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Stormarn Ehrenfriedhof Klein Wesenberg wird aufwendig saniert
Lokales Stormarn Ehrenfriedhof Klein Wesenberg wird aufwendig saniert
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22:09 17.10.2017
Dutzende Findlinge mit Inschrift erinnern an die gefallenen Soldaten der Weltkriege aus der Region. Einige sind kaum noch lesbar, andere zugewachsen.

Ursprünglich hatte die Gemeinde die Idee, die 180 Gedenksteine auf dem Ehrenfriedhof in Eigenregie zu sanieren. Geschätzte 30000 Euro wurden dafür in den Haushalt eingestellt, erklärt Roald Wramp vom Amt Nordstormarn. Dann aber konnte die Gemeinde bei der Aktivregion Holsteins Herz Fördergelder von EU und Land einwerben, um den Ehrenfriedhof hinter der Kirche grundlegend umzugestalten.

Der über 100 Jahre alte Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten der Weltkriege in Klein Wesenberg soll saniert werden. Das 74000 Euro teure Projekt wird von der Aktivregion mit EU-Mitteln gefördert. Die Gemeinde hat den dafür notwendigen Nachtragshaushalt verabschiedet.

Auch die Orte Barnitz, Westerau und Trenthorst beteiligen sich nun an dem Projekt, berichtet Bürgermeister Herbert David. Das habe man so vereinbart, immerhin würden auch der Gefallenen aus diesen Orten gedacht.

74000 Euro soll die Maßnahme kosten, mit der noch in diesem Jahr begonnen werden soll. Dafür musste die Gemeindevertretung den Haushalt anpassen. Doch es gibt eine großzügige Förderzusage: Knapp 42700 Euro steuert die Aktivregion Holsteins Herz aus EU-Mitteln dazu, das sind 70 Prozent der förderfähigen Kosten.

„Das ist eine riesige Anlage“, sagt David. Entstanden 1920 und nach dem zweiten Weltkrieg erweitert. Wie auf einer Perlenkette aneinandergereiht schlängeln sich die vielen Findlinge in Gedenken an die Soldaten am Rand des Ehrenfriedhofs entlang. Ein großes Holzkreuz ragt in der Mitte der Wiese in die Höhe. In Reihen und Kreisen bilden weitere Steine unregelmäßige Muster. Namen und Rang der Gefallenen sind auf den Steinen eingraviert, dazu Herkunft und der etwaige Sterbeort. Auf einigen Steinen sind die Daten kaum noch erkennen. Insbesondere die flachen Findlinge sind mit Bewuchs bedeckt, andere unter Sträuchern versteckt. Sie sollen im Rahmen der Maßnahme nun gesäubert und restauriert werden.

Neben diesen umfangreichen Restaurierungsarbeiten soll es auch eine inhaltliche Überarbeitung der Kriegsgeschichte geben. „Den Steinen ein Gesicht geben, heißt das Projekt“, erklärt Bürgermeister David. Anfänge mit der Beruflichen Schule Bad Oldesloe hat es bereits gegeben. Die Schüler der Klasse EG 16 setzen sich mit der Geschichte der Weltkriege anhand von konkreten Einzelschicksalen wissenschaftlich auseinander. Sie recherchieren zu den Gefallenen, sprechen mit Hinterbliebenen, erklärt David. Die Ergebnisse sollen dann auf Tafeln zu den Steinen gestellt werden.

So bietet die Gedächtnisstätte nach der Restaurierung auch anderen weiterführenden Schulen die Möglichkeit, sich über die Geschichte zu informieren, begründet die Aktivregion Holsteins Herz ihr Engagement in dem Projekt. Zudem soll die Gedenkstätte hinter der Kirche aufgewertet und barrierefrei werden.

 Von Nadine Materne

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