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„Ein Stück Heimat an der Trave“

LN SERIE: MEIN HERZ SCHLÄGT FÜR BAD OLDESLOE „Ein Stück Heimat an der Trave“

Manfred Brembach prägte die Kulturszene in Bad Oldesloe und verknüpfte die Musikstile miteinander.

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Manfred Brembach verbindet mit seinem Lieblingsort altes Rathaus ganz viel Aktivität und kulturelles Erwachen.

Quelle: Fotos: Susanna Fofana

Bad Oldesloe. „Ich liebe den völlig vermoderten Altarm der Trave. Er hat ein gewisses historisches Flair“, sagt Manfred Brembach. (67). Beim Blick auf den Stadtarm unterhalb der abgebrannten Moog-Villa stellt er sich dann vor, wie dort früher Wäsche oder Felle gewaschen wurden. Der alte historische Stadtkern von Oldesloe bis hin zum Heiligengeistviertel und Altem Friedhof gehört für den gebürtigen Oldesloer zusammen.

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Manfred Brembach prägte die Kulturszene in Bad Oldesloe und verknüpfte die Musikstile miteinander.

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Die Lieblingsplätze

Der alte Stadtkern, der von der Trave umgeben ist, gefällt Manfred Brembach besonders gut.

Den vermoderten Altarm der Trave unterhalb der Moog-Villa liebt er ebenfalls.

Mit dem historischen Rathaus verbindet er viel Aktivität und kulturelles Erwachen.

Die Grüne Brücke ist ein weiterer Lieblingsplatz. Die Landschaft in Richtung Fresenburg hat für Brembach eine tolle Ausstrahlung.

Er selbst ist an der Trave aufgewachsen, wo seine Mutter in der Hamburger Straße einen Spar-Tante-Emma-Laden und sein Vater ein Angelgeschäft führte. „Hier kenne ich fast jeden Winkel“, sagt Brembach, für den Bad Oldesloe entlang der Trave von der einstigen Gloria-Mühle bis zum Zusammenfluss von Beste und Trave „ein Stück Heimat“ bedeutet. Der Trave widmete der Biologe dann auch eines seiner Bücher.

„Die Trave – ein Fluss mit vielen Gesichtern“, lautet der Titel. Und wenn Brembach mal wieder einen Vortrag über das Gewässer und seine Geschichten hält, ist der Saal schnell voll. „90 Leute wollten meinen Travevortrag hören“, stellte er bei seinem jüngsten Abend im Rathaussaal fest. Seine Erfahrung: „Das Thema Trave fasziniert die Leute.“ Ein weiteres Buch dreht sich um „Tropische lebendgebärende Zierfische“, zu denen er selbst in Indonesien als Basis zu seinem Dr.-Titel forschte. In Sulawesi entdeckte der Oldesloer sogar einen bis dahin unbekannten Fisch, den dann ein anderer beschrieb, den acht Zentimeter großen Celebes-Halbschnäbler „Nomorhamphus brembachi“.

Mittlerweile hat der Oldesloer, der unter anderem als Biologe an der Uni und in der Bildungsforschung an einer Behörde arbeitete, sowie an einem Gymnasium und einer Erzieherfachschule seine Fächer Biologie, Geschichte und Soziologie unterrichtete, weniger mit Fischen zu tun. Außer, dass er den Nachwuchs im Auftrag des Landes-Sportfischer-Verbandes in Fischereischein-Lehrgängen schult.

Oldesloes kulturelles Erwachen

„Ich bin gern in der Natur“, sagt Brembach. Und so hält er sich gerne im Bereich der Grünen Brücke in Richtung Fresenburg auf. „Dort finde ich es ganz toll. Die Gegend hat eine besondere Ausstrahlung.“ Nicht alle Lieblingsplätze liegen in der Natur. Aber wieder im alten Oldesloer Stadtkern, den er so mag. Mit dem historischen Rathaus verbindet Brembach „ganz viel Aktivität und kulturelles Erwachen.“ Denn damals, als der frühere Oldesloer „Kulturpapst“ dort Musik, Kabarett und Lesungen einführte, waren solche Veranstaltungen im Rathaus noch nicht üblich.

