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Ein Ort der Einkehr mit prächtiger Natur

Nütschau Ein Ort der Einkehr mit prächtiger Natur

Das Dorf Nütschau ist vielen wegen seines Klosters ein Begriff – Die Bewohner versuchen die Idylle zu bewahren.

Nütschau. Wer den Namen des von prächtigem Wald und saftigen Wiesen umgebenen Dorfes in die Suchmaschine eingibt, stößt auf unzählige Einträge zum Kloster Nütschau.

Obgleich die Ordensgemeinschaft der Benediktinermönche, die sich erst 1951 im historischen Herrenhaus niederließ noch recht jung ist, genießt sie einen Bekanntheitsgrad weit über Stormarn hinaus.

23000 Besucher im Jahr gehen dort für mehrere Tage in Klausur, um zur Ruhe zu kommen, Kurse in Meditation, Entspannungstechniken bis hin zu Ikonenmalerei oder Heilfasten zu belegen, aber auch um Glaubensgespräche zu führen.

Das war nicht immer so. Der Charakter des Klosters hat sich über die Jahrzehnte stark verändert. Einst gab es noch Landwirtschaft, „den modernsten Kuhstall Schleswig-Holsteins“, wie Pater Benedikt erzählt, seines Zeichens stellvertretender Geschäftsführer des Klosters. Auch haben die Mönche lange Zeit als Militärseelsorger fungiert, da es einst viele Kasernen im Umkreis gab. Inzwischen haben sich die Akzente verschoben. Nütschau ist zur Bildungsstätte mit vielen Angeboten der Inneren Einkehr geworden. „Manchmal werde ich gefragt, ob wir überhaupt noch katholisch sind. Das Kloster ist schon sehr ökumenisch ausgerichtet – ein Ort des Friedens“, sagt der Pater.

Er und seine Mitbrüder pflegen auch den Kontakt zu den Nütschauern, laden die Nachbarschaft persönlich zum Klönen bei Kaffee, Kuchen und Wein ein. So hat sich ein Freundeskreis gebildet, der die Aktivitäten des Klosters unterstützt. Dazu gehören nicht nur Marianne Dräger, deren Familie einst Eigentümer des Gutes Nütschau war, sondern auch Eggert Timm, Hans-Jürgen Wulff und Antonius van den Nieuwendeijk. Die drei Herren engagierten sich sehr für die Verkehrsberuhigung in der Schlossstraße an deren Ende Richtung Schlamersdorf eine enge Holzbrücke über die Trave führt. Mit Erfolg, denn jetzt werden Lkw schon an der A21 mit Schildern von der Durchfahrt abgehalten. „Das hat uns viel Kraft gekostet. Wir haben ja sonst keine Unterstützung und hatten nur die Mönche als Verbündete“, erzählt Wulff. Aber die Nütschauer seien ein tapferes Völkchen, das seine Bedürfnisse auch selbst durchzusetzen vermöge. Ein Kampf gilt es aber noch auszufechten. Wulff und andere Anwohner wollen dafür sorgen, dass der Durchgangsverkehr aus dem Wiesenweg verbannt wird. „Hier zu wohnen ist aber traumhaft schön. Wenn man vor die Tür tritt, ist man gleich in der Natur, steht mit der Kuh vis-à-vis“, sagt Wulff lachend. Und sein Nachbar van den Nieuwandeijk pflichtet ihm bei.

Auch Michael Steentoft preist die herrliche Landschaft rund ums Dorf. Der stellvertretende Bürgermeister von Travenbrück, zu dem Nütschau gehört, durchstreift gern den Wald der Drägerfamilie, vorbei am Silbersee bis hin zum Brenner Moor. „Eine wunderbare Wanderstrecke“, sagt er. Und doch trauert er früheren Zeiten nach, als es noch einen richtigen Dorfkrug gab, in dem sich die Einheimischen zum Bierchen treffen und den neusten Schnack austauschen konnten. Auch das kleine Backhaus unweit der Trave, das früher ein Bäcker aus Bad Oldesloe von Zeit zu Zeit anheizte, um darin saftigen Butterkuchen herzustellen, wird seit gut zwei Jahren nicht mehr genutzt. „Dort haben wir mal ein Brückenfest veranstaltet. Das hat allen sehr gefallen. In der Gemeindevertretung haben wir schon überlegt, ob wir so etwas nicht wieder aufleben lassen sollten“, sagt Steentoft. Das täte dem Dorf sicher gut. Denn Nütschau erstrecke sich über viele Kilometer, die Häuser der 140 Haushalte lägen sehr weit voneinander entfernt, der Kontakt unter den Nachbarn deshalb schwierig. Damit die Dorfgemeinschaft nicht auseinanderbricht, gibt Steentoft übrigens eine Dorfgazette heraus mit den wichtigsten kommunalen Nachrichten. Auch die Fotos, die das Ganze illustrieren schießt der Nütschauer selbst.

Die Chronik von Nütschau gibt es jetzt übrigens in einer Neuauflage. Die LN berichten demnächst.

Dorothea von Dahlen

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