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Stormarn Durch Chemikalien verseucht: Grundstück wird saniert
Lokales Stormarn Durch Chemikalien verseucht: Grundstück wird saniert
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20:07 06.07.2017
Das Grundstück in der Bunsenstraße im Trittauer Gewerbegebiet kann jetzt saniert werden. Quelle: Foto: B. Albrod

Damit wird ein Problem beseitigt, das der Kreis seit 2008 zu lösen versucht: Zudem soll der spätere Verkaufserlös des Grundstücks ebenfalls dem Projekt zugutekommen. Die restlichen Kosten werden sich der Kreis und die Gemeinde Trittau teilen. „Die Gesamtkosten werden aktuell geschätzt bei 1,4 Millionen Euro liegen“, sagt der zuständige Sachbearbeiter des Kreises Stormarn, Heiko Diekmann.

Das 5000 Quadratmeter große Grundstück in der Bunsenstraße war bis 1998 Standort eines Maschinenbauunternehmens, das 1968 nach Trittau gezogen war. Durch den ständigen Umgang mit Lösemitteln waren Teile davon ins Erdreich gesickert und ins Grundwasser gelangt, 1984 war ein Schlauch geplatzt, so dass rund 100 Liter Tetrachlorethen ausgelaufen waren – eine Chemikalie, die auch in der chemischen Reinigung eingesetzt wird. Der Stoff verteilte sich im Boden der näheren Umgebung. 1974 bis 2007 war an gleicher Stelle ein Betrieb ansässig, der Dichtungsringe herstellte. Weil beide Unternehmen Insolvenz anmelden mussten, ließen sich die Eigentumsverhältnisse anschließend nicht mehr klären, so dass keine Zuständigkeit für eine Sanierung ermittelt werden konnte.

Direkt nach dem Unfall hatte die verantwortliche Firma zwar versucht, die Chemikalien durch Ausbaggern wegzubringen. Aber das hatte nicht gereicht. Die Stoffe, die ins Grundwasser gelangt waren, verteilten sich auch im Bereich süd- und nordöstlich des verseuchten Grundstücks. Auch das unbebaute Gebiet am alten Bahnhof ist betroffen. 2009 folgten intensive Untersuchungen durch den Kreis, die durch das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert wurden. Damals wurden die Schäden in Boden, Bodenluft und Grundwasser und ihre Ausdehnung untersucht. Dabei zeigte sich laut Mitteilung des Kreises, dass Brunnen nicht gefährdet sind, da sie außerhalb des verschmutzten Bereichs oder wesentlich tiefer liegen und durch dicke Tonschichten geschützt sind.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wurde ein Sanierungskonzept entwickelt. Vor der Sanierung müssen zunächst die Altgebäude abgerissen und diverse Abfälle entsorgt werden, heißt es beim Kreis. In einem begrenzten Bereich ist die Beseitigung belasteten Bodens erforderlich, da sich dieser nicht an Ort und Stelle dekontaminieren lässt. „Eine Gefahr für Menschen besteht dabei nicht“, betont Diekmann. „Es gibt dort nichts, was wirbelt, außerdem wird nur ein sehr kleiner Bereich aufgegraben, der Großteil des Bodens bleibt drin.“ Da, wo kein Grundwasser betroffen ist, solle das Lösemittel mit Unterdruck abgesaugt werden. „Im Grundwasser wird durch ein Oxydationsmittel eine chemische Zerstörung des Lösemittels erreicht.“ Das moderne Verfahren werde von Sicherheitskonzepten begleitet.

Alle Maßnahmen laufen unter einem Arbeitsschutzkonzept und unter Einsatz von Fachingenieuren.

Die Sanierung erfolgt im Auftrag des Kreises Stormarn. Nach den Abrissarbeiten und anschließenden Bohr- und Brunnenbauarbeiten folgt ab November die eigentliche Sanierung von Grundwasser, Boden und Bodenluft. Die gesamte Sanierung wird voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Am Ende wird das Grundstück wieder gewerblich nutzbar sein. „Ich bin froh, dass es endlich los geht“, sagt Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch. „Wir brauchen Gewerbeflächen in Trittau und wollen die Altlasten beseitigt haben. Gewerbeflächen sind in Trittau kaum noch vorhanden.“ Die Gemeinde sei an den Kosten beteiligt und habe einen Teil bereits bezahlt. „Durch die Fördermittel ist es jetzt auch für Trittau günstiger geworden“, sagt Mesch.

 Bettina Albrod

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