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„Eine Schiffswand vor der Haustür“

Bargteheide „Eine Schiffswand vor der Haustür“

Auf vier Grundstücken am Voßkuhlenweg in Bargteheide plant ein Investor den Bau von etwa 40 Wohneinheiten. Ingo Suhr und Harald Büttner sind als Nachbarn betroffen und wehren sich gegen die Pläne.

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Auf dem gekennzeichneten Areal sollen rund 40 neuen Wohnungen gebaut werden. Dagegen protestieren die Anlieger.

Quelle: Fotos: Albrod/hfr

Bargteheide. Ihre Kritik: Der massive Wohnkomplex passe nicht in die Umgebung von Einfamilienhäusern, die Firsthöhe von 13 Metern drohe die Gärten zu verschatten, und der Bau von Parkflächen, Wohngebäuden und Wegen würde bis zu 70 Prozent Fläche versiegeln, wo nur 40 Prozent Versiegelung erlaubt sind. „Wir kritisieren auch, dass die Stadt die Pläne nicht transparent macht“, sagt Anlieger Ingo Suhr.

 

LN-Bild

Üben Kritik: Harald Büttner (l.) und Ingo Suhr.

Votum im Ausschuss

Der Ausschuss für Planung und Verkehr in Bargteheide trifft sich am kommenden Mittwoch, 8. Juni, um 18.30 Uhr zur öffentlichen Sitzung im Bargteheider Ratssaal. Weitere Themen werden die Planungen zum ökologischen Wohnquartier in Bargteheide sowie die Pläne zum Bau einer neuen Feuerwache am Seniorendorf sein.

Jetzt sehen sich Suhr und Büttner in ihrer Kritik bestätigt. „Ende 2013 hatte ein Anlieger beantragt, aus dem rückwärtigen Teil seines Grundstücks ein Pfeifenstiel-Baugrundstück zu machen“, erläutert Suhr. „Das wurde damals abgelehnt. Als Begründung hieß es, der Ausschuss für Planung und Verkehr sehe kein städtebauliches Erfordernis, eine Änderung der festgesetzten Baugrenze vorzunehmen.“ Wenn damals bereits die Pfeifenstielbebauung abgelehnt wurde, sei es gänzlich unverständlich, warum jetzt auf einmal eine viel massivere Bebauung erlaubt werden solle, so die beiden Anlieger. „Das passt nicht zusammen“, sagen Büttner und Suhr, „das ist eine Absprache zwischen der Stadt und dem Investor.“

Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer bestätigt, dass es einen städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Investor gibt. „Aber das betrifft nur die Übernahme der Planungskosten“, so Engfer. „Der Investor hat auch ein erstes Konzept vorgestellt, aber wie die Bauplanung umgesetzt wird, ist noch offen, bis der B-Plan beschlossen worden ist.“ Nach den Einwendungen der Bürger im ersten Auslegungsverfahren habe es bereits Änderungen gegeben. „Wir haben die Firsthöhe von 13 auf zwölf Meter herabgesetzt“, gibt Engfer ein Beispiel, „die Zufahrten wurden geändert, und wir haben eine Verschattungsstudie in Auftrag gegeben, um zu klären, inwieweit angrenzende Grundstücke betroffen sind.“ Das Verfahren laufe transparent: „Alle Unterlagen stehen im Internet.“

Was die Entscheidung über das Pfeifenstiel-Grundstück angehe, gebe es seit 2015 eine neue Sicht beim Wohnungsbau. „Eine Studie des Kreises zur Anpassungsstrategie für den Siedlungs- und Wohnungsbau im demographischen Wandel sieht für Bargteheide großen Bedarf an Wohnraum“, erklärt Engfer. „Das geht nur bei einer höheren Verdichtung, weil der Flächenbedarf in Bargteheide nicht gedeckt werden kann. Die neuen Erkenntnisse haben zu einem politischen Umdenken geführt.“ Im Übrigen berate der Ausschuss am 8. Juni wieder über die Pläne: „Wenn dann der erneute Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst wird, gibt es noch einmal eine Beteiligungsmöglichkeit für alle.“

Den Kritikern reicht das nicht. „Üblich sind hier neun Meter Firsthöhe", erklärt Büttner, der direkt betroffener Nachbar des Baugrundstücks ist. „Wenn das wie geplant gebaut wird, ragt das Haus vor meiner Tür auf wie eine Schiffswand.“ Er und seine Mitstreiter wünschen sich eine lockere Bebauung mit mehr Freiraum dazwischen, ähnlich wie in der Straße „Am Steinkreuz“. Hier müsse die Stadt genaue Vorgaben machen, fordern sie. Drei Anlieger haben gemeinsam einen Anwalt genommen, von dem sie sich beraten lassen. „Falls der Bauplan so wie geplant beschlossen wird, gehen wir vor das Oberverwaltungsgericht in Schleswig“, kündigt Suhr an.

 Bettina Albrod

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