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Stormarn Die Kunst hinter der Maske
Lokales Stormarn Die Kunst hinter der Maske
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18:13 09.06.2017
Dr. Katharina Schlüter (r.) und Julia Kölle mit einem Bild des Malers Willem Grimm. Quelle: Foto: B. Albrod

Als Loriot noch Vicco von Bülow hieß, studierte er Kunst bei dem Hamburger Maler Willem Grimm. Der 1904 geborene Künstler prägte mit seiner Lehre eine ganze Künstlergeneration und hinterließ nach seinem Tod 1986 ein Werk, das im Mittelpunkt der Ausstellung „Willem Grimm – Masken, Figuren, Landschaften“ steht, die die Galerie im Marstall Ahrensburg ab morgigen Sonntag zeigt.

Damit holt die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn Bilder aus dem Nachlass, die lange nicht zu sehen waren und die heute von der Stiftung Otto Modersohn verwaltet werden. Sie bringen dem Betrachter einen Künstler näher, der als Mitglied der Künstlerbewegung Hamburgische Sezession in Hamburg großen Einfluss hatte.

„Grimm hat selber mal beschrieben, dass ihn verkleidete Kinder bei einem Sommerfest zu seinen Motiven angeregt haben“, sagt Kuratorin Dr. Katharina Schlüter. In den farbigen Bildern und kolorierten Holzschnitten begegnen immer wieder maskierte Gestalten, sei es beim norddeutschen Rummelpott-Laufen oder bei der Baseler Fassnacht.

Farbenfrohe Fröhlichkeit mischt sich dabei mit dem gesichtslosen Unheimlichen, das im Falle eines Gemäldes von 1940 auch als Hinweis auf das drohende Unheil gesehen werden kann. Dann wieder sind es persönliche Erfahrungen mit dem Tod, die in Grimms Werk Eingang finden. „Grimms Hauptwerk entstand in den 1920er- und 1930er-Jahren“, sagt Katharina Schlüter, „ab 1933 hat er sich wegen der Nazis zurückgezogen.“

1946 begann Grimm als Professor für Malerei an der Hamburger Hochschule zu unterrichten. „Ein Großteil seiner Werke ist verbrannt“, bedauert die Kuratorin, dennoch konnte sie mit 42 Arbeiten einen repräsentativen Querschnitt für Grimms Schaffen zusammentragen.

Die zweite Motivlinie neben den Verkleideten beschäftigt sich mit Landschaften auf Sylt und zeigt aquarellierte Marsch- und Wattszenen, die meist menschenleer sind und ein Gegengewicht zu den Figurengruppen setzen. „Mit der Ausstellung wollen wir Arbeiten zugänglich machen, die lange nicht zu sehen waren“, sagt Katharina Schlüter. „Die Werke werden sonst nicht ausgestellt. Aber viele kennen den Namen noch.“ Dazu ist ein Katalog erschienen, der Grimms Schaffen vorstellt. Eröffnet wird die Schau morgen um 16 Uhr in der Galerie im Marstall Ahrensburg, wo sie bis 6. August zu sehen ist. Geöffnet ist mittwochs, sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

ba

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