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Stormarn E-Mobilität: Neue Ladesäule auf dem Exer
Lokales Stormarn E-Mobilität: Neue Ladesäule auf dem Exer
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21:52 16.10.2017
In Bad Oldesloe weiht Prokurist Manfred Priebsch die neue Ladesäule der Vereinigten Stadtwerke auf dem Exer ein.
Bad Oldesloe

13000 Euro hat die Säule samt Installation auf dem Parkplatz gekostet. Angenommen, ein Elektroauto würde hier 20 KW laden, wurde die „Tankfüllung“ 5,50 Euro kosten bei einem Preis von 27,5 Cent pro Kilowattstunde. 2364 Ladungen wären also nötig, um nur den Umsatz der Investition zu erwirtschaften. Illusorisch bei aktuell drei Ladungen die Woche im Schnitt. „Geld lässt sich damit momentan nicht verdienen“, sagt Priebsch ganz klar. Es sei eine Investition in die Zukunft, E-Mobilität werde eine Rolle im Markt spielen. Doch zunächst müsse die Infrastruktur geschaffen werden, damit sich die Verbraucher ein Elektroauto anschaffen. Wer sein Auto nicht aufladen kann, der kauft auch keines.

Die ersten Autos wurden an der neuen E-Ladesäule auf dem Exer in Bad Oldesloe schon geladen. Es ist die siebte „Stromtankstelle“ der Vereinigten Stadtwerke GmbH. „Eine Investition in die Zukunft“, sagt Prokurist Manfred Priebsch. Geld verdienen lässt sich damit kaum.

Stromtankstellen

34 Ladesäulen sind derzeit im Kreis öffentlich zugänglich. Drei davon in Bad Oldesloe mit ingesamt sechs Anschlüssen. In Reinfeld sind es sogar elf Steckdosen. Eine Karte mit den bekannten Standorten ist im Internet einsehbar unter www.goingelectric.de.

157 reine Elektroautos sind derzeit in Stormarn zugelassen, wie die Zulassungsstelle des Kreises auf LN-Nachfrage mitteilte. Im Vorjahr waren es 114. Ein kleiner Zuwachs. Bei den Fahrzeugen insgesamt, die extern geladen werden können, also auch Hybriden, sind aktuell 245 Autos in Kreis unterwegs. Im Vorjahr waren es 231 und im Jahr 2015 sogar mehr als heute: 313. Der Stormarner ist offenbar kein Fan von E-Mobilität.

Kein Wunder, die Technik hat ihre Macken. Die Reichweite, besonders im Winter, ist nicht berauschend, die Infrastruktur ausbaufähig. Nur 34 öffentliche Ladestationen sind dem Kreis bislang auf Stormarner Gebiet bekannt.

Vor eineinhalb Jahren startete die in Ratzeburg ansässigen Vereinigte Stadtwerke GmbH mit den ersten Ladesäulen in Mölln und Ratzeburg (Kreis Herzogtum-Lauenburg). Inzwischen sind es sieben, zwei davon auf Stormarner Gebiet. Neben der Säule auf dem Exer steht eine weitere auf dem Bad Oldesloer Betriebsgelände in der Lübecker Straße, jeweils mit zwei 22-Kilowatt-Anschlüssen. Zudem sei man mit der Stadt im Gespräch für einen weiteren Standort am Bahnhof, sagt Priebsch.

Die Bedienung der Säulen läuft über eine Ladekarte. Sie schaltet automatisch eine der beiden Steckdosen an der Ladesäule frei und verriegelt den eingesteckten Stecker. „Damit den keiner rausziehen kann“, erklärt Priebsch. Ein Smiley taucht im Display auf, wenn der Ladevorgang läuft. Im Idealfall, wenn die Technik auf beiden Seiten passt, sei das E-Auto in einer Stunde aufgeladen.

Die Abrechnung erfolge dann über die Stromrechnung, erklärt Priebsch. Dafür haben sich die Stadtwerke dem Verbund Ladenetz.de angeschlossen. Die Karte funktioniert also auch in anderen Städten mit unterschiedlichen Betreibern. Insbesondere in Hamburg gibt es zahlreiche kompatible Ladestationen. Eine Übersicht ist unter www.ladenetz.de einsehbar.

Mit 35 ausgegebenen Ladekarten durch die Stadtwerke ist der Kundenstamm übersichtlich. „Die meisten laden ihre Autos zu Hause an der Steckdose“, meint Priebsch. Damit das Ladenetz aber ausgelastet wird, müssen mehr E-Autos auf die Straßen. Im Moment allerdings sei die Modellpalette noch recht „schmal“, findet auch Priebsch. Doch er ist zuversichtlich: „Da tut sich was bei den Herstellern.“

 Nadine Materne

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