Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Diesel-Affäre sorgt für Unsicherheit
Lokales Stormarn Diesel-Affäre sorgt für Unsicherheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 09.08.2017
Ist gern mit ihrem Diesel unterwegs, der nur etwas mehr als vier Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbraucht: Birgit Schröder. Quelle: Fotos: M. Thormählen/ln-Archiv
Anzeige
Bad Oldesloe

„Wir werden jeden Tag mit dem Thema konfrontiert. Das ist schon eine nervige Angelegenheit und es gibt vor allem sehr viel Unsicherheit bei den Kunden“, sagt Lorenz Schröder, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Stormarn. Die Diskussionen um mögliche Fahrverbote für neue Dieselfahrzeuge hat auch die Branche im Kreis erreicht – und das in einer Phase, die für die Autohändler eigentlich sehr gut läuft . „Viele Fahrer von Dieselautos wollen eine ausführliche Beratung, und mancher will auf einen Benziner umsteigen“, betont der stellvertretende Innungsobermeister Werner Blohm.

Fahrzeughändler fordern Vorgaben und Entscheidungen durch die Hersteller und die Politik – Innung lehnt Verdrängungswettbewerb in Stormarn ab.

Lorenz Schröder kennt die Verunsicherung der Kunden aus eigener Erfahrung: „Da kommt der Fahrer eines erst zwei Jahr alten Diesel, der das Auto loswerden will. Er möchte den Wagen in Zahlung geben und lieber einen Benziner fahren.“ Dies sei angesichts des wirtschaftlichen Aspektes völlig unrealistisch, denn gerade ein mit Dieselkraftstoff betriebenes Auto müsse eine längere Laufzeit aufweisen und deshalb auch für mehrere Jahre gefahren werden.

Seine Kollegen, so der Obermeister weiter, müssten für „etwas gerade stehen, was aber nur von den Herstellern zu verantworten ist“. Die Mogel-Software in den Dieselfahrtzeugen, mit denen eine geringe Schadstoffbelastung vorgegaukelt worden sei, stamme nur von deutschen Produzenten. „Aber darunter leidet jetzt die gesamte Branche“, sagt Lorenz Schröder.

Auch nach Ansicht von Werner Blohm sind jetzt vor allem die Hersteller und auch die Politiker gefordert, „um das wieder in Ordnung zu bringen“. Wichtig sei vor allem, dass die Debatte sachlich bleibe. Auch die Kollegen, die Fahrzeuge deutscher Fabrikate verkaufen, fühlten sich mittlerweile mit den Problemen im Stich gelassen. „Informationen von den Herstellern waren schon immer rar“, betont Lorenz Schröder.

Von den Politik, so die beiden Obermeister der Kfz-Innung, müsse es klare Vorgaben in Sache Diesel geben. „Dann können wir auch unsere Kunden wieder besser beraten, denn die wollen Licht am Horizont sehen. Auch zu mir kommen Interessenten, die jetzt über eine neue Kaufentscheidung nachdenken. Sie wollen ihr älteres Dieselfahrzeug abgeben und sind sich nicht sicher, ob sie doch lieber einen Benziner statt eines neuen Diesel nehmen“, so Werner Blohm.

Immerhin – nach Angaben der beiden Fahrzeughändler, das Autohaus Schröder hat Fiat und Abarth im Programm, Blohm die Marke Renault, ist es in der Branche noch zu keinem Verdrängungswettbewerb gekommen: „Es darf nicht sein, dass wir Kunden mit dem Hinweis abwerben wollen, von dem Diesel-Skandal seien ja unsere Marken nicht betroffen.“

Wie immer die aktuelle Diskussion um den in Misskredit gekommen Fahrzeugtyp ausgehen mag – die Experten in Stormarn sind sich im klaren, dass die Kfz-Branche in Zukunft nicht ohne den Diesel auskommen werde. „Es muss ihn weiterhin geben“, ist sich Werner Blohm sicher. Und für den Obermeister sei die „Dieseltechnik ganz weit vorn. Sie muss allerdings sauber sein“. Dieser Autotyp überzeuge dank Zügigkeit und durch Fahrspaß. „Es geht dabei nicht nur um die Wirtschaftlichkeit“, so Lorenz Schröder. Dieser Aspekt spiele sicherlich bei den Geschäftswagen eine Rolle.

„Wir haben mit der aktuellen Debatte keine Probleme“, stellt Claus-Christoph Vick, Opel-Händler in Reinfeld, fest. Ähnlich wie bei anderen Herstellern sei der Dieselanteil nur gering. „Da haben wir dieses Mal Glück gehabt, und ich hoffe, dass es auch so bleibt“, sagt Claus-Christoph Vick mit Blick auf Vorgänge in der Vergangenheit. Bisher mache sich bei seinen Kunden keine Verunsicherung breit.

Die aktuelle Diskussion trifft die Branche während einer Phase, in der die Händler in Stormarn von einer steigenden Nachfrage berichten. Der Verkauf laufe gut, sagt Claus-Christoph Vick. „Wir können generell mit dem Jahr zufrieden sein“, so Werner Blohm.

Weitere Infos unter www.bussgeldkatalog.org/dieselfahrzeuge-verbot

Michael Thormählen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viel Abwechslung – das verspricht die kommende Saison im Glinder Theater im Forum: Mit einem Schauspiel von und mit Gilla Cremer startet die Glinder Theater-Saison am Sonnabend, 14.

09.08.2017

Viele Ahrensburger beteiligen sich bereits an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ und genießen ihren aktiven Start in den Arbeitstag.

09.08.2017

Ziele im Kreis Stormarn von Reinfeld bis Tremsbüttel.

09.08.2017
Anzeige