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Einschulung: Viele Kinder haben Sprachprobleme

Bad Oldesloe Einschulung: Viele Kinder haben Sprachprobleme

2342 Eingangsuntersuchungen gab es für das neue Schuljahr – Weil der Kreisverwaltung Personal fehlt, sind die Tests kürzer als vorgeschrieben.

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Ärztin Martina Hartwig und der Fachdienstleiter Gesundheit des Kreises Andreas Musiol.

Quelle: K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe. Eigentlich war das Personalproblem des Kreises im Bereich der Schuleingangsuntersuchungen gelöst. Eigentlich, denn eine der beiden Neueinstellungen hat sich aus persönlichen Gründen bereits wieder verabschiedet. Das bedeutet, die Untersuchungen für zukünftige Schulkinder müssen weiterhin auf 15 Minuten bei der Ärztin und 15 Minuten bei der Helferin reduziert bleiben. Vorgesehen sind normalerweise jeweils 25 bis 30 Minuten.

Ärzte gesucht

Der Fachdienst Gesundheit des Kreises Stormarn freut sich über Bewerbungen von Ärzten für den kinder- und jugendärztlichen Dienst. Unter anderem könnten dann die Schuleingangsuntersuchungen im empfohlenen Zeitumfang durchgeführt werden. Interessenten setzen sich mit Andreas Musiol, dem Fachdienstleiter, unter 04531/1601283 in Verbindung.

Andreas Musiol, Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim Kreis Stormarn, freut sich deshalb natürlich über Bewerbungen von Ärzten für den kinder- und jugendärztlichen Dienst. Gleichwohl, alle 2342 Kinder, die 2014/2015 zur Schuleingangsuntersuchung (SEU) gemeldet waren, wurden natürlich untersucht. Dabei fiel auf, dass 800 der untersuchten Kinder Auffälligkeiten im Sprachbereich haben, nicht alle Jungen und Mädchen sind allerdings therapiebedürftig. Was laut Statistik eine große Steigerung zu den Vorjahren bedeutet, ihren Ursprung aber in einer Änderung des Prüfverfahrens findet.

„Die Auffälligkeiten sind nicht gestiegen“, unterstreicht Schulärztin Martina Hartwig. „Wir gehen nur intensiver auf unterschiedliche Bereiche ein.“ Getestet wird unter anderem die Artikulation, der Sprachfluss oder die Grammatik. Seit 2013 werden die Kriterien des Sozialpädiatischen Entwicklungsscreening (Sopess) angewandt. Anhand von Bildern erklären die Kinder was sie sehen. Und zwar „in nur einem Satz“, erklärt Hartwig. So lasse sich beispielsweise überprüfen, ob sie schon Verben einbauen. Oder das „tr“ über die Lippen bringen wenn sie auf einer Sprachtafel eine Trompete sehen – und diese auch als solche identifizieren können.

Von den auffälligen 800 Kindern waren bereits 318 in Behandlung, als sie sich der Schulärztin vorstellten. Dies zeige auch, so Hartwig, dass die niedergelassenen Kinderärzte „gut aufgestellt sind“.

Für 94 Kinder gab es nach der Schuluntersuchung den Rat, noch einmal beim Kinderarzt vorstellig zu werden. Für die Schulärztin gilt grundsätzlich: „Wenn es einen guten Austausch, eine gute Redekultur in der Familie gibt, schlägt sich das positiv auf die Sprachentwicklung nieder.“

Nur leicht gestiegen ist die Zahl der übergewichtigen Kinder. 89 „waren leicht auffällig“, so die Schulärztin. Sie und ihre Eltern verlassen die Untersuchung unter anderem mit der Empfehlung Sport zu treiben. „Das ist ein sensibler Bereich. Schließlich geht es in den Bereich der eigenen Lebensführung und Haltung hinein. Wir wollen erreichen, dass die Eltern ein Bewusststein dafür bekommen.“

Auch Kindern die im Grenzbereich liegen empfehlen die Ärzte Sport. „Da geht es ja auch um Beschäftigung und Zufriedenheit.“ Da ginge es aber auch darum Übergewicht in Muskeln umzusetzen, die Motorik zu fördern, das Verhalten und das Selbstvertrauen. Dabei sei die Sportart beinahe egal. Turnen, Judo, Schwimmen oder auch Fußball, „Hauptsache, es macht Spaß“.

Im Bereich der Frühförderung bleiben die Zahlen auf hohem Niveau. Die Interdisziplinäre Frühförderstelle des Kreises verzeichnet auch in 2015 97 Fälle. In 2013 waren es 86 Kinder, 2014 noch 107. In der Frühförderstelle, zu der auch eine Ärztin des Fachdienstes Gesundheit gehört, beraten Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten gemeinsam über die Art und den Umfang der Förderung die ein Kind bekommen sollte. „In der Regel ist es so, dass der Kinderarzt den Patienten an die Frühförderstelle überweist“, erklärt Andreas Musiol. Und zwar dann, wenn klar sei, dass das Kind mehr als eine Unterstützung brauche.

K. Kuhlmann-Schultz

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