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Die etwas andere Reinfelder „LesArt“

Reinfeld Die etwas andere Reinfelder „LesArt“

Die „LesArt“ vom 11. bis 24. September in diesem Jahr ist nicht nur länger als gewöhnlich. Erstmals findet auch ein musikalischer Abend auf Platt dabei Eingang in diese Literaturtage. Und auch Harry Potter spielt diesmal eine Rolle.

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Sabine Treppmacher, die neue Leiterin der Reinfelder Stadtbibliothek, und Buchhändlerin Kerstin Müller (vorne) tragen zum Gelingen der literarischen Tage in Reinfeld bei.

Quelle: Fotos: Uwe Krog/hfr

Reinfeld. Die Literaturtage waren ursprünglich zu Ehren des Reinfelder Autors und Dichters Matthias Claudius ins Leben gerufen worden. Sein Werk wird aktuell nicht thematisiert. Allein im Heimatmuseum, heißt es in der Programmvorschau, sei eine Menge an Material über ihn, auch neues, zu finden.

Rückblick: Winter 1918, der Krieg ist verloren. Auf dem Hamburger Rathaus hat das rote Banner der Arbeiterbewegung die Fahne des Kaiserreichs ersetzt, Aufständische ziehen bewaffnet durch die Straßen. Sören Bischop wird mit Nachforschungen zu einem aus einem Kriegsversehrtenheim verschwundenen Mann beauftragt. Kurze Zeit später wird der Vater des Vermissten, ein angesehener Hamburger Kaufmann, ermordet. Unter dem Titel „Elbtöter“ hat der Erfolgsautor Boris Meyn seinen siebten Krimi veröffentlicht – und stellt das Buch im Rahmen der Reinfelder „LesArt“ am Freitag, 23. September, in der Buchhandling Michaels um 19 Uhr vor.

„Wir freuen uns riesig, den Autor bei uns begrüßen zu dürfen“, sagt Michaels-Mitarbeiterin Kerstin Müller. Zumal die Lesung unmittelbar an den Verkaufsstart des achten Harry-Potter-Buches grenzt. Der literarische Abend in der Paul-von-Schoenaich-Straße 42 findet deshalb eine mitternächtliche Fortsetzung. „Nach 24 Uhr bieten wir den neuen Harry an“, sagt die Buchhändlerin. Das ist eine der vielen ungewöhnlichen Termine bei der vierten „LesArt“, betreut von Reinfelds Marketing-Fachfrau Britta Lammert. „Und für jeden ist etwas dabei“, sagt Bürgermeister Heiko Gerstmann.

In der Tat hat die Stadt als Veranstalterin ein bunt gemixtes Programm auf die Beine gestellt. So dürfen etwa die Kinder am Donnerstag, 15. September, im Ganztageszentrum am Bischofsteicher Weg ausgelesene Bücher buchstäblich auseinandernehmen, wenn Buchbinderin Ursela Christie aus Meddewade ihnen Einblicke in die Kunst des Buchbindens gibt. Und sie können unter Anleitung selber Hefte herstellen. Organisiert wird die Veranstaltung von Sabine Treppmacher, die als Nachfolgerin von Hilde Schacht die Bücherei im Ganztageszentrum leitet.

Ungewöhnlich an dieser „LesArt“ ist auch, dass erstmals Musik in die sonst nur der Literatur vorbehaltenen Kulturtage einfließt: beim „Swing op de Deel“ am 24. September in der Matthias-Claudius-Kirche. Gerechtfertigt von Britta Lammert, indem sie „den einen oder anderen vertonten Vers“ als Argument für das Hineinspielen von Literatur in diesen Abend vorbringt. Zudem ist die Veranstaltung mit Sängerin Rika Tjakea und den Musikern Andreas Hansen, Jens Balzereit, Thomas Laukat der Reinfelder Beitrag zu den 16. Plattdeutschen Tagen für Stormarn. „Ein netter Abend in der Kirche“, verspricht Britta Lammert.

Die Veranstaltungen sind teilweise kostenfrei, wie etwa die Experimente im Jugendtreff an vier verschiedenen Tagen oder der Erich-Kästner-Tag am 13. September im Claudius-Hof, wenn Viertklässler der Grundschule den Senioren dort ihre Sicht auf den Kinderbuchautor vorstellen.

Kostenfrei ist auch der Nachmittag mit Fritz Breitfelder, der am gleichen Ort sein neues Buch über den Widerstand einer Bäuerin gegen den Nationalsozialismus vorstellt. Seine Heldin Lilli Arp soll laut Britta Lammert die Großmutter von Udo Jürgens gewesen sein. Das allein macht die Veranstaltung im Betreuten Wohnen des Claudiushofes zwar schon zu einer erlebenswerten Attraktion. Der Nachmittag erfährt gleichwohl noch eine schmackhafte Fortsetzung mit Kaffee und Pflaumenkuchen.

 Uwe Krog

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