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Stormarn Eine Nacht an der Oper
Lokales Stormarn Eine Nacht an der Oper
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22:05 11.01.2017
Mitunter wühlen heftige Gefühle die Protagonisten des Opern-Medleys Mad Lovers auf. Es geht um Liebe, Streit und Eifersucht. Quelle: Foto: Von Dahlen
Bad Oldesloe

Die Oper, nur etwas für die großen Häuser in Hamburg oder Lübeck? Weit gefehlt. Das Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (KuB) zeigt, dass es anders geht. Erstmals hat das Publikum im Kultur- und Bildungszentrum die Chance, dieses besondere musikalische Genre live zu erleben, ohne längere Fahrten unternehmen zu müssen. Dank einer Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck treten Studenten und somit hochkarätige Gesangstalente auf, denen mitunter internationale Karrieren bevorstehen. Zu sehen und hören ist das Stück Mad Lovers jeweils abends vom 13. bis 14. Januar.

Studenten der Musikhochschule Lübeck führen Mad Lovers im KuB auf.

Die Akteure

Gesang: Lena Langenbacher, Iris Meyer, Sandra Gerlach, Lisa Ziehm, franziska Löber, Meike Buchbinder, Sargis Mzikyan und Jongyun Park.

Regie: Professor Gregor Horres, Dozent der Musikhochschule Lübeck.

Musikalische Leitung: Professor Robert Roche.

Begleitung: Kammerensemble mit vier Streichern und Bläsern sowie Klavier und Harfe.

Ein Experiment ist dies nicht nur für Kulturmanagerin Inken Kautter und ihre Kollegen. Das „Junge Musiktheater“, wie sich das neu gegründete Gastensemble aus Lübeck nennt, muss sich auf die Spielstätte seinerseits erst einstellen. Denn der Saal, in dem sonst auch die Stadtverordneten tagen, zwingt die an eine frontal zum Publikum ausgerichtete Bühne gewöhnten Sänger umzudenken. Und nicht nur sie. Regisseur Professor Gregor Horres berichtete auf einer Probe, welche Herausforderung das auch für ihn war. „Die Frage war beispielsweise, wie wird ein Stück in diesem Raum funktionieren, wie wird es klingen“, sagte er.

Doch diese Unsicherheit scheint gerade das Programm bei dieser „Außer-Haus-Inszenierung“ zu sein. Horres verzichtete darauf, eine festgefügte Oper aufzuführen, sondern bat seine Studenten, drei ihrer Lieblingsarien mitzubringen. So kamen Stücke von Händel, Purcell, Quilter und Britten zusammen. Aus diesem Material stellte der Regisseur letztlich ein Pasticcio zusammen, eine im 18. Jahrhundert sehr beliebte Form, Musik verschiedener Opern zu kombinieren – am ehesten wohl mit dem modernen Wort Medley zu umschreiben.

So hat sich das Stück von Beginn an frei entwickelt nach dem Prinzip von Ausprobieren und Abwandeln. „Wir sind die ganze Zeit in Bewegung, es gibt nichts Vorgefertigtes“, beschreibt Horres die Proben, die eher einem Prozess gleichen als einem starr festgelegten Ablauf. Klar war zu Beginn nur, dass es in Mad Lovers um Emotionen, um Liebe, Streit und Eifersucht gehen sollte. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, die die Arien in ihrer Reihenfolge erzählen.

Im Gegensatz zum einstudierten Opernprogramm, das x-mal abends auf gleiche Weise heruntergespult werde, halte diese Art zu arbeiten wach und sei gut für die jungen Sänger, die sich in Sälen wie etwa im KuB stets auf neue Situationen einstellen müssten. Dieses „Training“ hält auch Rico Gubler, Leiter der Musikhochschule, für geeignet, um junge Sänger auf ihre spätere Berufswelt vorzubereiten. „Schließlich ist auch die Theaterwelt in Bewegung. Wir sind ja zeitlich schon sehr weit weg von einem Drei-Sparten-Theater, in dem es neben Schauspiel auch die Oper gibt“, sagte er.

Insofern sei es sinnvoll, die jungen Leute auf Produktionen vorzubereiten, bei denen „keine Armada von Bühnentechnikern zur Verfügung steht“.

„Ich finde das Konzept cool. Dass wir nicht frontal spielen, ist spannend. So sind wir viel näher beim Publikum als auf herkömmlichen Bühnen“, äußerte sich auch die Sängerin Lisa Ziem positiv zum Projekt. Ihre Kommilitonin Meike Buchbinder fügt hinzu, dass sie die Gastspiele in Bad Oldesloe sehr begrüßt, weil das mit viel Hingabe einstudierte Stück so mehrmals aufgeführt werden könne.

Kulturmanagerin Inken Kautter lobte die Leitung der Lübecker Musikhochschule für ihre „enorme Flexibilität“ und Bereitschaft, jenseits der urbanen Zentren zu spielen. „So etwas Großartiges wie hier bekommt man in Bad Oldesloe nicht so oft geboten“, warb sie für die Aufführung. Schließlich gebe es die Chance, Solisten zu erleben, die vielleicht in einigen Jahren an der Oper in Sydney singen.

Aufgeführt wird Mad Lovers am 13. und 14. Januar ab 20 Uhr sowie 15. Januar ab 17 Uhr. Karten kosten 18,50 (12,50) Euro, 04531/50

4199 oder www.kub-badoldesloe.de.

 Dorothea von Dahlen

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