Seit Anfang der 80er Jahre engagierte sich Brembach fast 30 Jahre lang in der ehrenamtlichen Kulturarbeit der Stadt. So gehörte er 1988 beim 750. Stadt-Jubiläum auch zu den fünf Oldesloern, die mit Silbernen Ehrenschlüsseln ausgezeichnet wurden.

Der Musik ist Manfred Brembach schon sein ganzes Leben lang verbunden. „Mit neun Jahren habe ich Geige gelernt.“ Er spielte im Schulorchester und später im Stormarner Kammerorchester. „Mit 15 habe ich meine erste Gitarre gekriegt“, erzählt er. Mit 17 Jahren war er in der ersten Band, der TMS-Schülerband „Les Enfants Terrible“. Als die Gymnasiasten in einem Club auf einer Pyjamaparty spielten und Plakate in ihrer Schule aufhängten, gab es wohl richtig Ärger. Nur zehn Jahre lebte, studierte und arbeitete Brembach in Hamburg. Dann zog er zurück in seine Heimatstadt. „Dann fing mein Leben in Bad Oldesloe überhaupt erst richtig an“, sagt er im Rückblick.

Als er 1984 das zweite Oldesloer Stadtfest erlebte, bot er sich bei der Stadtverwaltung an, den nächsten Kulturhof mit zu gestalten. Brembach war überzeugt: „Das kann man alles viel besser machen.“

Er konnte. Zusammen mit dem heute international bekannten Stormarner Künstler Gerd Bannuscher legte er beim Oldesloer Stadtfest im Jahr 1986 im Kulturhof hinter dem Bürgerhaus los.

Bannuscher stellte in den alten Garagen, die später dem Saal wichen, seine Bilder aus, Brembach kümmerte sich um ein anspruchsvolles Programm aus Kleinkunst, Zauberei, Kabarett und verschiedenen Musikrichtungen, mischte bekannte und Oldesloer Künstler.

„Die 80er und 90er Jahre waren aus meiner Sicht die kulturelle Blütezeit in Bad Oldesloe.“ Neun Mal organisierte er den Kulturhof. Und weil der Mix so gut ankam, gab es zwischendurch den Kulturhof-Extra in Festhalle oder Rathaus, bei dem denn auch der damals noch relativ unbekannte Kabarettist Harald Schmidt auftrat.

Drei besondere Kultur-Events

Gleich drei Kultur-Events organisierte Brembach 1992: im Mai den Kulturhof, im August das Kleinkunstfestival Stormarn, im September die Landeskulturtage. Besonders letztere, für die der Oldesloer in jedem Stormarner Ort etwas veranstaltete, gefielen ihm. Brembach: „Anfang der 90er war Bad Oldesloe im Kreis Stormarn führend, was Kultur und Kleinkunst angeht.“ Ob Trittauer Wassermühle oder Alte Schule Reinfeld – vieles wurde in der Kreisstadt initiiert und inspiriert. „Das war eine tolle Zeit“, sagt der Musiker.

Aus dem Kulturhof entwickelte sich die irische Konzert-Reihe „Pure Irish Drops“. Oft war die Festhalle bei den Konzerten mit 450 Besuchern ausverkauft. Organisiert wurden sie von Kulturhof-Toningenieur Florian Fürst. Der plante bei der Europatournee der irischen Profis von Skandinavien bis Südfrankreich 20 Jahre lang stets einen Konzert-Stop in Bad Oldesloe ein. Die Idee, Musik in Kneipen zu machen, brachte Brembach 1984 von einer Irland-Reise mit in seine Heimatstadt. Bei den Kreiskulturtagen setzte er sie um, ließ in jeder der damals existierenden Kneipen eine Band auftreten. Nur im Café Chaos wurde die Idee damals noch viele Jahre regelmäßig weitergeführt.

Crossover nennt sich das, was Brembach gern macht, nämlich verschiedene Musikstile miteinander verbinden. Während seine Instrumental-CDs unter dem Künstlernamen Elonia erschienen sind, steht Brembach mit irischer Musik immer noch als Séan O'Brian auf der Bühne. Wie jüngst gerade mit anderen Musikern im ausverkauften Old Esloe, wo die Idee der Musik in der Kneipe wieder auflebt.

Susanna Fofana

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