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Ein Film der etwas anderen Art

Bad Oldesloe Ein Film der etwas anderen Art

„Neue Kraft durch Inklusion“ – mit einem Filmprojekt will die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Neue Arbeit gGmbH eindrucksvolle Szenen aus der Arbeitswelt Behinderter zeigen. Zu Wort kommen auch Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes aus den Kreisen Stormarn und Segeberg.

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Stellten den neuen Film im Kino vor und hielten für die Besucher auch Popcorn bereit: (v. l.) Stephan Ekhoff (Awo Neue Arbeit), Janna Dorn, Amrei Onnasch, Birgit Gerber (Awo-Kita Bargteheide), Sophia Machairas und Dirk Latza (alle Integrationsfachdienst Stormarn und Segeberg).

Quelle: Foto: M. Thormählen

Bad Oldesloe. Der Videojournalist Ralf Kaiser hat fünf Arbeitnehmer jeweils einen Tag lang durch ihr Arbeitsleben begleitet und dabei Interviews mit den Betroffenen sowie deren Chefs und Kollegen geführt. „Man erfährt, wie wir gemeinsam einen inklusiven Arbeitsmarkt schaffen können und welche große Bedeutung dieser für die Gesellschaft hat“, betonte Stephan Ekhoff, Bereichsleiter für Arbeit und Beschäftigung bei der Awo Neue Arbeit. Er stellte zusammen mit weiteren Mitarbeitern der gemeinnützigen Gesellschaft sowie des Integrationsfachdienstes das neue Projekt in Bad Oldesloe vor. Der Film feierte jetzt seine Premiere im Oho-Kino an derHamburger Straße.

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Das Filmprojekt wurde auch von der Aktion Mensch gefördert. Der Film kann auf der Projektseite www. awo-neuearbeit.de/film angesehen werden. Weitere Infos, auch für Firmenchefs, gibt es bei Stephan Ekhoff, Awo Neue Arbeit in Ahrensburg, Telefon 04102/211526 oder Mail sekhoff@awo-neuearbeit.de.

Als außerordentlich gut bezeichnete Amrei Onnasch vom Integrationsfachdienst die Zusammenarbeit mit den beiden Kreisverwaltungen in Stormarn und Segeberg: „Die Kreise engagieren sich ja auch als Träger der Werkstätten für Behinderte.“ Und die Leiterin des Awo-Kindergartens Eichenweg in Bargteheide, Birgit Gerber, wies auf ein Beispiel für eine gelungene Inklusion hin: „Wir haben eine Hilfskraft eingestellt, die in der Gruppenarbeit aktiv ist.“ Damit könnten Erzieherinnen und Erzieher bei ihren Aufgaben wirkungsvoll unterstützt werden.

Der Übergang von der Schule in den Job – das ist nach den Erfahrungen der wichtigste Schritt, um Behinderte erfolgreich in die Berufswelt zu integrieren. „Wir sprechen die Betriebe ganz gezielt an, wenn wir der Meinung sind, dass ein Mitarbeiter zu ihnen passen könnte“, so Stephan Ekhoff. Der Einstieg über ein Praktikum stehe dann an erster Stelle. Wichtig wäre es deshalb, wenn noch weitere Unternehmen in Stormarn und Segeberg Praktikumsplätze anböten. „Da sollte es viel Zeit geben, um im Berufsleben etwas auszuprobieren“, betonte Stephan Ekhoff.

Angesichts der außerordentlich guten Situation am Arbeitsmarkt mit einer zurzeit geringen Arbeitslosenquote – und da rangiert Stormarn landesweit ganz vorn – gebe es bei Firmenchefs immer größere Anreize, auch Behinderten die Chance auf einen Job zu eröffnen. Dass damit allerdings nicht getan sei – darüber sind sich die Beteiligten im Klaren: Behinderte müssten weiterhin individuell gefördert und qualifiziert werden.

„Die Arbeitgeber sollten auch akzeptieren, dass die Betroffenen nicht wie andere Beschäftigte zu 100 Prozent ihre Leistungen erbringen können“, warb Amrei Onnasch um Verständnis. Es gebe allerdings teilweise Gehaltszuschüsse oder auch finanzielle Hilfen, wenn besondere Arbeitsgeräte angeschafft werden müssten.

Als ein gutes Beispiel, wie bestehende Vorurteile über Bord geworfen werden können, gilt in „Neue Kraft durch Inklusion“ der Einstieg in den Job durch einen jungen Mann, der für ein Hotel in Stormarn tätig ist. In dem Film wird gezeigt, dass der Behinderte zunächst im Lager arbeitete, später dann in den Gartenbereich wechselte und sich jetzt wohlfühlt. Und seine Chefin wird mit den Worten zitiert: „Wir haben ihn kennengelernt, und er passt gut ins Team.“ Die sei eine gelungene Inklusion. „Arbeitgeber erkennen das nach einiger Zeit“, hat Amrei Onnasch festgestellt. Die Bemühungen, die auch von dem Film gefordert würden, seien oft von Erfolg gekrönt – mehr als jeder zweite Behinderte kehre nach einem Praktikum mit einem Arbeitsplatz zurück.

Michael Thormählen

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