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Die schwierige Suche des Kreises nach einem Kinderbeauftragten

Bad Oldesloe Die schwierige Suche des Kreises nach einem Kinderbeauftragten

Es gab zwei Bewerbungen, nur eine Kandidatin stellte sich vor – jetzt wird neu gedacht.

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„Das Amt hat die große Stärke, dass man nicht weisungsgebunden ist.“„Mark-Oliver Potzahr, CDU

Bad Oldesloe. Die Frage ist, wofür ist ein Kinderbeauftragter, eine Kinderbeauftragte da, was soll sie können, was müssen etwaige Kandidaten an Wissen und Netzwerken mitbringen, damit sie das Ehrenamt bekleiden können? Diese Frage müssen die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Kreises jetzt beantworten, bevor sie das Ehrenamt neu ausschreiben. Denn die jüngste Ausschreibung ergab gerade einmal zwei Kandidatinnen, eine davon sagte noch vor dem Bewerbungsgespräch ab, die zweite traute sich, wurde aber nicht genommen. Dabei sollte die neue Kinderbeauftragte im kommenden Kreistag Ende September gewählt werden. Der Posten bleibt nach dem Rückzug von Maike Vogel im März weiter vakant.

„Wir werden jetzt nicht sofort neu ausschreiben, sondern wir bilden eine interfraktionelle Arbeitsgruppe um zu diskutieren, welche Möglichkeiten wir haben, bessere Kandidaten zu bekommen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Mark-Oliver Potzahr (CDU) nach einer langen Diskussion hinter verschlossenen Türen. Die Frage stelle sich, was für eine Person eigentlich gesucht werde – und ob sie als Ehrenamtler überhaupt gefunden werden könne. „Es gibt keine Richtlinie. Jeder der das Amt bisher gemacht hat, hat es anders interpretiert. Das Amt hat die große Stärke, dass man nicht weisungsgebunden ist, jeder kann das Amt nach eigenen Fähigkeiten gestalten. Das setzt natürlich eine große Selbstständigkeit voraus, die hat nicht jeder. Als Kinderbeauftragter sagt mir keiner was ich machen soll.“ Manchmal kommen durchaus „komische Kommentare, wenn der Politik etwas nicht gefällt“. Oder sogar mehr als das, was der frühere Kinderbeauftragte Carsten Stock erfahren musste, der für seine Arbeit sogar harsche Kritik einstecken musste.

Für den Geschäftsführer des Kreisverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Ingo Loeding ist ein Kinderbeauftragter ein Lobbyist. „Die Erwartungen an das Amt sind hoch, es ist niemand, der praktische Arbeit mit Kindern macht, sondern jemand, der an der Schnittstelle zur Verwaltung sitzt. Es ist ein politisches Amt, aber kein Parteiamt“. Loeding will nicht auf einen Kinderbeauftragten verzichten, „nach wie vor werden die Interessen von Kinder nicht ausreichend berücksichtigt“. Er kann sich auf Kreisebene auch eine Kinderkommission vorstellen, wie es sie im Bundestag gibt. „Aus jeder Partei kommt eine Person, die zur Kommission gehört, auch da werden neue Impulse gegeben.“ Ingo Loeding schlägt noch eine weitere Variante vor: Im Rahmen der geplanten Änderung des Kinder- und Jugendhilferechtes könnte auch ein Ombudsmann installiert werden.

Die Frage, wer das Amt bekleiden kann, treibt auch Uwe Sommer um, Geschäftsführer des Kreisjugendringes, wie Loeding Mitglied im Jugendhilfeausschuss. Entscheidend sei Netzwerkarbeit, Kontakt zu den Interessenverbänden. „Es soll nicht an der Problematik des einzelnen Kindes gearbeitet werden.“ Der Kinderbeauftragte sei Advocat aller Kinder. Und könne auch aus den Reihen der Kreistagmitglieder gewählt werden. Muss es ein Hauptamt sein? „Jein, systemisch gedacht, ist das Jugendamt ja bereits Advokat zum Schutz der Kinder.“ Sommer denkt trotzdem an den ehemaligen Landeskinderbeauftragten Horst Hager. Der Parlamentarier agierte ehrenamtlich, hatte aber einen hauptamtlichen Referenten an seiner Seite. „So einen Weg könnte ich hier auch gehen. Der Kinderbeauftragte bleibt dann frei in dem, was er macht.“

Für den SPD-Kreistagspolitiker Benjamin Freitag liegt es nicht am Amt des Kinderbeauftragten, dass eine Besetzung schwierig ist. „Es wird immer schwieriger, Berufstätigkeit und Familie mit einem Ehrenamt zu verbinden. Wir dürfen deshalb nicht zu hohe Anforderungen an die Kandidaten stellen.“

K. Kuhlmann-Schultz

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