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Diagnose Krebs: Ein Notarzt braucht Hilfe

Bad Oldesloe/Hamburg Diagnose Krebs: Ein Notarzt braucht Hilfe

Notarzt Dr. Thorsten Salamon (53) ist an Blutkrebs erkrankt - jetzt rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft an, die von Tag zu Tag größer wird.

Dr. Thorsten Salamon (53) erhielt im November die erschütternde Diagnose. Seitdem rollt eine große Welle der Hilfsbereitschaft nicht nur durch Hamburg. Durch seinen Job ist er auch im Umland bekannt.

Quelle: HFR

Bad Oldesloe. Seit über 20 Jahren flog der Vater von vier Kindern als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christoph Hansa, rettete unzähligen Menschen das Leben. Nun steht es um ihn selbst nicht gut, der Hamburger braucht dringend eine Stammzellenspende. Bei den Rettungsdiensten in Stormarn schrillten die Alarmglocken. Alle wollten dem Notarzt helfen. Auch die Freiwillige Feuerwehr in Bad Oldesloe und das Technische Hilfswerk boten sofort ihre Unterstützung an.

„Der Doktor war immer für andere Menschen da, die Hilfe benötigen. Als wir davon gehört haben, war für uns sofort klar, dass wir helfen wollen“, sagt Bad Oldesloes Gemeindewehrführer Olaf Klaus.

Gemeinsam mit dem Arbeiter-Samarter-Bund ASB beschloss man, eine Typisierungsaktion auf die Beine zu stellen. Christian Brand vom ASB beschreibt die geplante Aktion: „Am 30. Januar werden wir alle gemeinsam, der ASB, der Rettungsdienstverbund Stormarn, die Feuerwehr und das THW, in der Grundschule West in Bad Oldesloe eine Typisierungsaktion mit der DKMS durchführen. Das soll von 10 Uhr bis 15 Uhr laufen. Sollte der Andrang zu groß sein, werden wir auch länger machen.“ Die Schirmherrschaft der Veranstaltung haben Kreispräsident Hans-Werner Harmuth und Kreisbrandmeister Gerd Riemann übernommen. Die DKMS ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, die solche Typisierungen regelmäßig bundesweit organisiert.

„Wir warten nicht nur auf Bürger aus der Kreisstadt. Wir freuen uns auch auf alle anderen Menschen, die zu uns kommen und sich in den Dienst der guten Sache stellen“, sagt Brand. Es sei überhaupt nicht schlimm. Ein kleiner Piks, dann würden wenige Milliliter Blut (etwa ein Schnapsglas voll) abgenommen und ein Fragebogen ausgefüllt. Nach etwa zehn Minuten sei die Aktion schon wieder beendet.

„Sollten größere Gruppen kommen, werden wir die Typisierung mit Stäbchen machen, mit denen eine Speichelprobe genommen wird. Das hat aber nur zeitliche Gründe, denn die Auswertung einer Blutprobe ist deutlich besser“, so Brand. Die Typisierung ist für jeden Spender kostenlos.

Was deshalb allerdings auch gebraucht wird, sind Geldspenden, denn die Typisierung und vor allem die anschließende Analyse kosten Geld. Die Untersuchung in einem Labor ist aufwändig und teuer. „Wir würden uns freuen, wenn wir mit unserem Aufruf auch die ein oder andere Firma auf uns aufmerksam machen könnten und die uns unterstützen würden“, sagt Gemeindewehrführer Olaf Klaus. „Jeder Euro zählt“, ergänzt Kreiswehrführer Gerd Riemann. Mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen wollen die Veranstalter zu einem gut gefüllten Spendenkonto beitragen. Übrigens wird auch für die Belustigung der Kinder gesorgt, während die Eltern sich typisieren lassen.

Am Hamburger Standort des Rettungshubschraubers Christoph Hansa, mit dem Notarzt Dr. Torsten Salamon seit vielen Jahren auch immer wieder Einsätze im Kreis Stormarn und im benachbarten Herzogtum Lauenburg flog, sprachen die LN gestern mit den Kollegen von Thorsten Salamon. „Wir würden uns freuen, wenn der Aufwand am Ende belohnt wird und ein Spender für den Doktor gefunden wird“, sagt Pilot Ekkehard Folkerts. Notarzt Dr. Markus Stuhr, der in diesen Tagen genau auf dem Platz sitzt, auf dem Torsten Salamon zu so vielen Einsätzen geflogen ist: „Ich finde es erstaunlich und absolut klasse, dass alle Kollegen hier, egal ob jung oder alt, ob neu im Team oder alte Hasen, sich so stark für diese Sache engagieren. Das ist phänomenal.“ Rettungsassistent Adam Möller: „Wir haben immer toll zusammengearbeitet. Und wir wünschen uns, dass das weiter geht.“

FÜNF FRAGEN AN . . .
. . . Antonia Lukas von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)
1 Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?

Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Rheuma, fast alle Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D.

2 Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von fünf bis zehn Minuten und ein kleiner Piks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.

3 Wonach wird die Blutprobe untersucht?
Im Labor werden die Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Blutgruppe spielt hier keine wesentliche Rolle. Die Befunde werden anschließend an das Zentrale Knochenmarkspender-Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

4 Die Aufnahme in die DKMS kostet 40 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?
Die Bestimmung der Gewebemerkmale ist eine sehr aufwändige und damit teure Laboruntersuchung, so dass der DKMS für jede Neuaufnahme inklusive Typisierung, Material, Logistik und Personal Kosten in Höhe von 40 Euro entstehen. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Sie werden über Spenden finanziert. Das heißt, Personen, die zur Typisierung kommen, müssen nichts bezahlen, können aber natürlich Geld spenden.

5 Wann kommt man als Stammzellenspender in Frage?
Die Gewebemerkmale müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20000 gefunden werden. Interview: jeb

Jens Burmester

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