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Ein großes Fest unter bunten Flaggen

Reinfeld Ein großes Fest unter bunten Flaggen

Fuhrunternehmer Heinrich Rahlf hieß am Sonntag 150 Reinfelder Flüchtlinge und ihre Unterstützer zu einem großen Fest willkommen, um ihnen eine Freude zu bereiten.

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Vereint unter den Flaggen der vertretenen Länder feierten gestern Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer in Reinfeld.

Quelle: Fotos: von Dahlen

Reinfeld. Fleisch, Getränke, Besteck, Teller ... – und Flaggen. Das alles stand auf Heinrich Rahlfs Liste, als er die Vorbereitungen für das große Fest auf seinem Firmengelände in Reinfeld plante. Die großen Stoffbanner waren ihm ganz besonders wichtig, wollte er doch zeigen, dass Gäste aus den verschiedensten Ländern herzlich willkommen sind. Seine Absicht war es, den Menschen, die aus Krisengebieten stammen und im Amt Nordstormarn Zuflucht gefunden haben, eine Freude zu bereiten. Gestern nun zeigte sich der Taxi- und Fuhrunternehmer zufrieden, dass seiner Einladung über 150 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche gefolgt waren.

LN-Bild

Fuhrunternehmer Heinrich Rahlf hieß gestern Reinfelder Flüchtlinge und ihre Unterstützer willkommen.

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Beim Dekorieren wäre Rahlf beinahe ein Missgeschick passiert. „Die Flaggen von Somalia, Irak, Iran, Serbien, Afghanistan, Armenien und Tschetschenien hingen schon. Als ich die syrische aufhängen wollte, sah ich an den Gesichtern meiner Helfer, dass etwas nicht stimmte“, erzählte der Reinfelder. In der Tat war ihm die Flagge des Assad-Regimes verkauft worden, das ja viele erst in die Flucht getrieben hatte. So lief einer der Syrer schnell los und holte das Banner der Opposition.

Während sich nun gestern draußen vier Lämmer am Spieß drehten und die Kinder auf der Hüpfburg herumtobten, füllte sich drinnen nach und nach die Halle. Mit großem Hallo begrüßten die Reinfelder alle Neuankömmlinge. Es wurde gedrückt und umarmt wie es unter Freunden üblich ist. Und im Nu waren Sprachpaten und ihre Schützlinge in Gespräche vertieft. Zur Feier kamen aber auch andere ehrenamtliche Helfer aus Reinfeld wie von der Initiative InKom-Asyl, die den Flüchtlingen bei der Eingewöhnung zur Seite stehen.

„Ich habe großen Respekt vor den Helfern. Wenn alle bereit sind, ein bisschen zu teilen und mitzutun, dann kann man wirklich sagen: ’Wir schaffen das’. Uns in Deutschland geht es doch sehr gut“, sagte Rahlf. Dem pflichtete Albrecht Werner vom Bürgerverein „Asyl in Reinfeld“ bei, der sämtliche Aktivitäten der ehrenamtlichen Unterstützer koordiniert.

Ausgelassene Freude herrschte aber nicht an allen Tischen. Adelina Brukaj standen die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Heinrich Rahlf wird die Albanerin am morgigen Montag zum Flughafen bringen – notgedrungen. Ihr Heimatland gilt als sicher, weshalb ihr eine Abschiebung drohen würde, bliebe sie in Deutschland. „Sie geht aber freiwillig, obwohl ihr das sehr schwer fällt“, erklärt Albrecht Werner. Das sei alles sehr traurig, habe die älteste Tochter doch hier ihre Schulausbildung vollenden und sich bei der Polizei bewerben wollen. Ihr Onkel habe Deutschland bereits verlassen. „Dabei hätte er bei Heinrich Rahlf als Taxifahrer arbeiten können. Er hatte alle dafür nötigen Papiere schon beisammen“, berichtet der Reinfelder.

In zehn Monaten darf die Familie erneut nach Deutschland einreisen, sagt Albrecht Werner. Wenn Adelina Brukaj eine Arbeitsstelle angeboten würde, genieße sie Bleiberecht und die Ausbildung der Tochter sei gesichert. Früher habe sie als Pflegekraft gearbeitet, ein Berufszweig, für den eigentlich dringend Personal gesucht werde. Diese Aussicht ließ die 39-Jährige gestern ein wenig Mut schöpfen. Der Abschied fällt ihr dennoch sehr schwer.

Möbelspenden gesucht

Der Bürgerverein „Asyl in Reinfeld“ bittet alle, die seine Arbeit unterstützen wollen, um Mithilfe. Wie Albrecht Werner berichtet, fehlen noch allerhand Einrichtungsgegenstände und andere Dinge, um die Flüchtlinge im Ort austatten zu können. „Es fehlt an sehr vielem“, erzählt er. Gut verwendbare Möbel wie Betten oder Schränke, aber auch Hausrat würden gebraucht. Sehr wichtig seien Fahrräder, damit die Flüchtlinge mobil seien und Besorgungen in der Umgebung erledigen könnten. Wer etwas abzugeben hat, kann sich unter albrecht–werner@hamburg.de oder 0171/5337984 melden.

 Dorothea von Dahlen

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