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Stormarn Ein Eiszeit-Museum für das Ahrensburger Tunneltal?
Lokales Stormarn Ein Eiszeit-Museum für das Ahrensburger Tunneltal?
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19:02 03.03.2016
August 2015: Mirjam Briel (v. l.), Siegmar Burkhardt und Kai Brötzmann benutzen ganz feines Gerät, um den Boden zu untersuchen.

„Denkbar sind ein Museum, ein Schauraum, ein Erlebnisort oder alternativ ein Konzept für einen ,Natur- und Kulturweg‘ von Ahrensburg nach Hamburg, der die Regionen verbindet, in denen Funde der ,Ahrensburger Kultur‘ und der ,Hamburger Kultur‘ gemacht worden sind“, so die Ausschussvorsitzende Sigrid Kuhlwein. Der Antrag gehe auf eine Anregung des ehemaligen Kreiskulturreferenten Johannes Spallek zurück.

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Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein präsentiert einen der Knochenfunde aus dem Tunneltal.

Rückblick

Als Ahrensburger Kultur bezeichnet man eine Kultur spezialisierter Rentierjäger der ausgehenden Altsteinzeit zwischen circa 10760 bis circa 9650 vor Christus.

In einer von Alfred Rust bei Ahrensburg ausgegrabenen Siedlung im Stellmoor fand man charakteristische Steingeräte, Pfeilspitzen und Geweih-Artefakte.

 Quelle: wikipedia

Das Ahrensburger Tunneltal gilt als einmalige Fundstätte für den Nachweis eiszeitlicher Rentierjäger. Der Hobby-Archäologe Alfred Rust hatte in den 1930er-Jahren als Erster nachgewiesen, dass vor 15000 Jahren zwischen Ahrensburg und Meiendorf Rentierjäger als Nomaden gejagt haben. Zahlreiche Knochenfunde sowie Werkzeuge aus Rentiergeweihen und Flintstein belegen, dass das Gelände ein ergiebiges Fundgebiet ist. Zuletzt war die archäologische Bedeutung des Tunneltals im Rahmen der Voruntersuchung für den Bau der S 4 bestätigt worden. „Die Archäologen vermuten noch viele Funde in dem Gebiet“, sagt Sigrid Kuhlwein.

„Inhaltlich wäre das Gebiet eine Aufwertung allemal wert“, erklärt Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. „Da ruht ein Schatz. Die archäologischen Funde sind etwas ganz Bedeutendes und sicher ein Alleinstellungsmerkmal für die Region.“ Denkbar wäre für Clausen, archäologische und naturhistorische Aspekte zu verbinden. „Pläne für eine Aufwertung der Fundstätte sollten im Verbund mit Hamburg verfolgt werden“, rät Clausen, da das Fundgebiet grenzübergreifend sei und Geldgeber gefunden werden müssten. Das Projekt sei sicher lohnend, aber nicht Sache des Landesamtes.

Zu den Funden gehören die ältesten Musikinstrumente und die ältesten Kunstbeispiele Nordeuropas sowie der erste Nachweis von Pfeil und Bogen. „Grabungen gestalten sich schwierig, weil es sich beim Ahrensburger Tunneltal um sensibles Gebiet handelt“, erläutert Sigrid Kuhlwein. Eine Machbarkeitsstudie solle klären, ob ein Museum gebaut werden könne, wie hoch die Kosten wären und wer sich daran beteiligen könnte. Bislang weist eine Schautafel auf die Bedeutung der Fundstätte hin. Als Alternative komme ein archäologischer Lehrpfad als Fortsetzung des bereits bestehenden Alfred-Rust-Wanderwegs in Frage, zumal dafür keine Baumaßnahmen nötig würden, so Sigrid Kuhlwein.

Wichtig sei es, für solche Projekte Partner zu gewinnen. „In Meiendorf hat es schon mal eine Interessengruppe gegeben, die mehr aus dem Tunneltal machen wollte." Auch die Stadt Ahrensburg, die Metropolregion oder die Aktivregionen könnten mit ins Boot geholt werden. Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach hat grundsätzlich Interesse an einem Museum. „Das kann sicher nicht ins Tunneltal gebaut werden“, sagt er, „aber Ahrensburg wäre als Standort interessant. Es ist eine nachvollziehbare Idee, die Funde nicht verschwinden zu lassen, sondern zu präsentieren.“ „Ich hoffe, dass das Projekt finanzierbar wird“, sagt Sigrid Kuhlwein, „das Ahrensburger Tunneltal ist ein Alleinstellungsmerkmal und kann für einen neuen Ruf der Region stehen.“

Von Bettina Albrod

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