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Ein Urgestein verlässt die Badendorfer Politik

Badendorf Ein Urgestein verlässt die Badendorfer Politik

In Badendorf ist Hans-Jürgen Köhncke (78) so etwas wie ein Dinosaurier der Kommunalpolitik. 52 Jahre war er Gemeindevertreter, 40 Jahre stellvertretender Bürgermeister, zehn Jahre Bürgermeister. Donnerstag verabschiedet er sich von seinen kommunalpolitischen Weggefährten.

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Ein schwerer Schlag für Hans-Jürgen Köhnke: Vor drei Jahren ist seine Frau Hanne Lotte verstorben, mit der er 53 Jahre verheiratet war.

Badendorf. 52 Jahre sind eine lange Zeit, zumal die Kommunalpolitik nicht die einzige Beschäftigung von Hans-Jürgen Köhncke war. Er hat nicht nur den landwirtschaftlichen Betrieb und die Holsteiner-Zucht seines Vaters weitergeführt, sondern war zudem Gründungsmitglied des Wasser- und Bodenverbandes Trave, in dem er 26 Jahre als Vorstandsmitglied mitgearbeitet hat. Auch war er 33 Jahre Vorsitzender des Körbezirks Stormarn- Lauenburg. Pferdezüchter schätzten seine Erfahrung als Zuchtrichter und als Zuchtberater. Seine Dienste waren bis in Helsinki in Finnland und in den USA gefragt.

LN-Bild

In Badendorf ist Hans-Jürgen Köhncke (78) so etwas wie ein Dinosaurier der Kommunalpolitik. 52 Jahre war er Gemeindevertreter, 40 Jahre stellvertretender Bürgermeister, zehn Jahre Bürgermeister. Donnerstag verabschiedet er sich von seinen kommunalpolitischen Weggefährten.

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Hohe Auszeichnung

Die Freiherr-vom-Stein-Medaille bekam Hans-Jürgen Köhncke im Jahr 2013 verliehen. Sie vom schleswig- holsteinischen Innenminister an Bürger verliehen, die sich besonders um die Kommunalpolitik verdient gemacht haben. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Profil des Freiherrn vom Stein. pd

Wie er zur Kommunalpolitik kam? „Das war 1966. Es ging um die Trinkwasserversorgung von Badendorf. Die Gemeindevertretung hat den Punkt einfach vertagt. Das hat mich geärgert“, erzählt Hans-Jürgen Köhncke. Er war offenbar nicht der einzige Badendorfer, der sich geärgert hatte, denn im gleichen Jahr wurde die Kommunale Wählervereinigung gegründet. Hans-Jürgen Köhncke zog als Gründungsmitglied im gleichen Jahr in die Gemeindevertretung ein. 40 Jahre arbeite er ehrenamtlich als stellvertretender Bürgermeister. Das Amt des Bürgermeisters führte er schließlich von 2003 bis 2013 aus, bis ihm ein Schlaganfall einen „Schuss vor den Bug“ verpasst hat.

Mühsam hatte sich der gebürtige Badendorfer wieder zurück ins Leben gekämpft, als ihm ein Jahr später eine Operation abermals aufgezeigt hat, wo seine Grenzen sind. Kaum waren die Operationsnarben verheilt, traf ihn im gleichen Jahr der nächste Schicksalsschlag: Seine Frau Hanne Lotte, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hat, verlor nur zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest 2014 den Kampf gegen den Krebs. „Wir waren nie getrennt, haben jeden Tag miteinander verbracht“, erzählt Hans-Jürgen Köhncke traurig, der sich selbst als harmoniebedürftigen Menschen bezeichnet, der ausgleichend auf andere wirkt und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat.

Mit den Eigenschaften brachte er die richtige Voraussetzungen für die Zucht von Holsteinern mit, die sein Vater bereits 1927 begonnen hat und die sein Sohn inzwischen weiterführt. Erfolgreiche Zuchtpferde stammen aus seinem Stall. Unter ihnen ist eine Holsteiner Stute, die so heißt wie seine Heimatgemeinde: die Badendorferin. Mit der 15 Jahre alten Stute „Sarese“ und der zehn Jahre jüngeren „Diadem“ stehen noch zwei Pferde unter seiner Obhut. Den restlichen Pferdebestand versorgt sein Sohn.

Wenn Hans-Jürgen Köhncke auf die vergangenen 52 Jahre zurückblickt, kann er dies mit Zufriedenheit tun. Der Radweg von Badendorf nach Steinrade geht mit auf sein Konto. Auch sein oberstes Ziel, Badendorf mit Leben zu füllen, hat er erreicht. Doch irgendwann ist es Zeit, „Goodbye“ zu sagen, wie er seinen Bürgermeisterkollegen geschrieben hatte. Und Hans-Jürgen Köhncke betont: „Nach 52 Jahren sind Schwung und Elan nicht mehr da. Jetzt müssen Jüngere ran. Für sie mache ich den Weg frei.“

Petra Dreu

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