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Stormarn Die Metropolregion fragt ihre Bürger
Lokales Stormarn Die Metropolregion fragt ihre Bürger
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20:28 08.11.2013
Dauerärgernis für Pendler aus Stormarn: Deutschlands Stau-Hauptstadt Hamburg baut unkoordiniert. Quelle: Fotos: Peter Sylent/Bettina Albrod

Paul bekommt einen Ausbildungsplatz in Reinbek und freut sich. Zur Berufsschule muss er aber nach Ahrensburg, weil Reinbek in Stormarn liegt, obwohl in Hamburg eine Berufsschule nur zehn Minuten entfernt ist. Darüber freut er sich nicht. „Wo drückt der Schuh?“, fragt jetzt die Initiative pro Metropolregion Hamburg (IMH). Mit einer Online-Umfrage möchte sie herausfinden, was die Menschen rund um Hamburg über die Region denken. So soll ermittelt werden, wo die Metropolregion, die aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern besteht, an ihre Grenzen stößt.

„Wir wollen die Hand an den Puls der Metropolregion legen“, nennt es Dr. Dirck Süß von der IMH, „wir wollen wissen: Welche Erfahrungen haben die Menschen mit Behörden, Gewerbe, Wohnungsbau, Schule, Kinderbetreuung oder Verkehr gemacht?“ Mit der Umfrage sollen Kritikpunkte erhoben und möglichst Gegenmaßnahmen abgeleitet werden.

Stormarn ist in der Metropolregion der Kreis mit den meisten Pendlern. Die machen in ihrem Alltag Erfahrungen mit dem Grenzverkehr, aus denen die IMH, zu der auch die IHK Schleswig-Holstein gehört, lernen möchte. „Die Umfrage richtet sich an alle, die Anregungen oder Kritik loswerden möchten“, erklärt Nils Thoralf Jarck, Geschäftsbereichsleiter Region der IHK-SH mit Sitz in Ahrensburg. Er möchte es genau wissen: „Wo gibt es Probleme bei Bussen und Bahnen, bei Schulen und Kindergärten, im Baustellenmanagement oder wenn Menschen die Verwaltungsgrenzen zwischen Stormarn und Hamburg überschreiten? Wo werden die Verwaltungsgrenzen im Alltag spürbar?“

Neben dem Gastschulabkommen kann das beispielsweise bei Verkehrsproblemen sein. „Pendler wissen, wo man immer im Stau steht“, so Jarck. Die Umfrage sei ein Versuch, die Bürger direkt einzubinden.

Wenn jemand in Hamburg arbeite, aber in Bad Oldesloe einen neuen Ausweis beantragen wolle, müssen die Öffnungszeiten der Ämter abgestimmt werden, gibt Süß ein anderes Beispiel. Auch bewegliche Ferientage sind ein Thema, wenn Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein unterschiedlich entscheiden.

Die Umfrage, die unter http://umfrage.pro-metropolregion-hh.de/ abzurufen ist, läuft bis Ende November 2013. Die Ergebnisse werden im Januar 2014 veröffentlicht. Die Umfrage ist anonym und dauere etwa fünf Minuten, so Jarck. Es gebe eindeutige Fragen, aber auch die Chance, eigene Anregungen einzubringen. Auf Wunsch seien auch Telefoninterviews möglich.

Ziel sei es, über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinaus zu denken. Möglicherweise kann Paul dann irgendwann in Reinbek die Ausbildung machen und in Hamburg zur Berufsschule gehen.

Blick über den Tellerrand
Stormarn ist nicht allein mit seinen Grenzen. Aktivregion, Kirchenkreis, Metropolregion Hamburg — immer mehr Interessenverbände gehen über die Verwaltungsgrenzen hinaus, um gemeinsam besser arbeiten zu können.


Die Initiative pro Metropolregion Hamburg hat sich im Juni gegründet. Ihr gehören sieben Industrie- und Handelskammern und drei Handwerkskammern in Norddeutschland an, dazu die UV-Nord (Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein) sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord. Ziel ist es, die Metropolregion Hamburg als gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum voranzubringen.

Bettina Albrod

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