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Trittau Ein Mann mit vielen Interessen und Kontakten

Er ist einer von denen, die Handschlagqualitäten haben, einer, auf dessen Wort man sich immer verlassen kann.

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Der Sparkassenmann: Am 1. April 1963 hat Bernd Geisler (69) seine Ausbildung bei der Sparkasse Stormarn – mittlerweile Sparkasse Holstein – begonnen. Bis heute arbeitet er bei dem Unternehmen.

Quelle: Fotos: Kks/archiv

Trittau. Er ist einer von denen, die Handschlagqualitäten haben, einer, auf dessen Wort man sich immer verlassen kann. Einer, der viel für die Gemeinde Trittau und seine Einwohner getan hat und noch tut: Bernd Geisler (69). Wegen seiner Verdienste soll der ehemalige Gemeindevertreter und Vorsitzende des Trittauer Schulverbandes zum Ehrenbürger ernannt werden. Das beschlossen die Gemeindevertreter auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause.

LN-Bild

Er ist einer von denen, die Handschlagqualitäten haben, einer, auf dessen Wort man sich immer verlassen kann.

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Bernd Geisler ist stolz auf diese besondere Auszeichnung. „Ich finde das klasse“, erklärt er. „Es ist eine Anerkennung für das, was ich gemacht habe. Das ist eine ganz besondere Würdigung meiner Arbeit.“ Er ist stolz, aber bleibt doch auf dem Teppich. So kennt man ihn. Geisler ist keiner, der abhebt, eher ein Anpacker. Der Ur-Trittauer erinnert sich genau, wie er in die Politik kam. „1977 wurde das Trittauer Rathaus eingeweiht. Die Einweihungsfeier für die hohen Herren war im Saal und unten im Sand vor dem Rathaus konnte das Volk feiern. Das hat mich damals echt geärgert.“ Geisler, schon damals ein Mann klarer Worte, äußerte seinen Unmut gegenüber dem Amtsvorsteher und der machte ihm gleich klar: „Wenn du etwas verändern willst, werde politisch aktiv.“ Die Kommunalwahl kam und Geisler trat an. „Damals musste man sich richtig bewerben“, erinnert er sich an seine Anfänge bei der CDU.

35 Jahre war er politisch aktiv, vier Jahre als bürgerliches Mitglied, 31 Jahr als Gemeindevertreter. Eine lange Zeit. Diese Zeit will er nicht missen, aber „ich bin froh, dass ich nicht mehr aktiv bin. Denn heute nehmen die Diskussionen um Themen Ausmaße an, dass man verzweifelt. Wir haben früher auch diskutiert, keine Frage, aber dann musste auch ein Abschluss her, Punkt.“

Geisler, der mit seinen 69 Jahren noch immer bei der Sparkasse Holstein arbeitet – 19,5 Stunden pro Woche, „aber ich gucke nicht auf die Uhr“ – glaubt, dass eine Zeit kommen wird, „in der man keine Menschen mehr finden wird, die sich politisch betätigen wollen“. Die Zeiten hätten sich geändert. In seiner Zeit als Schulverbandsvorsteher sei er einfach selbst nach Kiel gefahren und hätte die Sachen geregelt. „Das hat geholfen, beim Anbau der Grundschule beispielsweise.“ Aber auch der Bau des Blauen Hauses, der Mensa- und der Erweiterungsbau des Gymnasiums konnten in seiner Amtszeit umgesetzt werden. „Wir haben auch das Gymnasium übernommen. Das war richtig so. Ich habe für die Schulen und die Schüler das erledigt, was wichtig war, was erforderlich war. Man kann einfach keine Schule verfallen lassen.“ Oder gar kleinkariert sparen. „Die Schüler sind unsere Zukunft. Ich muss an anderen Stellen sparen, wenn es nicht anders geht.“ Zur andauernden Diskussion um den Bau des zweiten Blauen Hauses will Geisler sich nicht äußern, sieht aber beispielsweise die Sanierung des Freibades, die immerhin mehr als 1,7 Millionen Euro kostet, als reines „Luxus-Ding“ an. „Wir müssen uns doch fragen, ob wir uns das leisten können.“ Zumal die Gemeinde pro Jahr schon 300 bis 400000 Euro zubuttern müsste, weil das Schwimmbad gar nicht kostendeckend zu betreiben sei. „Ich würde Busse mieten. Die würden zum Schwimmbad am Großensee fahren, hin und zurück, das hätte ich gemacht“, erklärt Geisler, der eben der Mann für die praktischen Lösungen ist. Und der in seinem Leben auch immer darauf gesetzt hat, „viele Leute zu kennen“.

Das hat ihm auch bei seinem Lieblingsverein geholfen: dem HSV. Seit 1957 ist das sein Verein, mit seinem Vater reiste er damals nach Hannover, um das Meisterschaftsspiel Borussia Dortmund/HSV zu sehen. Trotz der Niederlage, die Borussen gewannen 4:1, schlug sein Herz künftig nur noch für die Hamburger. Und da Geisler jeden freiheraus anschnackt, holte er die Fußballschule von Manni Kaltz nach Trittau, gründete den HSV-Freundeskreis, hatte schon Uwe Seeler, Holger Hieronymus oder auch Horst Hrubesch an seiner Seite. HSV-Präsident Dietmar Beiersdorfer „ist ein Duz-Freund von mir“.

Geisler lacht, über so etwas freut er sich.

Und er freut sich immer wieder darüber, wenn er etwas Gutes tun kann: Wenn in seiner Scheune gefeiert wird, will er keine Geschenke. Dann sammelt er „gefüllte Umschläge ein“, wie er erklärt. Und da kommt viel Geld zusammen, für die Tafel, für Jugendmannschaften des TSV Trittau, die Badmintonabteilung oder für Flüchtlinge. Auch dafür ist es eben gut, viele Leute zu kennen.

Der sechste Ehrenbürger der Gemeinde

Bernd Geisler ist die sechste Person, die zum Ehrenbürger der Gemeinde Trittau ernannt wird. Vorher wurden schon Johannes Reibnitz (1953), Otto Hergenhan (1982), Kurt Arnold (1996), Otto Bentien (1997) und Johanna Lange (2010) die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Das Land hat den Trittauer 2011 mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel ausgezeichnet. Diese Nadel verleiht der schleswig-holsteinische Innenminister seit 2009 an Bürger, die sich um die Kommunalpolitik verdient gemacht haben. Gestiftet wurde die Auszeichnung ursprünglich am 26. Oktober 1957 anlässlich des 200. Geburtstages des preußischen Reformers und Staatsmanns Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein.

Der Trittauer ist seit 50 Jahren Mitglied im Trittauer Schützenverein. „Ich war der einzige Kreisvorsitzende der Schützen, der nie geschossen hat.“ Wenn das nicht auch nach einer Ehrung riecht . . .

K. Kuhlmann-Schultz

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