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Stormarn Die meisten sind froh über den B 404-Ausbau
Lokales Stormarn Die meisten sind froh über den B 404-Ausbau
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10:03 05.08.2016
Bisher kann in zwei Abschnitten auf der B 404 dreispurig gefahren werden. Zwei weitere Abschnitte kommen in den nächsten Jahren noch hinzu. Die Entscheidung des Kabinetts, jetzt die Straße in eine Autobahn umzubauen, hat darauf keinen Einfluss. Quelle: K. Kuhlmann-Schultz

Ob dieser Entscheidung ist die Stimmung im Kreis bei Politik und Wirtschaft sehr gut. Für die Grünen ist sie hingegen unverständlich.

Dafür wurde lange gekämpft: Der Bund beschließt den Ausbau zur A 21. Grüne befürchten mehr Verkehr.

Entsprechend äußerte sich die Fraktionschefin der Kreistagsgrünen, Sabine Rautenberg: „Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Stormarn lehnt einen weiteren vierspurigen Ausbau der B404 ab. Aus unserer Sicht sind die vorhandenen drei Spuren völlig ausreichend. Auf Stormarner Gebiet verlaufen bereits drei Autobahnen. Ein weiterer Ausbau wird noch zusätzliche Verkehre nach Stormarn ziehen. Umwelt- und Naturschutz müssen in unserem Kreis endlich eine starke Stimme bekommen und die weitere Versiegelung muss ein Ende haben.“ Mit dieser Einstellung stehen die Grünen ziemlich alleine da.

Wirtschaft und Politik sind froh, nach jahrelangem Kampf – unter anderem mit der Kampagne „A 21 – jetzt“ endlich einen Erfolg verbuchen zu können.

Friederike C. Kühn, Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und mit ihrem Unternehmen in Bargteheide ansässig, erklärt: „Die Wirtschaft freut sich über die Entscheidung. Ein Ausbau der B 404 zur A 21 bis zur A 24 wird die Straßen im Osten der Metropolregion Hamburg entlasten und zugleich die Verkehrssicherheit auf dieser unfallträchtigen Verbindung erhöhen. Dennoch fehlt das Teilstück zwischen der A 24 und der A 39 in Nordniedersachsen. Erst damit wird die A21 ihre volle Wirkung entfalten. Da dieser Abschnitt als ,Weiterer Bedarf mit Planungsrecht’ eingestuft ist, erwarten wir, dass nun umgehend die Planungskapazitäten geschaffen werden und bereits in den kommenden fünf Jahren bis zur ersten Überprüfung des Bundesverkehrswegeplans mit der Konkretisierung begonnen wird. Ziel ist es, diesen Abschnitt der A21 dann in den ,Vordringlichen Bedarf’ hochzustufen und so dieses wichtige Projekt zügig voranzutreiben.“

Auch Norbert Brackmann, Bundestagsabgeordneter der CDU, ist „sehr froh, dass die Strecke vom Kabinett als vordringlicher Bedarf eingestuft worden ist.“ Der Politiker macht aber darauf aufmerksam, dass erst im Herbst, mit der Verabschiedung des Straßenausbaugesetzes durch das Parlament, der Ausbau festgezurrt werden kann. „Ich gehe aber davon aus, dass die Maßnahme im Gesetz stehen wird.“ Und dann, so Brackmann, liege der Spielball allerdings beim Land Schleswig-Holstein. „Das Land ist die große Schwachstelle.“ Denn „bisher ist es dem Land nicht gelungen, vom Bund für Schleswig-Holstein bereitgestellte Geld auch planerisch umzusetzen. Für die kommenden 15 Jahre gehen drei Milliarden Euro ans Land. Aber das Land hat seine Kapazitäten im Planungsbereich nicht erhöht. Solange das Land diese Politik nicht korrigiert“, befürchtet der Bundestagsabgeordnete, könne es passieren, dass Projekte, wie der Ausbau der B 404 zur A 21, nicht umgesetzt werden. Davor warnt auch der Vorsitzende des Kreis-Verkehrsausschusses, Lukas Kilian (CDU). „Diese Verbindung zwischen der A 1 und A 24 ist für uns sehr wichtig, denn der Verkehr wird nach Fertigstellung der Fehmarn–Belt-Querung zunehmen.“

Für den Großteil der SPD im Kreis sei der derzeitige dreispurige Ausbau „immer nur eine Zwischenlösung gewesen“, erklärt Reinhard Mendel, Fraktionschef der Kreistags-SPD. Der Politiker ist froh, dass der Ausbau zur Autobahn 21 jetzt kommen soll. Und wünscht sich, zum guten Abschluss der Gesamtmaßnahme, die Elbquerung bei Geesthacht im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Aber „da muss man Geduld haben.“

 K. Kuhlmann-Schultz

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