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Eine super Truppe: Die Florettfechter von Reinfeld

Reinfeld Eine super Truppe: Die Florettfechter von Reinfeld

25 Jugendliche und Erwachsene kreuzen beim SV Preußen die Klingen.

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Florettfechterin Annabell Dlugi (16, vorne) im Duell mit Trainingspartner Felix Reinhardt (19).

Quelle: Fotos: Oda Rose-Oertel

Reinfeld. „En garde!“, das französische Kommando bei Fechtturnieren, ruft hier niemand. Beim Training der Fechtsparte des SV Preußen Reinfeld geht alles locker zu. Etwa 15 junge Leute fechten an diesem Abend in der Sporthalle der Immanuel-Kant-Schule miteinander Florett und wirken dabei auffallend entspannt — obwohl der Sport äußerst anstrengend ist. Zum Aufwärmen haben sie vorher Hallenhockey gespielt und Gymnastik gemacht. Auf vier Bahnen steht dann eine Stunde lang Freifechten auf dem Programm, bevor es am Schluss zum Tabata geht, einem vierminütigen Power-Workout.

LN-Bild

25 Jugendliche und Erwachsene kreuzen beim SV Preußen die Klingen.

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„Wir sind eine super Truppe, es bringt großen Spaß“, sagt Annabell Dlugi (16) zwischen zwei Duellen mit hochrotem, aber glücklichem Gesicht. Die Tochter des Trainerehepaares Kerstin Dlugi und Claas Schmolke fechtet, seit sie zehn Jahre alt ist. Auch ihr Bruder Frederic (19) ist vom Fechtvirus infiziert. Papa Claas, heute 51 Jahre alt, wurde 2012 sogar Deutscher Meister. Auch der Nachwuchs misst sich auf Turnieren in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Claas Schmolke trainiert die Fechtsparte bereits seit mehr als 16 Jahren. Zusammen mit Kerstin Dlugi, Joachim Schönfeldt und Spartenleiter Olaf Tomaszewski sind das vier Trainer für die aktuell 25 Mitglieder im Alter zwischen 13 und 58 Jahren. „Das ist schon luxuriös“, meint Olaf Tomaszewski. Fünf aktive Erwachsene seien dabei, die meisten seien Jugendliche, die naturgemäß nach der Schule immer wieder weggingen. „Das ist dann schon ein Aderlass“, so der 47-Jährige. „Aber immerhin haben wir für die letzte Meisterschaft eine Herrenmannschaft zusammenbekommen und Platz sieben von 12 belegt“, freut er sich. „Gerade viele Jugendliche haben Ehrgeiz, manche von ihnen haben das Talent, um mehr zu erreichen.“ Er selbst fechtet seit sieben Jahren, kam über seine Tochter dazu.

Fechten sei ein Sport, den fast jeder machen könne, sagt Olaf Tomaszewski. „Man braucht eine gewisse Koordination, ein gutes Auge und sollte mental stark sein.“ Es sei ein angenehmer Sport, jeder Körperteil werde beansprucht. Bereits mit zehn Jahren könnten Anfänger einsteigen, im Anfängerkursus werden alle Neulinge dann gemeinsam auf die Turniereignungsprüfung in Hamburg vorbereitet.

Die meisten Mitglieder gehen regelmäßig zu Turnieren. Felix Reinhardt (19) liebt den „Wettbewerbsgeist“, wie er sagt. „Man möchte gewinnen.“ Das Fechten mag er aber vor allem wegen der Freunde, die Gruppe sei „toll“. Auch sein heutiger Trainingspartner Vincent Blanckenburg (15) liebt die Turniere. „Ich powere mich gerne aus“, sagt er. Frederic Dlugi (19) mag beim Fechten „die Auseinandersetzung zwischen zwei Leuten“. Es gehe um „Aktion und Reaktion, man muss immer kommunizieren, kreativ und schnell sein.“ Trainer Claas Schmolke erklärt den Unterschied des modernen Sportfechtens zum traditionellen Fechten: „Früher kam es auf Schönheit an, heute ist alles athletischer. Die Treffer muss man nicht mehr sehen, da diese heute elektrisch gezählt werden über einen Melder, der mit der Weste des Fechters verbunden ist. Es kommt mehr auf Beinarbeit und Dynamik an.“

Gerade das liebt Merle Fischer (19) am Fechten: „Es ist sehr dynamisch, man ist schnell auf 180, aber es ist auch schnell wieder vorbei.“ Etwas lästig ist manchmal das vierlagige Outfit am Oberkörper — „da kommt man ins Schwitzen.“ Unter der Weste aus flexiblem, fein gewebtem Metall trägt sie eine Jacke, ein Plastron (Unterziehweste) sowie einen speziellen Brustschutz für Frauen. Neu kostet eine komplette Ausrüstung übrigens rund 500 Euro, im Verein wird aber viel gebraucht gekauft.

• Infos im Internet www.sv-preussen-reinfeld.de

Schnuppertraining für Anfänger

Die Fechtsparte des SV Preußen Reinfeld freut sich über neue Mitglieder. Trainiert wird mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr sowie sonnabends von 11.30 bis 13 Uhr in der Sporthalle Immanuel-Kant-Schule (Oktober bis April Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule). Anfänger trainieren sonnabends. Im September beginnt ein Anfängerkursus für alle ab zehn Jahren. Nach drei Schnuppereinheiten wird von Oktober bis Juni die Vorbereitung auf die Turnierreifeprüfung angeboten.

Kontakt: Olaf Tomaszewski, Telefon 045 33/20 48 75.

Von Oda Rose-Oertel

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