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Detlev Andresen dirigiert doch nochmal

Reinfeld Detlev Andresen dirigiert doch nochmal

Er erfüllt einen Wunsch des Sponsors Eckhard Bode – Reinfelder Kammerchor singt auf Rügen.

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Detlef Andresen hält die Partitur der Schöpfung in Händen. Beim Konzert, hat er geplant, sollen (v. l.) Renate Meyer, Ursula Schmidt und Irene Andresen neue Kontakte zum amerikanischen Chor knüpfen.

Quelle: Fotos: Ukk/hfr

Reinfeld. Er kann nicht ablassen, möchte man meinen. Für den Auftritt des Reinfelder Kammerchores in der St. Katharinenkirche des Örtchens Trent auf der Insel Rügen greift Detlev Andresen mit seinen mittlerweile 80 Lebensjahren nun doch noch einmal zum Taktstock. Am Tag der Deutschen Einheit. Erst im Frühjahr war er nach 58 Jahren, in denen er diesen Chor entscheidend geprägt hatte, feierlich verabschiedet worden.

„Mit dem letzten Ton der Schöpfung ist dann aber endgültig Schluss.“ Detlev Andresen, reaktivierter Dirigent

Der langjährige Kommunalpolitiker und einstige Reinfelder Bürgervorsteher reagiert auf den Wunsch eines einzelnen Herren. Eckhard Bode hat seinen langjährigen Wegbegleiter gewissermaßen einbestellt.

Der Speditionsunternehmer, getauft und konfirmiert in der Kirche von Trent, habe seit der Wende „durch seine großzügige Unterstützung“ beim Wiederaufbau des hinfälligen Gotteshauses auf seiner Heimatinsel so etwas wie eine Partnerschaft zwischen Reinfeld und der kleinen Gemeinde aufgebaut. Der Kammerchor hat ihn dabei begleitet, mit bislang drei Konzerten in den Jahren 2009, 2011 und 2013.

„Eckhard Bode hatte stets die Organisation und Kosten übernommen“, erinnert sich die heutige Chor-Vorsitzende Renate Meyer. Diesmal musizieren und singen sie „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, um weiter zur Finanzierung der Glocken beizutragen. „Aber mit dem letzten Ton der Schöpfung ist für mich endgültig Schluss“, sagt Detlev Andresen und blickt in die Runde einiger Sängerinnen am Kaffeetisch in seinem Haus an der Ahrensböker Straße. Die beherrschen zwar die Schöpfung, nachdem sie mit ihrem neuen Leiter Tim Karweick das Stück einstudiert und bereits aufgeführt haben. Aber Alt-Leiter Andresen hat ihnen für den kommenden Auftritt noch eine besondere Aufgabe zugedacht. Renate Meyer und ihre Damen sollen nähere Kontakte zu einem ebenfalls nach Rügen eingeladenen amerikanischen Chor knüpfen.

Unter den Zuhörern wird Manfred Stolpe sein, der frühere brandenburgische Ministerpräsident. Für ihn soll der Chor das Pommernlied singen – und für Organisator und Sponsor Eckard Bode das Granitz-Lied, ein auf Rügen einst gesungenes, dann aber vergessenes Lied. Noten und Text waren in Amerika wieder aufgetaucht, und die Reinfelder Sängerinnen und Sänger haben es neu aufbereitet.

Dirigent Andresen hatte nicht lange überlegt, als Bode ihn bat, noch einmal zum Taktstock zu greifen. „Wir kennen uns schon aus der Schule“, erzählt er. Er kann sich noch gut erinnern, als dieser Neue „mit seinen blonden Haaren in unserer Klasse auftauchte“. Die Schule hieß damals Volksschule Reinfeld, und sie war in der heutigen Alten Schule untergebracht. „Wir hatten einen tollen Lehrer“, erinnert sich Detlev Andresen. „Der hatte keine Mühe, mit uns Hundert – meist Jungs – in einer Klasse fertig zu werden.“ In der Kindheit hatte Andresen jedoch weniger Kontakte zu Eckhard Bode.

„Erst in der Stadtvertretung sind wir wieder aufeinander getroffen. „Er für die Christdemokraten. Ich als Sozialdemokrat“, sagt Andresen. Es seien immer sachliche Auseinandersetzungen gewesen, die sie gehabt hätten.

Bis heute rechnet der nun reaktivierte Dirigent dem Seniorchef der erfolgreichen Spedition Bode dessen Engagement nach der Wende für Hilfslieferungen nach Polen hoch an. „Mit seiner Unterstützung der Hilfslieferungen nach Kaliska hat Bode entscheidend dafür gesorgt, dass daraus eine Städtepartnerschaft geworden ist.“ Genau wie er bei so vielen Projekten in der Stadt Reinfeld großzügig helfe. Mit diesem Mann habe die Stadt Reinfeld „eine außerordentliche Persönlichkeit“. Dafür greift Detlev Andresen gern noch einmal zum Taktstock. „Aber danach sind wirklich andere dran.“

Uwe Krog

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