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Stormarn Die Bundesstraße wird zur Autobahn
Lokales Stormarn Die Bundesstraße wird zur Autobahn
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10:26 02.03.2016
Starteten im April 2012 gemeinsam ihre Kampagne für den Ausbau der B 404 zur A 21: Reinhard Wolf (Handelskammer Hamburg), Christian Schäfer (ADAC) und Rüdiger Schacht von der IHK Lübeck (v.l.). * Quelle: kks

Das bedeutet, ein Ausbau der Bundesstraße zur Autobahn vom Kreuz Bargteheide bis hin zur Berliner Autobahn 24 rückt näher. Der noch ausstehende dreispurige Ausbau in den beiden Abschnitten   Grönwohld bis Lütjensee/Schönberg und Sprenge/Todendorf bis zum Kreuz Bargteheide ist davon nicht betroffen, er soll wie geplant durchgeführt werden.

„Das ist mehr als erfreulich“, kommentiert der Chef der CDU-Fraktion, Joachim Wagner, diese Nachricht. „Wir haben immer dafür gekämpft, aus der B 404 die A 21 zu machen. Und das, obwohl der Landesvorstand unserer Partei immer gesagt hat, Finger weg davon. Jetzt haben wir unser Ziel erreicht.“ Spätestens wenn die Fehmarn-Belt-Querung komme, sei es dringend erforderlich, die A 21 bis zur A 24 zu haben. „Das muss eigentlich Hand in Hand gehen.“ Danach müsse der nächste Schritt kommen: Die Querung der Elbe im Osten bei Geesthacht.

Das sieht der Fraktionschef der Kreis-SPD, Reinhard Mendel, ebenso. Auch er betont, dass „im Hinblick auf die Fehmarn-Belt-Querung der Ausbau sehr vernünftig ist. Wir sind erfreut, dass wir auch einmal dran sind, obwohl wir keine Bayern sind.“ Aber es ist nicht nur der erwartete Anstieg der Verkehre, wenn die Fehmarn-Belt-Querung fertig ist, die den Ausbau dringend erforderlich mache. „Die B 404 ist eine furchtbar unfallträchtige Strecke“, so Mendel. Das bestätigt Carsten Willms, Verkehrsexperte des ADAC Hansa. „Die sicherste Straße ist die Autobahn.“ Von zehn Unfalltoten im Kreis Stormarn, die allein im Jahr 2014 zu beklagen waren, seien vier auf der B 404 ums Leben gekommen, rechnet Willms vor. Der ADAC Hansa kämpft seit Jahren gemeinsam mit der IHK Lübeck, Schwerin und Lüneburg-Wolfsburg sowie der Hamburger Handelskammer für den Bau der A 21 — mit einer Querung über die Elbe. „Die A21 ist ein kurzes Stück Autobahn mit großer Wirkung und kostet nicht viel. Unsere IHK hat immer darauf hingewiesen, dass die momentane Lösung mit Überholfahrstreifen nur ein Provisorium sein kann“, so Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK Lübeck.

Auch Karl Reinhold Wurch, Chef der FDP-Kreistagsfraktion, begrüßt die neue Einstufung der A 21 im Bundesverkehrswegeplan. „Eine Forderung der Stormarner Wirtschaft wird mit der Umsetzung erfüllt.

Dies ist zur besseren Anbindung des Trittauer Raumes in den Norden und der Entlastung der A 1 im Hamburger Umland dringend erforderlich. Dies sollte aber nur ein erster Schritt für einen weiteren Ausbau und die Querung der Elbe bei Geesthacht sein. “

Für Stormarns Landrat Klaus Plöger (SPD) ist die Entscheidung zugunsten dieses Projektes „schon längst überfällig“ gewesen. Die Planungen hätten ohnehin schon viel zu lange gedauert, lautete seine Kritik.

Aber Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr in Lübeck, dämpft ein wenig die Freude. Der Ausbau der B 404 zur A 21 müsse erst einmal von der Bundespolitik abgesegnet werden. „Der Entwurf muss durch den Bundestag“, erklärt er und verweist auf die erste Lesung Mitte März. Seine Behörde agiere weiter wie geplant und bringe das laufende Planfeststellungsverfahren für den dritten Abschnitt des dreistreifigen Ausbaus der Bundesstraße 404 — zwischen Grönwohld bis Lütjensee/Schönberg voran. Der vierte Abschnitt gehe in die Entwurfsplanung. „Einem Ausbau der B 404 zur A 21 steht aber trotzdem nichts im Wege.“ Alle Strecken können später in den Autobahnbau integriert werden. „Der dreistreifige Ausbau ist also keine verlorene, sondern eine sinnvolle Investition.“

K. Kuhlmann-Schultz

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