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Stormarn Einmal im Jahr verwandelt sich Zarpen in Entenhausen
Lokales Stormarn Einmal im Jahr verwandelt sich Zarpen in Entenhausen
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20:09 04.06.2017
Auch Bente (l.) und Lara (beide 5) hatten sich große Mühe gegeben, ihre Enten zu schmücken mit viel Glitzer und allem, was dazu gehört. Quelle: Fotos: Von Dahlen
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Zarpen

Sie kennen kein Wetter. Egal ob von oben oder unten – Wasser ist für Pilleenten das Element schlechthin. Auch die Zarpener bewiesen gestern, dass sie keinesfalls zimperlich sind. Der TSV Zarpen hatte dafür eigens eine Rennstrecke auf der Heilsau abgesteckt.

Das Rennen der bunt verzierten Plastiktiere ist inzwischen Kult.

Doch einfach so ins Wasser und dann los? So einfach machen es sich die Zarpener nicht. Lange vor dem Startpfiff brüten die Kreativen unter ihnen schon darüber, wie sie den seriell gefertigten, gelben Enten einen individuellen Anstrich geben können. Ganz besonders ins Zeug hatte sich dieses Mal Ann Löhndorf gelegt.

Hier finden Sie noch ein paar Impressionen vom traditionellen Entenrennen.

„Ja, bei Enten musste ich gleich an Donald Duck und dann an den amerikanischen Präsidenten denken“, erzählte die Zwölfjährige. Und so verpasste sie ihrer Figur eine blonde Mähne aus Filzwolle und einen blauen Anzug nebst roter Krawatte sowie Amerikaflagge. Donald Duck Trump schaffte es in die Liga der besonders gelungenen Wettbewerbsbeiträge. Den Titel originellster Teilnehmer durfte aber in diesem Jahr eine Entenfamilie in Minion-Gestalt davontragen, die auf einem Blatt die Heilsau hinabsteuerte.

Eine ähnliche Idee hatte auch der achtjährige Kolja. Für seine Minion-Figur klebte er die Kapsel eines Monsterüberraschungseis über den Kopf der Ente und malte ein großes Auge darauf. Leicht fiel TSV-Zeremonienmeister Torben Tönnies die Auswahl der zehn schönsten Kreationen nicht. Mit Glitzer, Tüll oder Federboas geschmückte, als Schnecken, Zebras, Löwen und sogar Schafe getarnte Enten landeten auf seinem Tisch. Selbst kleine HSV-Fans hatten sich eingeschlichen. Disqualifizieren musste er im Übrigen keine Ente – wegen Dopings etwa oder anderer Versuchen der Vorteilsnahme.

Die Handykameras im Anschlag säumten die Zarpener das Ufer der Heilsau. Mit Wathose bekleidet stapfte Torben Tönnies ins Wasser, entfernte schnell noch einige Schlingpflanzen und ließ 177 Pilleenten zu Wasser. Von Geschwindigkeitsrausch konnte keine Rede sein, doch stetig näherten sich die Figuren ihrem Ziel. Die zehn schnellsten fischte Torben Tönnies heraus, um sie im Anschluss erneut gegeneinander anschwimmen zu lassen. Die restlichen „lahmen“ Enten bekamen in einer Trostrunde noch eine Chance, zu gewinnen.

Die Stimmung am Flüsschen war derweil prima. Das ganze Dorf klönte bei Bratwurst und Getränken. Zwischendurch folgten alle gespannt dem Treiben der Pastiktiere im Wasser. Allen Grund zum Jubeln hatte Mailin Timmermann. Ihre Ente passierte in der Schlussrunde als erste das Ziel. Platz zwei und drei blieb gewissermaßen in der Familie. Die Figuren von Maya Daniel und ihrem älteren Bruder Jonas trafen kurz danach ein. Alle drei durften sich über Gutscheine freuen. Überraschung in der Trostrunde: weit abgeschlagen als Vorletzter kam Donald Duck Trump über die Ziellinie. Nein, Schiebung sei das nicht gewesen, versicherte der Schiedsrichter.

„Ich denke es war wieder ein Erfolg“, zog gestern Torben Tönnies Bilanz. „Kein Kind ist ins Wasser gefallen. Es gab viele glückliche Gesichter.“ Und letztlich habe die Heilsau entgegen anderer Vorhersagen genug Strömung für einen spannenden Wettbewerb gehabt.

Weitere Fotos unter www.LN-online.de/Fotos.

 Dorothea von Dahlen

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