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Stormarn Die Vermessung der Welt in der Galerie Marstall
Lokales Stormarn Die Vermessung der Welt in der Galerie Marstall
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12:47 19.02.2018
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Ahrensburg

Jeder Mensch versucht, der Welt eine Ordnung zu geben. Die drückt sich oft in Linien aus wie bei U-Bahnplänen, Längen- und Breitengraden oder Organigrammen. Das Unfassbare in ein Raster zu fassen ist auch der Zugang des Hamburger Künstlers Armin Chodzinski. Im Rahmen des Jahresthemas der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn „Linie-Netz-Verbindung“ wird in der Galerie im Ahrensburger Marstall seine Ausstellung „Eismeer und Nebelwanderer“ gezeigt.

Armin Chodzinski ist ein Hamburger Künstler, der sein Werk in der Galerie im Ahrensburger Marstall zeigt. Dabei mischt er unterschiedliche Kunstformen. Quelle: Fotos: Bettina Albrod/hfr

Lecture zur Kunst

Die Ausstellung wird bis 1. April in der Galerie Marstall in Ahrensburg gezeigt.

Am 18. März lädt der Künstler Armin Chodzinski um 15 Uhr zu einer Lecture ein, bei der er seine Kunst erklärt. Geöffnet ist die Galerie Mittwoch, Sonnabend und Sonntag von

11 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

Chodzinski ist ein Künstler, der in mehreren Welten zuhause ist. Nach dem Studium der Kunst ist er im Management und in der Unternehmensberatung tätig, hat in Anthropogeographie promoviert und unterrichtet als Professor an der Universität der Künste in Berlin. Chodzinski ist auch „Dr. C“: In einer Radiorevue bei SWR2 klärt er die Hörer über ökonomische Begriffe auf. Vielseitig ist auch seine Kunst, die mit Zeichnungen, Theater, Radio, Raum, Theorie und Performance eine Reihe von Genres zugleich bedient. Dabei orientiert er sich an der Romantik, die auf die zunehmende Industrialisierung der Welt mit dem Rückzug in die scheinbar ideale Natur reagierte.

Erdhaufen liegen in der Galerie, Holzplatten stapeln sich wie Eisschollen in die Höhe, dazu sind die Wände wie senkrechte Schreibtische mit Text- und Grafikblättern gepflastert. Organigraphen haben ihn inspiriert, in denen Unternehmen die Hierarchien abbilden. Dazwischen steht ein Sammelsurium an skurrilen Vasen. „Ich habe nicht die Vase, sondern ihre Geschichte gekauft“, erläutert der Künstler eine türkische Hochzeitsvase. „Ausstellungen bringen meine Kunst in eine neue Ordnung, ich biete eine Präsentation von Einzelwerken.“ Eine szenische Sammlung wie ein Bühnenbild will Chodzinski zeigen, das für den Betrachter zur Erkenntnisbühne werden soll. „Die Galerie wird ein Reflektionsraum, in dem man die Objekte allegorisch lesen soll.“

Oder hören, denn auch ein Film und Sprachaufnahmen begleiten die Exponate, ein Hörstück aus elf Teilen. Dazu wird der Künstler einen Vortrag anbieten, in dem er dem Besucher die Welt anhand seiner Kunst erklärt. „Dazu ist ein Katalog erschienen, der zugleich als Gebrauchsanweisung und als Handbuch zu meiner Ausstellung fungiert.“ Zeichen setzen will er auch mit besonderen Fahnen, die er genäht und bestickt hat und die für ihn eine „schöne Markierung kollektiver Verwandlung“ sind. So kann sich der Besucher an einem Konglomerat von Ausstellungsstücken festgucken, die die Welt erklären wollen und dabei immer neue Fragen aufwerfen. „Neurasthenie ist meine Lieblingskrankheit“, erklärt der Künstler, „an der Nervenschwäche litten die Menschen in der Romantik, es war ein Leiden an der Welt.“

Bettina Albrod

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