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Stormarn Eine große Liebe zu alten Karossen
Lokales Stormarn Eine große Liebe zu alten Karossen
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20:15 29.04.2016
Ein kantiger „Strichachter“ in zartem Grün mit legendärer Mercedes-Qualität: Michael Schenk legt Wert auf Stil. Quelle: Fotos: Lukas Zeidler

Die Garagentür geht auf, die Umrisse von Autos sind im Dunkeln bereits zu erahnen. Das Licht geht an, langsam erhellen die Neonröhren den Raum. Es wird deutlicher: Diese Garage gehört zu einem echten Autoliebhaber. Da stehen ein alter Mercedes-Benz 280 aus dem Jahr 1972 neben einem 73er Opel Commodore B GSE. In der zweiten Reihe eine 42 Jahre alte Göttin — der Citroën DS neben einem aus den 1960er Jahren stammenden Plymouth Barracuda. Das ist die Garage von Michael Schenk (50), der mit seiner Firma „Automobile Zeitreise“ sein Hobby vor sieben Jahren zum Beruf gemacht hat.

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Michael Schenk aus Benstaben hat einen Faible für Oldtimer. Mit seiner Firma „Automobile Zeitreise“ hat er sich einen Traum erfüllt.

Historisches Blech

Oldtimer sind in Deutschland Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und weitestgehend dem Originalzustand entsprechen. 2015 waren in Deutschland gut 310000 Oldtimer zugelassen.

Diese Zahl steigt seit Jahren. 2011 waren es gerade mal 231000 Fahrzeuge. Den größten Anteil daran hat der VW Käfer mit etwa 30000 Exemplaren.

Eigentlich sei er ausgebildeter Zerspanungsmechaniker, erzählt der Autoliebhaber, der privat einen unauffälligen VW-Bus fährt. Alte Autos haben Schenk schon sein Leben lang begleitet: „Ich habe als Kind in Reinfeld neben einem Autohändler gewohnt. Auf dessen Hinterhof standen auch ausgeschlachtete Fahrzeuge. Da habe ich mich schon als Fünfjähriger reingesetzt und Autofahren gespielt.“ Vor seiner Selbstständigkeit hatte er bis zu zehn Wagen zu Hause stehen. Nachdem er eine Zeit lang für VW in Norderstedt tätig war, fasste Schenk schließlich den Entschluss, sich selbstständig machen zu wollen.

Nun hat er mit seiner „Automobilen Zeitreise“ täglich mit Oldtimern zu tun. Neben dem Aufkaufen der mindestens 30 Jahre alten Autos ist der 50-Jährige viel im Auftrag seiner Kunden unterwegs: „Ich suche auf Anfrage gezielt nach Fahrzeugen für Kunden oder verkaufe sie wieder. Inklusive ist eine ausführliche Beratung vor und nach dem Kauf.“ Das alles nehme viel Zeit in Anspruch: „Ein freier Samstag oder Sonntag ist oft nicht drin, weil viele Kunden in der Woche arbeiten.“ Aus Deutschland selbst stammen die wenigsten seiner Objekte. Besonders im Ausland findet er die passenden Angebote:

„Daher bin ich in ganz Europa unterwegs und importiere die Fahrzeuge. Unterm Strich bin ich in Skandinavien am häufigsten. Das hängt auch mit meiner Affinität zu der Region zusammen. „Doch ich muss vorsichtig zu sein. In Deutschland gelten viele andere Regeln, um ein Auto zulassen zu dürfen.“ Ein „gut“ im Ausland sei nicht automatisch ein „gut“ hierzulande. Aktuell gehe der Trend wieder hin zum Original: „Die Interessenten wollen keine übertrieben umgebauten Fahrzeuge. Je mehr im Originalzustand, desto besser.“ Um trotzdem auf so manche Schätze zu stoßen, sei das Internet unverzichtbar.

Hinzu kommt ein großes Netzwerk, welches immer wieder gute Hinweise liefert. Über die Jahre hat er sich selbst viel Wissen über die einzelnen Modelle aneignen können.

Bei Oldtimern reizt Michael Schenk vor allem das Fahrgefühl: „Beim Fahren dieser Fahrzeuge muss der Fahrer noch richtig arbeiten. Das Auto nimmt einem nicht alles ab.“ Auch der Stil sei von großer Bedeutung: „Da steckt noch richtig Handarbeit drin.“ Eine besondere Lieblingsmarke habe er aber nicht, sagt Schenk. Auch wenn er zugeben muss, dass er irgendwie dann doch immer wieder auf Modelle wie Opel Admiral oder Kapitän zurückkomme. Für ihn ganz besonders: „Jedes Auto hat eine eigene Geschichte. Die reizt mich am meisten.“

Nicht nur alte Autos faszinieren ihn. Zahlreiche alte Schilder und Leuchtreklamen zieren die Wände seiner Garage. „So etwas gehört für mich einfach dazu. Meine Möbel zu Hause sind auch ein Hinweis darauf, dass ich gerne alte Sachen mag.“

Das Wichtigste sei Geduld. Nach manchen Modellen suche er bis zu einem Jahr. „Man muss sich bewusst sein, dass in so ein Objekt auch Zeit und Geld investiert werden muss“, rät er denjenigen, die sie einen Oldtimer zulegen möchten. Und was Autoliebhaber Schenk am meisten Spaß macht? „Das Fahren natürlich.“

Von Lukas Zeidler

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