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Stormarn Drei Tote bei Horror-Unfall auf der A 1
Lokales Stormarn Drei Tote bei Horror-Unfall auf der A 1
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21:41 29.01.2018
Ein Feuerwehrmann arbeitet mit einer hydraulischen Rettungsschere an dem Skoda Roomster, in dem drei Menschen tödlich verunglückt sind. Quelle: jeb
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Lasbek

Den Rettern bot sich an der Unfallstelle ein Bild des Grauens. Über 300 Meter lagen die Trümmerteile der vier beteiligten Fahrzeuge verteilt. Unter anderem ein Motorblock, der komplett aus einem der Fahrzeuge gerissen war. Am Ende der Trümmer lag ein völlig zerstörter Skoda Roomster halb auf dem Dach, halb auf der Seite.
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst standen nicht nur vor dem Wrack, sondern auch oben drauf, um den Insassen zur Hilfe zu kommen. Andere Einsatzkräfte bereiteten hydraulisches Rettungsgerät vor. Doch schnell war klar, dass jede Hilfe zu spät kam.

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Drei Männer waren in dem Roomster. Bei allen konnten Notarzt und Rettungsdienst nur noch den Tod feststellen. Sie waren schwer eingeklemmt und mussten später mit hydraulischen Rettungsgerät aus dem Wrack geholt werden. Bei den Toten handelt es sich um einen 28-Jährigen und zwei 40-Jährige aus Wismar.

Der Unfall ereignete sich gegen 0.25 Uhr auf der A 1 nur wenige hundert Meter hinter dem Autobahnkreuz Bargteheide in Richtung Lübeck. Beteiligt waren ein VW Golf aus Hamburg, ein Jeep Cherokee aus Rostock, ein weiterer VW Golf aus dem Raum Bad Oldesloe und der Skoda Roomster aus Wismar. Zum genauen Unfallhergang sagte Holger Meier, Pressesprecher der Polizeidirektion Ratzeburg: „Ein 24-jähriger Hamburger befuhr mit einem VW Golf die A 1 auf dem mittleren Fahrstreifen in Richtung Norden. Zeugenaussagen zufolge überfuhr der 24-Jährige dabei bereits vor dem eigentlichen Unfall wiederholt unkontrolliert die Fahrbahnbegrenzung zum rechten Fahrstreifen. Dort fahrende Fahrzeuge mussten auf den Seitenstreifen ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden. Zur Unfallzeit kollidierte der Hamburger bei einem solchen ,Manöver‘ dann mit dem rechts neben ihm fahrenden Skoda Roomster.“

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An den Spuren auf und neben der Autobahn ist zu erkennen, dass der Skoda zunächst auf den Grünstreifen neben der Autobahn geriet, dann offenbar abhob und den Knick rasierte und später nach diversen Überschlägen wieder auf der Fahrbahn landete.
Dann ist der Jeep Cherokee eines 49-jährigen Rostockers, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte, frontal in den quer zur Fahrbahn stehenden Skoda gekracht. Anschließend kollidierte noch ein 38-Jähriger aus dem Raum Bad Oldesloe mit seinem VW Golf mit dem Skoda Roomster. Die Insassen des Skoda hatten keine Chance und waren vermutlich sofort tot. Die beiden Fahrer aus Hamburg und Rostock wurden mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Der 38-jährige Golf-Fahrer blieb laut Polizei dagegen unverletzt.

Weil die Polizeibeamten bei dem 24-jährigen Golf-Fahrer erheblichen Atemalkohol wahrgenommen hatten, wurde die Entnahme einer Blutprobe in der Uniklinik Lübeck angeordnet. Die Ergebnisse gehen in die Ermittlungsakte. Angaben über den Blutalkoholwert des Unfallfahrers machte die Polizei gestern nicht. Der Führerschein des 24-Jährigen wurde nach LN-Informationen zunächst einbehalten.
Bei teilweise sehr böigem Wind und Regen, der über die Unfallstelle peitschte, sicherten die Beamten der Autobahnpolizei Spuren auf der Fahrbahn. Um den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren und die Unfallursache zu klären, zog die Polizei nach Rücksprache mit der Lübecker Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen der Dekra hinzu. Außer Alkohol am Steuer könnten auch ein technischer Defekt oder das Wetter eine Rolle gespielt haben, teilte Christian Braunwarth von der Staatsanwaltschaft mit.

Die Autobahn wurde zwischen dem Kreuz Bargteheide und der Anschlussstelle Bad Oldesloe gesperrt. Der Verkehr wurde über Umleitungsstrecken, unter anderem über die A 21 bis Bad Oldesloe Süd und dann über die B 75 und B 208 zur Anschlussstelle Bad Oldesloe der A 1 geführt. Erst um 7.32 Uhr wurde die Autobahn 1 wieder freigegeben. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 100000 Euro.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) spricht sich angesichts dieses Unfalls dafür aus, einen längeren Führerscheinentzug für Alkoholsünder zu prüfen. Ein generelles Alkoholverbot für Fahrer lehnt er dagegen ab.

Von Jens Burmester

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