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Elektrisiertes Zarpen: Treffen der Strom-Autos an der neuen Tanke

Zarpen Elektrisiertes Zarpen: Treffen der Strom-Autos an der neuen Tanke

Beim Eckkrug kommen die Fans batteriegetriebener Fahrzeuge im Juli zusammen.

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Die über Crowdfunding finanzierte Tankstelle im Ortskern ermöglicht Olaf Jendrasiak und anderen Elektro-Automobilisten kostenlose Energie. Spenden für den abgezweigten Strom sind aber willkommen.

Quelle: Fotos: Uwe Krog

Zarpen. Rund 100 Privatleute zeigen am 8. Juli ihre Fahrzeuge beim sechsten norddeutschen Treffen der Elektromobilisten. Opel, BMW, Mistubishi, Volkswagen, Kia, Nissan und Renault sind dabei. Dass der Hamburger Dirk Asmus nun ausgerechnet auf Zarpen als Veranstaltungsort kam, ist den verwandtschaftlichen Beziehungen zum Dorfbewohner Olaf Jendrasiak zu verdanken.

LN-Bild

Beim Eckkrug kommen die Fans batteriegetriebener Fahrzeuge im Juli zusammen.

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Der fährt selber einen batteriegetriebenen Renault, betankt ihn mit Strom vom eigenen Dach und bisweilen auch an der neuen vom Bürgermeister persönlich eingerichteten Zapfsäule gegenüber vom Eckkrug.

„Eine gute Sache ist das“, findet Wolf-Friedrich Schöning. Er ist gewissermaßen Standortpate der von dem Hamburger Fuhrunternehmer Asmus mit ins Leben gerufenen Initiative Goingelectric, deren Leitspruch „mit Strom gegen den Strom“ lautet.

Und der ist sogar kostenlos an der Bürgermeister-Tanke. Allerdings hängt eine Spendendose an der Zapfsäule. Dorfbewohner Jendrasiak hatte nicht lange gebraucht, um seinen Bürgermeister von der Sinnhaftigkeit einer Elektrotankstelle in Zarpen zu überzeugen. Schöning ist unter anderem selber Elektromeister und Chef eines mehr als 100 Jahre alten Betriebes im Ort. Er versorgt das ihm gehörende Lokal an der zentralen Kreuzung im Dorf durch ein Blockheizkraftwerk bereits seit 15 Jahren und hat dem beliebten Treffpunkt zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage verpasst. Eine Strom-Tankstelle sei eine sinnvolle Ergänzung. „Wir gehen eben mit der Zeit in Zarpen“, sagt Wolf-Friedrich Schöning.

Nur erscheinen ihm die batteriegetriebenen neuen Fahrzeuge „ziemlich teuer“. Olaf Jendrasiak hat der Preis für seinen Renault aber nicht abgeschreckt. 16500 Euro habe er für den Kleinwagen hingeblättert und 12000 Euro für eine Solaranlage auf dem Dach. So fahre er jetzt praktisch kostenfrei, zumal das Fahrzeug steuerbefreit sei und er zusätzlich Sonnenenergie für warmes Wasser abzweigen könne. „In zehn Jahren hat sich die Investition amortisiert“, zeigt sich der Elektrofahrer überzeugt.

Im Winter habe sein Auto eine Reichweite von 120, im Sommer fahre er mit einer Ladung 170 Kilometer: „Das reicht für den Alltag völlig aus.“ Ein allerdings erst unzureichend gelöstes Problem sind die verschiedenen Stecker an den noch dünn gesäten Zapfsäulen. „Einige deutsche Marken gehen einen Sonderweg“, weiß Elektromobilist Asmus. Er kennt drei verschiedene Standards bei den Steckern. Doch die Vielfalt nimmt er hin. „Denn es gibt keinen Weg zurück aus der elektrischen Mobilität.“ In den Niederlanden und in Norwegen soll es nach seinen Informationen keine Verbrennungsmotoren mehr geben:

„Die fossilen Zeiten sind vorbei.“ Etwas aufwändiger ist das elektromobile Reisen freilich schon. „Man muss seine Route genau planen“, räumt Jendrasiak ein.

In seiner Brieftasche stecken vier verschiedene checkkartenähnliche Plastikteile. Die braucht der Zarpener je nach Tankstelle: „Das kann manchmal umständlich sein.“ Was hilft, sei aber das Verzeichnis des Elektroauto Forums Goingelectric. Da sind alle Stromtankstellen in Deutschland verzeichnet. „Zarpen kommt darin selbstverständlich vor“, sagt Olaf Jendrasiak, auch Reinfeld. Auch beim Einkaufsmarkt Famila sorgt ein dänischer Anbieter für die elektrische Energie in Nordstormarn.

Strom auch für Schnarcher

Das Norddeutsche E-Community-Treffen ist am Sonnabend, 9. Juli, von 10 bis 17 Uhr in Zarpens Hauptstraße 50 gegenüber vom Eckkrug. 100 Privatfahrer führen Autos vieler renommierter Marken vor, dabei sind nach aktuellem Anmeldestand 16 Teslas. Geboten werden zudem Vorträge über Elektromobilität. Lademöglichkeiten stehen zur Verfügung. sogar für langsam ladende Fahrzeuge, so genannte Schnarchlader, gibt es Haussteckdosen. Ein Tankstellenverzeichnis gibt es unter www.goingelectric.de.

Uwe Krog

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