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Stormarn Die Bergstraße bleibt der große Zankapfel
Lokales Stormarn Die Bergstraße bleibt der große Zankapfel
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14:39 23.06.2017
Szenerie in der Bergstraße: Ein Lastwagen liefert Beton für den Neubau, ein zweites Fahrzeug passiert den Engpass.

Bürgermeister Heiko Gerstmann (SPD) hat mit Nachdruck die Kritik an der von der Stadtverwaltung eingerichteten Verkehrsführung in der Reinfelder Innenstadt zurückgewiesen. Die Anbindung einer Baustelle durch die Bergstraße sei die bessere Lösung als über den Parkplatz am alten Rathaus. Gegen diese Verkehrsregelung sprächen zahlreiche Gründe.

Reinfelds Bürgermeister verteidigt die Entscheidung der Verwaltung zur Verkehrsführung im Stadtzentrum.

Der Verwaltungschef betonte, die erfolgte Anordnung sei eine Aufgabe der Verwaltung: „Die Bürger und die Politiker können dazu ihre Meinung äußern. Aber entscheiden müssen wir.“ Nach seinen Angaben hatten Anwohner der Eichbergstraße mit einer Unterschriftenliste die Forderung gestellt, die Zufahrt zur Baustelle solle als Einbahnregelung über die Bergstraße und den Jungfernstieg erfolgen. Diese Forderung, so der Bürgermeister, sei erfüllt worden: „Ich kenne keinen Bürger aus der Bergstraße, der zwingend die Anlieferung zur Baustelle über den Parkplatz fordert.“

Er nannte auch die Gründe, die dazu führten, dass im Rathaus entschieden wurde, die Baustelle nicht über den Parkplatz anzubinden: Der Bereich werde stark genutzt, auch von Kindern, und eine halbseitige Sperrung des Parkplatzes für den Anlieferverkehr zur Baustelle sei nicht vertretbar. „Nach Auffassung der Verwaltung sind die Gefährdungen und Beeinträchtigungen geringer, wenn der Anlieferverkehr über die Bergstraße geführt wird. Die Straßenverkehrsbehörde, die Feuerwehr sowie die Polizei haben sich nicht kritisch über die festgelegte verkehrsrechtliche Anordnung geäußert“, stellte Heiko Gerstmannfest, der auch auf eine Äußerung des Vorsitzenden der Wählerinitiative Reinfeld (WIR), Jens Löper, reagierte: „Dass ich die Sicherheit der Anwohner gefährde, empfinde ich als eine böswillige Unterstellung.“

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass er Anfang Mai während eines Treffens vor Ort mit der Forderung konfrontiert worden sei, dass die Baustellen-Anbindung nicht über die Bergstraße sondern stattdessen über den Parkplatz erfolgen solle: „Ob es sich um eine mehrheitliche Meinung der Anwohner handelt, ist unklar.“ Er kenne jedoch einige Anwohner in der Eichbergstraße, die die aktuelle Verkehrsführung akzeptierten: „Es gibt keine Unterschriftenliste im Rathaus, in der Bürger die Anbindung der Baustelle über den Parkplatz fordern. Es gibt keine einheitliche Meinung unter den Anwohnern.“

Der Bürgermeister ging auf weitere Äußerungen des WIR-Vorsitzenden ein: „Ich frage mich, woher Herr Löper das Mandat hat, für 200 Anwohner zu sprechen. In der Eichbergstraße wohnen 75 und in der Bergstraße höchstens 30. Ich empfinde auch die Masse der E-Mails und der Anrufe in der Verwaltung von Herrn Löper als Zermürbungstaktik. Gesprächsangebote im Rathaus wurden nicht angenommen.“ Der WIR-Vorsitzende betonte auf Anfrage, von der aktuellen Verkehrsführung seien nicht nur die Anlieger in diesen Straßen betroffen: „Es geht um weit mehr Leute, so um die Anlieger in den Alten Gärten oder in der Heimstättenstraße.“

Jens Löper blieb bei seiner bisherigen Darstellung und wies erstmals darauf hin, dass die Fahrer „der Baustellenfahrzeuge fahren, wie sie wollen“ – teilweise auch entgegen der Einbahnregelung. Der Bürgermeister wies auf ein Abstimmungsgespräch mit dem Investor und dem Bauleiter hin. Es soll sichergestellt werden, dass die Baustelle in der Bergstraße auch bei Anlieferung von Material weiterhin umfahren werden könne. Es gebe an drei Tagen eine Ausnahme, weil dann die Bergstraße für einige Stunden gesperrt werden müsse.

 Michael Thormählen

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