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Stormarn Ein halbes Jahrhundert immer im Dienst
Lokales Stormarn Ein halbes Jahrhundert immer im Dienst
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18:17 16.01.2016

Was wäre aus diesem Dorf bloß ohne Herbert David geworden? Es hätte möglicherweise bis heute keinen Kreisverkehr und keine schnelle Busanbindung an die Hansestadt Lübeck. Es wäre wohl kaum so frühzeitig in den Genuss der superschnellen Glasfaser-Internetkabel gekommen.

„Er hat immer für den aktuellen Stand der Technik gesorgt“, blickt Hans-Joachim Möller auf die 18 Jahre als Wehrführer mit dem Bürgermeister und damit Dienstvorgesetzten „Herbert“ zurück. Das Lob kommt nicht von ungefähre, wisse der doch immer, wovon er rede. Und wie es scheint, hatte „Herbert“ stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Klein Wesenberger Wehr, die er selbst von 1964 bis 1983 führte, um danach als Nordstormarner Amtswehrführer den Kampf gegen lodernde Flammen aufzunehmen.

Selbst anpacken, das ist bis heute das Ding des 82-Jährigen. Gern erinnert sich Möller noch an den Tag Anfang des vergangenen Jahrzehnts, als der Bürgermeister persönlich Hand anlegte an dem Kreisverkehr, für den er sich jahrelang stark gemacht hatte. Und wie er gleich danach zu den Lübecker Stadtwerken gelaufen war, um Vollzug für deren Vorbedingung zu melden. Wollten die Klein Wesenberger einen höheren Takt an Busverbindungen zwischen ihrem Ort und der Hansestadt haben, sollten sie eine Wendemöglichkeit für die langen Fahrzeuge schaffen.

Herbert David, zäh und willensstark, hatte einmal mehr einen Erfolg für diejenigen errungen, die ihn gewählt hatten. „Wenn du wat willst, müsst du nich no Hänschen hin, sondern no Hans“, sagt er immer, wenn es schwierig wird für Klein Wesenberg.

„Wenn ihm etwas nicht passt, meldet er sich. Nicht nörgelig, sondern konstruktiv“, berichtet der heutige Feuerwehrchef. Und Henning Hochstein, Davids erster Stellvertreter, bestätigt aus nächster Nähe der Zusammenarbeit: „Ich habe Herbert als jemanden kennengelernt, der Ziele beharrlich verfolgt und nicht locker lässt zum Wohle unseres Dorfes. Immer wieder wird er bei Behörden und hochgestellten Persönlichkeiten vorstellig, um unsere Vorhaben voranzubringen.“ Hochstein war noch ein Kind, als er David kennenlernte: „Er hatte immer eine Dose Bonbons in der Tasche und war daher sehr beliebt bei meiner Schwester und mir.“

Für Kinder, das zeigt dieser Bürgermeister oft, hat er ein ganz großes Herz. Viele Eltern sind ihm dankbar, vor allem wegen seines Einsatzes für die Kindertagesstätte gegenüber der Kirche, die selbst viel Gutes von „Herbert“ erfuhr. „Zum Dorf gehört für ihn selbstverständlich auch die alte Kirche mit Friedhof und Ehrenfriedhof. Sich für das Große und Ganze einzubringen, ist heute leider nicht mehr selbstverständlich“, sagt Pastor Erhard Graf. „Dass es in Klein Wesenberg so ist, wie es heute ist, daran hat Herbert David einen sehr großen Anteil. Fast könnte man ihm dafür ein kleines Denkmal setzen. Vielleicht als Imker.“ Dieser Bürgermeister ist bekannt für seinen guten Honig. Jeder im Dorf weiß, wenn „Herbert“ nicht gerade auf einer Sitzung ist, pflegt er bestimmt seine Bienen.

Das ist dann der Privatmensch Herbert David, der auch stets zu feiern versteht und bei solchen Gelegenheiten die ganze Gesellschaft unterhalten kann. Amtsfeuerwehrchef Albert Iken hat das einmal so beschrieben: „Laut Wikipedia ist Humor die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Gelassenheit, ist die Fähigkeit, in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress. Das bist Du, Herbert.“

Nur, wenn es um Bürokraten geht, die Gesetze haarklein auslegen, „dann kann er sich aufregen“, weiß Davids Amtskollege und Amtsvorsteher Paul Friedrich Beeck. „Weil Herbert genau weiß, was wirklich für sein Dorf praktikabel und gut ist.“ Herbert David, das ist für ihn „ein echter Plattdeutscher mit Handschlag-Mentalität“.

Uwe Krog

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