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Stormarn Die Chronik dreier Dörfer ist da
Lokales Stormarn Die Chronik dreier Dörfer ist da
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18:22 02.01.2016

Es war ein wuseliges Kommen und Gehen zum Verkaufsstart. Manche trugen vier Exemplare aus dem Rehhorster Gemeinschaftshaus, manche nur eins. Viele schmökerten in den ausgelegten Belegexemplaren und versanken gar für eine Weile in den Geschichten über die Dörfer Rehhorst, Willendorf und Pöhls — zusammengefasst in dem mehr als 500 Seiten starken Buch „Drei Dörfer — Eine Gemeinde — Die Chronik von Rehhorst.“

„Wir waren angenehm überrascht von der positiven Reaktion der Rehhorster“, freute sich Peter Kerger (77). „Bereits vor Weihnachten hatten wir über die Hälfte der Auflage verkauft.“ Der Willendorfer hat viele Jahre an der lange erwarteten historischen Aufarbeitung der Gemeinde gesessen. Nicht alleine, sondern mit vielen Mitstreitern, die in der Arbeitsgemeinschaft „Chronik“ über einen Zeitraum von zwölf Jahren Dokumente, Fotos, Urkunden, Anekdoten und Berichte zusammentrugen. Von Anfang an dabei: Christa Wunsch aus Rehhorst und Rudolf Stapelfeldt (74) aus der Siedlung Vosskaten. „Wir fallen jetzt in ein dunkles Loch“, sagte Christa Wunsch wehmütig, aber mit einem Augenzwinkern. Mehr als ein Jahrzehnt Arbeit — und nun ist plötzlich alles vorbei. „Aber es ist gut, dass die Chronik endlich erschienen ist. Man muss auch ein Ende finden“, sagte die 66-Jährige.

250 Exemplare sind gedruckt worden. Erst eine Stunde vor dem Verkaufsstart lieferte sie der Buchbinder aus Celle auf einer großen Palette nach Rehhorst. „Ich habe bald einen Herzinfarkt bekommen“, erzählte Christa Wunsch. Aber am Ende ging alles gut und die Bücher verkauften sich wie geschnitten Brot. „Heute ist ein ganz besonderer Tag, ein historischer Tag für die Gemeinde. Die Chronik ist da. Wie lange haben wir darauf gewartet“, sagte Rehhorsts Bürgermeisterin Brigit Gerritzen und erinnert: Gleich nach der 650-Jahr-Feier 2002 wurde mit dem Projekt „Chronik“ begonnen. Zwei Jahre später gründet sich die Arbeitsgemeinschaft. Aber über 900 Jahre und drei Dörfer zu schreiben, war nicht einfach und kostete Zeit. Urkunden mussten übersetzt werden, es gab viele Fahrten ins Landes- und Kreisarchiv, Dokumente, Fotos und Berichte wurden gesichtet und in einen historischen Kontext eingeordnet. „Ich wünsche mir, dass die Schrift für heutige und nachfolgende Generationen Ansporn ist, sich in die Gemeinde einzubringen“, sagte Gerritzen — und klemmte sich selbst vier Chroniken unter den Arm. „Die sind für meine Geschwister.“ Auch Erich Ehlers hat ein Buch erworben. „Wir haben so lange gewartet, da musste ich gleich eins haben“, sagte der Rehhorster. Die Lektüre wollte er seiner Tochter zu Weihnachten schenken. „Das Buch leihe ich mir aus. Ich bin gespannt, was alles drin steht“, erzählte der 82-Jährige.

Drin steht viel, etwas aus Vor- und Frühgeschichte, aus der Gründungszeit der Ortsteile und wie die Namen der Dörfer entstanden. Das Schulwesen wird beleuchtet und ehemalige Pennäler erinnern sich an ihre Schulzeit. Es gibt Dokumente über den SV Rehhorst, das Vogelschießen und den Stammtisch der „Feuerwehrfrauen“, Informationen über Hofstellen und Häuser.

Apropos: Im hinteren Bereich des Grundstücks Up‘n Knust 59 in Rehhorst gab es in den 1970er Jahren einen großen Abenteuerspielplatz im Westernstil, die Ponderosa. Im Haus selbst hielt, so die Chronisten, damals ein Etablissement Einzug, das Landhaus Florida mit Sauna und Swimmingpool. Wer hätte das gedacht . . .

Verena Bosslet

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