzflöte. Unwillkürlich sucht man in den Ecken nach einem Elf, aber der zeigt sich nur auf dem Papier: Kinkele hat ein Kartenset entwickelt, das jedem helfen soll, die passende Pflanze für sich zu entdecken. Dazu bedient sich der 63-Jährige auch der Musik, um die Seele in die richtigen Schwingungen zu versetzen. Das Saxophon, das neben einem Regal lehnt, ist dabei nicht zu hören. Es gehört zum Musiker Kinkele, der seit zehn Jahren mit sieben anderen zusammen in der Band „The Soul Funk Family“ spielt:„Wir machen Musik für Leute, die Spaß haben wollen und Bezug zu Soul haben.“

Tanzbare Musik, aber auch schmusige Stücke stehen im Mittelpunkt ihres Programms. „Die Musik heißt Soul“, erklärt Kinkele, „auch damit erreicht man die Seele.“ Kinkele will auch die Nachbarn erreichen und bietet deshalb Feiern zur TagundNachtgleiche, Walpurgis-Tanznacht oder Neumond-Rituale an. Dazu gibt er Kurse und Seminare. Uralt ist die Sehnsucht des Menschen, eins mit der Natur zu werden, und Kinkele will einen Weg dahin zeigen: Immer der Nase nach.

Ohrwürmer und Klassiker
„The Soul Funk Family“ aus Hamburg spielt am Sonnabend, 21. September, ab 20.30 Uhr im Alten Bahnhof in Trittau. Die acht Musiker rund um Bandleader Volker Präkelt haben neben klassischem Funk und Soul auch Hits des New Soul im Repertoire: Ohrwürmer wie „Rehab“, „I need a dollar“ und „When I‘m drunk in the morning“. Dazu gibt es Klassiker von Stevie Wonder, Aretha Franklin, Johnny Guitar Watson und James Brown.

Bettina Albrod

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