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Stormarn Ein Grundstück fürs stationäre Hospiz
Lokales Stormarn Ein Grundstück fürs stationäre Hospiz
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20:57 03.08.2015
Sabine Tiedtke auf dem idyllischen Grundstück am Schwarzendamm. Das Areal wird der Stadt im Tausch gegen ein Grundstück am Sandkamp angeboten, wo das Hospiz entstehen soll. Quelle: Matzen
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Bad Oldesloe

Sabine Tiedtkes großer Traum vom stationären Hospiz in Bad Oldesloe rückt in greifbare Nähe. „Die Stadt hat uns ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück am Sandkamp in Aussicht gestellt“, freut sich die Vorsitzende des Vereins Lebensweg. Das könne man im Tausch gegen ein anderes Grundstück, das eine Ahrensburger Spenderin dem Verein am Schwarzendamm geschenkt hatte, bekommen. „Ursprünglich hatten wir die Idee, das stationäre Hospiz am Schwarzendamm zu errichten. Aber die 5500 Quadratmeter große Fläche liegt außerhalb des Siedlungsgebietes. Laut Bebauungsplan sind dort nur Kleingärten vorgesehen.“ Stadt und Land hätten das geprüft: Von rechtlicher Seite habe es dort keine Möglichkeit gegeben, den Flächennutzungsplan zu ändern. Umso mehr freut sich die gelernte Krankenschwester, dass die Hospizpläne mit dem neuen Standort nun sehr konkret werden.

Ein Wertausgleich müsse noch mit der Stadt verhandelt werden — „über eine mittelhohe sechsstellige Summe“, aber auch hier hat Tiedtke bereits eine Lösung: „Wir haben zwei größere Stifter, mit denen wir das Grundstück kaufen können“, teilt die Lebensweg-Vorsitzende mit.

2,5 Millionen Euro benötigt der Verein insgesamt für das Grundstück und das geplante Hospiz-Gebäude mit zehn Plätzen. Um das Projekt für die Zukunft auszurichten, plant die Hospiz-Initiatorin, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Eine Stiftung biete viel Sicherheit. „Damit wird deutlich: Mein Geld ist gut aufgehoben. Mit Hilfe einer Stiftung kann das Hospiz auch noch in 100 Jahren bestehen — weil eine Stiftung sehr nachhaltig und ganz unabhängig von meiner Person ist.“ Zudem würden Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen durch Steuervorteile für Stifter und Spender begünstigt.

„Abzugsfähig sind Spenden bis zu einer Million Euro“, erläutert Tiedtke. Spenden für gemeinnützige Vereine seien dagegen einkommensabhängig. Bis zu 20 Prozent seines zu versteuernden Einkommens kann man beim Finanzamt geltend machen. „Wir werden natürlich auch Anträge auf Fördergelder stellen“, so Tiedke.

Insgesamt ist Sabine Tiedtke sehr glücklich über das, was sie bisher auf die Beine gestellt hat. Vor sechs Jahren, als sie die Ausbildung zur Pflegedienstleiterin absolvierte, hatte sie erstmals die Vision vom stationären Hospiz in Bad Oldesloe — sie wollte ein Haus bauen, in dem der Tod und das Sterben Teil des Lebens wird. „Seitdem hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Ich wusste, dass das meine Aufgabe im Leben ist“, erinnert sich die Oldesloerin. Seitdem fügt sich für die 52-Jährige das Puzzle Stück für Stück zusammen. Im Februar vor zwei Jahren wurde der Verein Lebensweg gegründet.

„146 Fördermitglieder haben wir mittlerweile. Jeder bringt sich auf seine Art ein — einer hat Geld, der nächste hat gute Ideen, ein anderer hat Zeit. Das ist das Tolle, dass wir gemeinsam etwas Gutes, Großes und Ganzes werden“, schildert Tiedtke. Wie großartig das sei, was hier realisiert werde, würde allen erst richtig bewusst werden, wenn das Gebäude stehe. „Einen Zeitplan haben wir nicht, wir gehen Schritt für Schritt vor. Aber es wäre super schön, wenn das Hospiz in zwei Jahren fertig gestellt sein könnte.“

Dass sich Sabine Tiedtke mit so viel Engagement für ein stationäres Hospiz einsetzt, hat sich mittlerweile herumgesprochen — sogar bis zum Bundespräsidenten. Joachim Gauck hat der Oldesloerin eine Einladung zum Sommerfest geschickt — am 11. September ins Berliner Schloss Bellevue. Sie ist schon gespannt, was sie dort erwartet.

Oldesloer laufen für den Lebensweg
Staffellauf für einen guten Zweck: Am 29. August veranstaltet der Club Spiridon den Stadtlauf in Bad Oldesloe. In diesem Jahr unterstützt der Vorstand des Clubs Spiridon die Idee des stationären Hospizes und spendet daher die Staffelstartgelder für den Verein Lebensweg. Gesucht werden jetzt noch Staffeln, die die 620 Meter lange Runde durch die Innenstadt laufen.
Das können Schüler, Kollegen, Familien, Nachbarn oder Freunde sein. Jede Staffel besteht aus vier Läufern, die Startgebühr pro Staffel beträgt 20 Euro. Gestartet wird am 29. August um 18.15 Uhr.



• Anmeldungen bis zum 23. August unter www.spiridon-oldesloe.de

Britta Matzen

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