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Stormarn Großer Fahrspaß im Dreck
Lokales Stormarn Großer Fahrspaß im Dreck
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15:19 07.12.2018
Die Westerauer Jungs sind super glücklich, dass sie einen eigenen Dirtpark haben: Timo (v.l.), Sebastian, Finn, Benjamin, Marc, Nick und Levin. Quelle: Britta Matzen
Westerau

Es staubt gewaltig, und die untergehende Sonne blendet – trotzdem bekommen die Zuschauer tollkühne Sprünge zu sehen. Die sieben Jungs auf ihren BMX- und Mountainbikes haben sichtlich Spaß. Im neuen Dirtpark von Westerau zeigen die Acht- bis 14-Jährigen, welche tollkühnen Tricks sie draufhaben. Gefahren wird nur mit Helm, das ist schon mal klar.

Parcours auf dem ehemaligen Tennisplatz

Auf der Fläche des ehemaligen Tennisplatzes hinter dem Waldzwerge-Kindergarten hat die Gemeinde Westerau dem Nachwuchs eine Fläche zur Verfügung gestellt. „Wir haben uns hier immer schon mal zum Fahrradfahren getroffen. Natürlich wollten wir auch Sprünge üben, aber da hätten wir immer ganz nach Oldesloe oder Rethwischfeld fahren müssen. So kamen wir auf die Idee, dass wir gern einen eigenen Dirtpark hätten“, berichtet Sebastian. Den Wunsch hätten sie schon vor einem Jahr an die Gemeindevertreter herangetragen. Doch dann sei dieser in Vergessenheit geraten.

 

Ein tolles Projekt von und mit Jugendlichen: In Westerau hat die Gemeinde zusammen mit dem Nachwuchs einen Dirtpark eingerichtet.

„Als nach der Kommunalwahl die Ausschüsse neu besetzt waren, hat der Jugend- und Kulturausschuss das Thema noch mal aufgenommen“, berichtet Bürgermeisterin Petra Jürß (KWV). Sie hätten vereinbart, sich mit den Schülern vor Ort zu treffen. „Wir haben von den Jugendlichen sogar eine ganz tolle Zeichnung bekommen, wie sie sich das hier so vorstellen“, sagt die Bürgermeisterin. Gemeinsam mit Eltern und Gemeindevertretern hätten sie überlegt, wie man das Projekt umsetzen könnte.

Alle im Dorf packen mit an

„Es haben einige von den Landwirten Trecker und Anhänger zur Verfügung gestellt, um ein paar Sachen abzubauen, die sich noch auf dem Gelände befanden. Erwachsene, Kinder und Jugendliche haben gemeinsam angepackt.“ Ein Landwirt und ein anderer Anwohner hätten anschließend anhängerweise Erde vorbeigebracht. „Damit arbeiten die Jugendlichen gerade und bauen sich ihre Hügel, so wie sie sie gerne hätten. Das ist das, was ich persönlich auch so toll finde“, so Jürß. Falls sie mal Hilfe bräuchten, käme zur Not auch mal ein Vater mit einem Bagger vorbei und schiebe einen Haufen dorthin, wo die Kids ihn gerne hätten. „Denn nur mit Schaufel zu arbeiten, das ist ja ein bisschen frustrierend“, fügt die Bürgermeisterin lachend hinzu.

Kein Schaufeln, kein Fahrspaß

Dennoch: kein Schaufeln, kein Fahrspaß. Nach ein paar Runden müssen die Kids ihre Rampen und Kuhlen sowieso ausbessern, damit der Parcours wieder geländetauglich ist. Da greift jeder von ihnen zur Schippe. Das ist ja Schöne: Dass sie alles gemeinsam erschaffen und pflegen. Dadurch hat das Projekt eine enorme soziale Komponente, ohne dass die Gemeinde dafür großartig investieren musste. Petra Jürß: „Außer dass wir einmal einen kleinen Bagger anmieten mussten, haben wir alles in Eigenleistung hingekriegt. Darauf sind wir richtig stolz.“ Auch die Eltern sind happy: Sie finden es großartig, dass ihr Nachwuchs in der Freizeit nicht vor dem PC abhängt, sondern sich mit Freunden draußen sportlich betätigt.

Faszination Dirt-Biking

Aber was ist denn nun das Faszinierende am Dirt-Biking? „Das riskante, actionreiche Fahren finde ich toll“, sagt der 13-jährige Sebastian. Er hat ein spezielles Dirtbike. „Das ist im Gegensatz zum Mountainbike viel tiefer gelegt mit großen Rädern und Federung – genau das Richtige, um hier Tricks zu machen.“ Benni ist Spezialist in Sachen Balance. Fast eine Minute kann er das Gleichgewicht auf den Pedalen halten, ohne dass das Rad fährt. „Ich habe jeden Tag geübt, auf dem Fahrrad zu stehen, ohne den Fuß abzustellen. Ich habe bestimmte Taktiken ausprobiert, und mittlerweile kann ich es richtig gut.“

Westerau möchte Fußgängerampel

Mitten durch Westerau führt die B 208. „Das ist ein Problem. Die Autos fahren hier sehr schnell“, sagt Bürgermeisterin Petra Jürß. Eine ihrer ersten Aktionen innerhalb ihrer Partei (KWV) war die Aufstellung der Warnschilder „Es könnte auch Ihr Kind sein“ mit zwei Enten als Sanitäter. „Wir haben an der B 208, wo es zum Kindergarten Waldzwerge und jetzt auch zum Dirtpark geht, zwar einen Zebrastreifen. Aber längst nicht jeder Autofahrer hält“, so die Bürgermeisterin. Deshalb möchte die Gemeinde eine Lösung für eine Ampel finden. „Damit unsere Kinder sicher über die Straße gehen können.“

Auch die anderen Jungs springen mit ihren Rädern über Lehmhügel oder balancieren auf dem Hinterrad. „Das bringt einfach Spaß“, sind sich alle einig. Ab und zu mal eine Verletzung – das bleibe allerdings nicht aus. „Ich habe gerade was am Knie“, meint Benni. Finn ist kürzlich beim Sturz auf den Kopf gefallen. „Dabei ist mein Helm angebrochen“, so der 14-Jährige. Aber das halte ihn nicht davon ab, weiter zu trainieren und Fun zu haben. Vorsichtig seien sie zwar, aber „Adrenalin und Nervenkitzel gehören einfach dazu“, meint Finn.

Britta Matzen

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