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Die Kreisfeuerwehrzentrale ist fertig

Travenbrück Die Kreisfeuerwehrzentrale ist fertig

Fast 2,8 Millionen Euro hat der Kreis in den Neubau investiert. Integriert wurde eine hochmoderne Atemschutzstrecke.

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Haben an den Monitoren des neuen Leitstands den Überblick: Kreiswehrführer Gerd Riemann und der Betriebsleiter der Kreisfeuerwehrzentrale in Nütschau, Sönke Nehls.

Quelle: Fotos: K. Kuhlmann-Schultz

Nütschau. Im April vergangenen Jahres stand es fest: Für 2,8 Millionen Euro kann die Kreisfeuerwehrzentrale in Nütschau neu- und umgebaut werden. Am Sonnabend, 19. Oktober, soll der Bau offiziell eingeweiht werden. „Wir haben hier einen ganz schönen Sprung gemacht“, freut sich Kreiswehrführer Gerd Riemann. Und nicht nur er.

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Mit dem „Prestor“ werden die Atemschutzmasken auf ihre Dichtigkeit überprüft.

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Auch der Betriebsleiter der Kreisfeuerwehrzentrale, Sönke Nehls, ist mehr als glücklich, dass der Bau jetzt steht. Nehls und Riemann haben nun das, was sie sich so sehr gewünscht haben: kurze Wege und neueste Technik. Kein Hin und Her mehr der Atemschutzgeräte — im Kreis Stormarn gibt es davon allein 700 Stück — auf Handkarren, um sie so zur routinemäßigen Überprüfung zu bringen. Jetzt liegen Tauschraum, Werkstatt und Wäscherei dicht bei. Und auch die neue Atemschutzstrecke ist um die Ecke, im selben Stockwerk. Vorgeschaltet ist eine Wärmestrecke, in der es „muckelige“ 70 Grad warm wird.

„Das ist unser kleiner Bewegungsparcours, zur Gewöhnung“, erklärt Nehls. Das dicke und dunkle Ende kommt erst ein paar Übungsabende später. Hochmodern und als Trainingsstrecke für die Feuerwehrmänner und -frauen des Kreises ist die Atemschutzstrecke eine echte Herausforderung: Auf einer Länge von 40 Metern heißt es hier in völliger Dunkelheit, umgeben von dichtem Rauch, den richtigen Weg zu finden. Durch Tanks, über Leitern und andere Hindernisse. Kein Kinderspiel, aber notwendig, um im Ernstfall bestehen zu können. Feuerwehrleute, die da durchgeschickt werden, haben die Ausbilder genau im Auge.

„Wir können sofort eingreifen“, so Nehls, der auch als Fachwart Atemschutz agiert. Und zwar direkt vom Nebenraum aus; hier ist der Leitstand, ausgestattet mit vier Monitoren. Einer von ihnen zeigt an, was die Wärmebildkamera auf der Ausbildungsstrecke einfängt, über einen zweiten wird die Übungsanlage gesteuert. Der dritte zeigt Bilder der Kameras im Haus und auf dem Gelände, der vierte ist noch frei.

„Was wir vor 30 Jahren hatten“, erinnert sich Gerd Riemann, „war damals Hightech.“ Und wurde doch schnell altes Eisen. Bereits vor dem Neubau musste in die Strecke investiert werden. Für 15 000 Euro wurde noch ein neues Laufband angeschafft, das jetzt integriert wurde. Auch Arm-Ergometer, Stepper und Endlosleiter gehören zum Trainingsplan für die Atemschutzleute. Der Kreiswehrführer macht da nicht mehr mit. Aber, als er selbst noch zu den Aktiven gehörte, „da habe ich immer die oberste Stufe gegriffen und dann gezählt“, Stufe für Stufe, nach 119 war Schluss.

Was im Erdgeschoss an hartem körperlichen Training wartet, findet im Untergeschoss seine Vertiefung im Hörsaal des Hauses. Hier gibt es für die Männer und Frauen pure Theorie — und die Möglichkeit zu duschen. Denn, wer die Atemschutzstrecke hinter sich hat, der steht oft im eigenen Saft. Und das nicht nur, weil die Ausrüstung, also Anzug plus das Atemschutzgerät, knapp 27 Kilogramm wiegen.

Der Neubau in Nütschau hat noch einen Vorteil: Die Prüfhalle, in der der Großteil der 250 Feuerwehrfahrzeuge den Tüv für die feuerwehrtechnische Beladung der Wagen erhalten, ist eineinhalb Stockwerke hoch. Hier können die Prüfer auch mal auf einen Wagen steigen. Was noch fehlt: der Kran, die so genannte Laufkatze. Mit ihr ist es einer Person leicht möglich, schwere Leitern von den Wagen zu heben.

Gut möglich, dass sie zur Einweihung am 19. Oktober präsentiert werden kann.

Die Schlauchpflegerei war früher in Ahrensburg
1961 fiel die Entscheidung: Der neue Standort für die Schlauchpflegerei der Feuerwehren — bis dahin wurden die Schläuche in Ahrensburg gereinigt — sollte in Travenbrück liegen, im Ortsteil Nütschau. Der Kreis kaufte das ehemalige Schulgelände und nahm die Einrichtung 1967 in Betrieb. Der aktive Einsatz mit Atemschutzgeräten nahm zu, der Kreis richtete eine Atemschutzwerkstatt ein. 1971 verlegte der Kreisfeuerwehrverband seinen Sitz nach Nütschau, 1975 wurde aus der Kreisschlauchpflegerei die Kreisfeuerwehrzentrale.

89 Freiwillige Feuerwehren und vier Werksfeuerwehren mit Material und Geräten werden heute in Nütschau versorgt. 60 Wehren nehmen an einem Ringtauschverfahren für Atemschutzmasken, Feuerwehrschläuche und Atemluftflaschen teil. Insgesamt 687 B-Schläuche und 384 C-Schläuche sowie 406 Atemluftflaschen und 250 Atemschutzmasken werden in der Kreisfeuerwehrzentrale gelagert.

20 000 Euro stehen pro Jahr für die Neuanschaffung von Schläuchen zur Verfügung. In der Zentrale wird permanent verschlissenes Material ausgetauscht, damit im Ernstfall die Wehren gut ausgestattet sind.             kks

K. Kuhlmann-Schultz

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