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Stormarn Ein Förster kommt, ein Förster geht
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18:15 12.06.2018
Michael Hansen (r.) übergibt die Försterei Hahnheide an Dirk Prigge, Foxterrier „Pia“ das Körbchen an Dachsbracke „Cleo“. Quelle: Foto: B.albrod
Trittau

„Ich hatte Glück, dass ich trotz aller Strukturreformen 35 Jahre in derselben Försterei bleiben konnte“, bilanziert Hansen. Von einst 59 Förstereien im Land sind 31 übrig geblieben, elf Forstämter wurden zu einem zusammengefasst. Doch die Försterei Hahnheide in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Land blieb bestehen. In dem Backsteinhaus von 1887 wuchsen die beiden Töchter von Hansen auf, der regelmäßig damit beschäftigt war, für die Heizung Holz zu hacken. Holz beschäftigte den Förster sein Berufsleben lang auch vor dem Haus.

„Die Försterei Hahnheide umfasst insgesamt 1400 Hektar Wald“, sagt Hansen, „davon sind 320 Hektar Naturwald.“ Der wird weitgehend sich selbst überlassen. Die Försterei habe Glück gehabt, dass die Stürme in den vergangenen Jahren nie größeren Schaden angerichtet hätten, sagt Hansen, und auch der Borkenkäfer hält sich zurück, auch wenn er in den Startlöchern sitzt. „Die anhaltende Trockenheit, die wir seit Wochen haben, begünstigt die Vermehrung“, sorgt sich Hansen. „Da muss man aufpassen.“ Rund eine halbe Million Bäume hat er durch Saat und Pflanzung in seiner Amtszeit gepflanzt. „Ich freue mich, dass ich nach 35 Jahren auch die Ernte einholen kann.“

Denn ein Wald ist ein Wirtschaftsunternehmen, und es ist vielseitig. „Ökologisch sind Tiere und Pflanzen zu hegen und zu pflegen, als Naherholungsgebiet hat der Wald Freizeitwert für Menschen, und ökonomisch muss die Holzernte ertragreich sein, um die Arbeit finanzieren zu können“, sind sich Prigge und Hansen einig. Ziel war und ist es, den Wald für den Klimawandel fit zu machen. Um zu beobachten, ob saurer Regen fällt, hatte Hansen seit den 80er-Jahren eine Niederschlags-Auffangstation auf dem Dach der Försterei. Heute wird das per Computer gemessen. „Wir sehen den Klimawandel an den Bäumen nicht“, so sein Fazit, „allerdings beobachten wir, dass Buchen alle zwei bis drei Jahre Früchte tragen, früher war das nur alle neun Jahre der Fall.“ Bäume reagierten auf Stress mit Früchten, das könnte ein Anzeichen für Veränderung sein.

Auch die Tiere des Waldes liegen Hansen am Herzen, und manchmal hatten sie Familienanschluss. „Einmal haben wir einen Frischling am Zaun gefunden und mit der Flasche groß gezogen. Wutzi ging immer mit mir in den Wald wie ein Hund, und er hat mit den Kindern zusammen im Planschbecken gebadet oder sich in der Küche was zu essen geben lassen.“ Auch der Waldkauz Theophil, der im Dach brütete, hatte ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu Hansens. „Uhu, Kranich und Seeadler brüten wieder im Gebiet“, hat Hansen beobachtet, „das sind mittlerweile keine seltenen Vögel mehr.“ Sechs verschiedene Fledermausarten sind beobachtet worden, und Hansen freut sich, dass er einen gut bestellten Wald an Prigge übergeben kann.

Der freut sich auch, denn Förster war von Kindheit an sein Berufswunsch. Nach Lehre, Zivildienst und Studium der Forstwirtschaft arbeitete der 37-jährige zunächst als Holzfäller, dann als Standortkartierer im Bereich Bodenbestimmung. „2016 habe ich zu den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten gewechselt und jetzt hier die Stelle bekommen“, sagt er. „Ich wollte immer schon Förster werden.“ Seit 1. Juni ist er offiziell für die Försterei Hahnheide zuständig, die gerade umgebaut wird, damit der Förster mit Frau und Tochter und Hund Cleo einziehen kann. „Ich will die Hahnheide durch einen gesunden Mischwald fit für den Klimawandel machen“, plant er, „er soll ein Heim für Pflanzen, Tiere und Menschen bleiben. Hier ist ein multifunktionales Waldgebiet.“ In dem läuft er auch in seiner Freizeit gerne herum. „Ich bin am liebsten in der Natur.“

Von Bettina Albrod

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