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Stormarn Edles aus Schrott, Ton und Glas
Lokales Stormarn Edles aus Schrott, Ton und Glas
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20:50 07.06.2017
Diese Metallkugel stammt aus der Werkstatt des Hamburgers Reinhard Sauer. Quelle: Fotos: Hfr/dvd
Bad Oldesloe

Rotbunt – Landwirte wissen mit diesem Adjektiv auf Anhieb etwas anzufangen. Wohlgeformtes Fleckvieh baut sich vor ihrem geistigen Auge auf. Mit Assoziationen wie dieser spielt Dieter Geike gern, wenn er seinen Kunstwerken Namen gibt. „Es war die Doppeldeutigkeit des Begriffs, die mich gereizt hat“, erzählt der Oldesloer Mosaikkünstler.

Kneedener Kunsttage: Dieter Geike zeigt Arbeiten von Gastkünstlern und eigene Werke.

Für seine farbenprächtigen Lichtsäulen, die paradiesische Landschaften oder abstrakte Motive erstrahlen lassen, ist Dieter Geike weit über Stormarns Grenzen bekannt. „Ich brauche Abwechslung. Wenn ich eine Zeitlang figürliche Mosaike nach einer bestimmten Idee entwickelt habe, brauche ich die freie Arbeit und lasse es fließen, ohne dass der Intellekt sich einmischt“, erklärt er.

Sattsehen kann man sich an den leuchtenden Stelen indes nicht. Sie üben eine starke Faszination auf den Betrachter aus, weshalb Liebhaber der Mosaikkunst Geike gern in seiner Werkstatt am Kneeden besuchen. Wer seine abstrakte Kreation „Rotbunt“ auf sich wirken lassen will, hat am kommenden Wochenende Gelegenheit dazu. Und nicht nur das: Zu seinem offenen Atelierstag hat Geike wieder befreundete Künstler aus dem Norden eingeladen, so dass Besucher eine sehr vielfältige Werkschau erleben können.

Geikes bevorzugtem Genre am nächsten steht Designerin Monika Seif aus Hamburg. Sie schmückt nicht nur Möbel, Lampen oder Skulpturen kunstvoll mit Mosaiksteinen, sondern hat recht ungewöhnliche Objekte im Gepäck: Torsi mit weit vorgewölbtem Bauch. Diese Kreationen ergaben sich aus dem Umstand, dass Schwangere ihren Bauch in Gipsform verewigt haben wollten und die Designerin mit einem Abdruck beauftragten. Die eingearbeiteten Steine verleihen den Körpern etwas Edles.

Gespannt darf man auch auf Oliver Naus Mitbringsel sein. Der aus Schattin stammende Holzbildhauer arbeitet ganz rustikal mit der Kettensäge, vermag aber trotz dieses eher groben Werkzeugs beeindruckende Plastiken zu zimmern. Auf seinem Hof liegt ein von Nau geschaffener überdimensionaler Wellensittich auf dem Rücken, daneben steht ein Mädchen mit Zwille. „Ich musste so lachen, als ich das gesehen habe, da wusste ich gleich, ihn musst du einladen“, sagt Geike. Am Sonnabend und Sonntag ist Nau mit bizarren Masken im Kneedener Atelier vertreten.

Wer Jürgen Wulfs Katze sieht, ist verleitet zu glauben, dass sie aus Speckstein, Onyx oder ähnlichem Material gefertigt wurde. So seidig und anmutig schimmernd wirkt die Figur, dass Keramik zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Wulf ist ein wahrer Experte in Sachen Oberflächenveredlung. Und so erinnern seine Skulpturen, die er zeigt, eher an Stein oder Metall als an Getöpfertes.

Den Hamburger Reinhard Sauer lernte Geike auf der „Stormart“ im vergangenen Jahr kennen. „Er schweißt aus alten Metallteilen Skulpturen zusammen. Da es hierzulande kaum noch Material gibt, fährt er in ganz Dänemark Bauernhöfe ab“, erzählt Geike. Die Fundstücke setze er dann zu ganz neuen Gegenständen zusammen.

Schreibgeräte aus erlesenen Hölzern steuert Geikes Nachbar, Wolfgang Jansen, zur Ausstellung bei. Er zeigt zudem, wie die Schmuckstücke an seiner Werkbank entstehen. Last, not least ist auch Mathias Offner mit von der Partie. Er sammelt Didgeridoos und wird auch Kostproben vom Klang des exotischen Instruments geben.

2. Kneedener Kunsttage: 10. und 11. Juni von 10 bis 11 Uhr in Dieter Geikes Atelier, Kneeden , in Bad Oldesloe.

Dorothea von Dahlen

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