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Ein starkes Team: Wenn Pferd und Reiter einander verstehen

Trenthorst Ein starkes Team: Wenn Pferd und Reiter einander verstehen

Christiane Schwarze hat sich auf Bodentraining und spanische Reitfiguren spezialisiert.

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„Frodo“, „Tana“, Christiane Schwarze und die in Deutschland gezogene spanische Stute „Meera“.

Quelle: Fotos: von Dahlen

Trenthorst. Von weitem schon stapft die Friesenstute heran und bleibt bei Christiane Schwarze stehen. „Jetzt hält sie mir extra die Schulter hin“, sagt die Pferdetrainerin und setzt an, die fette Bremse zu erlegen, die sich auf dem Hals des Tieres niedergelassen hat.

LN-Bild

Christiane Schwarze hat sich auf Bodentraining und spanische Reitfiguren spezialisiert.

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Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass die zwölfjährige „Tana“ ihre Halterin auch als Chefin betrachtet und sie in brenzligen Situationen um Hilfe bittet. Denn Kommunikation ist nicht nur unter Menschen, sondern auch im Umgang mit den großgewachsenen, aber gleichzeitig so schutzbedürftigen Fluchttieren wie den Pferden das A und O. Und diese Art der Verständigung muss erprobt und vereinbart werden. Deshalb trainiert Christiane Schwarze mit ihren Pferden zunächst am Boden, bevor sie aufsteigt und von oben so genannte Hilfen mit Schenkel oder Gewichtsverlagerung gibt. Gewissermaßen auf Augenhöhe macht sie ihren Schützlingen begreiflich, was von ihnen verlangt wird.

„Ich arbeite im Wesentlichen mit Körpersprache“, erzählt die Trenthorsterin, die Verhaltensbiologie studiert hat und als Umweltpädagogin freiberuflich an Schulen tätig ist. Meist reichten schon kleine Gesten, um sich verständlich zu machen. Das sei vielen Haltern nicht so bewusst. Sie seien viel zu grob im Umgang mit den Tieren, wenn sie nicht die erwünschte Reaktion zeigen, anstatt den Fehler bei sich selbst zu suchen. „Wenn Leute authentisch sind und glaubhaft vermitteln, was sie im Moment wollen, gehen die Pferde auch mit“, sagt Christiane Schwarze.

Sie räumt ein, dass sich natürlich auch die Vierbeiner charakterlich sehr stark unterscheiden. Während „Meera“, ihre dreijährige Stute der der spanischen Rasse Pura Raza Española (RZA) schon auf geringste Zeichen reagiert, braucht Tana schon einen deutlicheren Hinweis. „Sie ist manchmal auch etwas distanzlos“, sagt die Halterin und schafft wieder Abstand zu dem Pferd, das ihr zu eng auf die Pelle gerückt war.

Mit „Frodo“ ist das Trio komplett. Das gescheckte Pony könnte gut und gern im Zirkus auftreten. Der gelehrige Kerl rollt schon mal Teppiche auf oder ab, wirft Hütchen um, stellt sie aber dann auch wieder auf. Nicht zuletzt geht er freudig hoch in die Levade, wenn Christiane Schwarze ihm das Kommando gibt. Denn zusätzlich zu ihrer gemeinhin als Horsemanship bekannten Methode der Bodenarbeit hat sich die gebürtige Saarländerin auf den alten spanischen Reitstil spezialisiert. Mit „Tana“ übt sie Seitengänge, Piaffen oder auch den Spanischen Schritt, bei dem das Pferd mit den Vorderbeinen weit nach oben und raumgreifend ausschreitet. „Das gymnastiziert die Pferde optimal und man hat ein solides, gut ausgebildetes Freizeitpferd, das gesund alt werden kann“, weiß die Expertin.

Nach Trenthorst kam Christiane Schwarze übrigens als Mitarbeiterin des Instituts für Tierzucht und Tierverhalten Anfang der 1990er Jahre. Dort lernte sie ihren Mann kennen, der seine Doktorarbeit schrieb. „So sind wir hier hängengeblieben. Mit den Pferden haben wir uns einen Wunschtraum erfüllt“, sagt die Biologin lachend.

Freiheitsdressur ganz ohne Gewalt

Die Philosopie , Pferde eher als Partner denn als Sportgeräte zu betrachten, setzt sich immer mehr durch in der Reiterszene. Zunächst schwappte aus dem amerikanischen Raum der Begriff „Horsemanship“ als Synonym für den Umgang auf Augenhöhe. Dazu beigetragen hatte auch der Film „Der Pferdeflüsterer“ mit Robert Redford.

Als Experten der Freiheitsdressur tourten Trainer wie Pat Parelli oder Monty Roberts auch durch Deutschland. Ganze Hallen füllten sich mit Pferdefreunden, die erfahren wollten, wie es gelingt, ganz ohne Gewalt das Vertrauen und den Respekt der Tiere zu gewinnen. Inzwischen gibt es zahlreiche Trainer, die derartige Kurse geben.

Dorothea von Dahlen

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