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Stormarn Diese Freundschaft hält seit 45 Jahren
Lokales Stormarn Diese Freundschaft hält seit 45 Jahren
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19:13 28.07.2016

In 23 Tagen ist das Ehepaar Le Lore aus dem französischen Nantes 2139 Kilometer gefahren, um eine seit 1971 existierende deutsch-französische Freundschaft fortzuführen.

„Ein Selbstläufer. Das Amt Trittau hat damit eigentlich nichts mehr zu tun“, sagt Gastgeberin Bärbel Krause. Allerdings haben Südstormarns Europa Union und deren Vorsitzender Ulrich Meyer, der in Stormarn für seine Bemühungen um freundschaftliche Beziehungen nach Europa nur „Europa-Meyer“ genannt wurde, bereits 1971 den Grundstein dafür gelegt.

Damals, beim ersten Besuch der französischen Delegation aus dem Kanton Loire-Divatte, der noch Le Loroux-Botterau hieß, war Jean-Claude schon dabei. 17 Jahre war er alt, als ihn Landwirt August Burmeister und seine Familie das erste Mal bei sich auf dem Hof in Köthel aufgenommen hatten. Das war vor 45 Jahren.

Bis heute sollten ungezählte weitere Begegnungen, mal in Frankreich, mal in Stormarn folgen. Jean-Claude wurde mit den Jahren zu einem zweiten Sohn der Familie Burmeister. Sein Interesse an der Landwirtschaft, seine Hilfsbereitschaft beim Melken und bei der Ernte während seiner Urlaube hatten den Kötheler Landwirt tief beeindruckt. Irgendwann später heiratete Jean-Claude dann seine Catherine. „Und wir sind natürlich zur Hochzeit nach Frankreich gereist“, erzählt Bärbel Krause, eine der beiden Töchter in der Familie Burmeister. Alle drei, vier Jahre treffe man sich. „Diese deutsch-französische Freundschaft wird wirklich gelebt.“

Doch bevor die Le Lores zu den Krauses in Köthel radelten, hatten sie bei der Mutter, die inzwischen nach Meilsdorf bei Siek gezogen ist, Station gemacht. Denn zur Mutter der Familie Burmester hatte Jean-Claude eine ähnlich innige Beziehung wie zum Vater. Beide seien wie Eltern für ihn gewesen, erklärt Jean-Claude, der besser Deutsch versteht als er spricht. „Macht nichts“, sagt Bärbel Krause.

Man rede viel mit Händen und Füßen. „Und außerdem haben wir haben ja den Langenscheidt“.

Das gelbe Wörterbuch ist bereits das zweite, das diese Freundschaft aufrechterhält. Das erste Buch war vom vielen Blättern in all den Jahren derart zerfleddert, „dass wir uns ein neues anschaffen mussten“, berichtet die frühere Konrektorin an der Trittauer Hahnheideschule. Schon deshalb haben sich Gäste und Gastgeber viel zu erzählen, denn Catherine war ebenfalls Lehrerin und hat mit ihren Kindern schon die Grundschule in Mühlenrade ganz offiziell besucht.

Dass die enge Beziehung über diese Generation hinaus bestehen bleibt, dafür sorgen auch die Kinder Le Lores und der Krauses. Und sie sind nicht die einzigen im Dorf, deren Freundschaft seit 1971 gewachsen ist. Es gebe mehrere Familien im Ort, die vergleichbar enge Beziehungen zu Franzosen pflegten, berichtet Bärbel Krause. Die Familie Burmeister allerdings war schon 1975, als Jean-Claude mit seinen 21 Jahren ebenfalls auf dem Rad anreiste, mit dem Europa-Taler als „Europäische Familie“ des Jahres ausgezeichnet worden.

Und nun geht es für Ehepaar Le Lore wieder zurück in die französische Heimat. Mit dem Rad, das zum bevorzugten Verkehrsmittel von Jean-Claude gehört. Erst vor anderthalb Jahren hatte er sich ein Neues gekauft. 8800 Kilometer zeigte der Zähler in Köthel an. Und nun kommen wieder nicht ganz 2000 Kilometer hinzu, weil die Le Lores zwischendurch ein Stück mit dem Zug reisen. Bon Voyage!

Uwe Krog

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