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Stormarn Elmenhorster Feuerwehr macht den Mund auf
Lokales Stormarn Elmenhorster Feuerwehr macht den Mund auf
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22:01 17.08.2015
Kreispräsident Hans-Werner Harmuth wird sich typisieren lassen.
Elmenhorst

Die Freiwillige Feuerwehr Elmenhorst ruft zu ihrer dritten Typisierungsaktion für potenzielle Stammzell-Spender für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf. Am kommenden Sonnabend, 22. August, von 10 bis 17 Uhr öffnen sich dafür die Türen des Mehrzweckraums in der Schulstraße 3 a in Elmenhorst.

Die Kameraden gehen dabei besonders motiviert zu Werke. Grund: Im Rahmen ihrer zweiten Typisierungsaktion im November 2013 wurde die berühmte „Nadel im Heuhaufen“ in Person des Fischbeker Hauptlöschmeisters Michael Appel gefunden. Genau zu Heiligabend 2014 erhielt er ein Schreiben von der DKMS, dass er als passender Blutstammzellspender für einen an Leukämie erkrankten Patienten identifiziert worden sei.

Nach mehrwöchigen Vorbereitungen zur Stammzell-Mobilisierung wurden dem 44-jährigen Maurer, der in seinen bisher knapp 18 Dienstjahren in der Ortswehr Fischbek die meiste Zeit als stellvertretender Jugendfeuerwehrwart tätig war, im Februar in Köln Blutstammzellen entnommen. Nach dem der Dialyse ähnlichen Verfahren erfuhr der Stormarner, dass sein genetischer Zwilling eine 35-jährige an Leukämie erkrankte Frau in Kolumbien sei. Drei Tage später begann in Südamerika die Transplantation. Seit wenigen Wochen weiß Michael Appel, dass es „seiner Patientin“ inzwischen gut gehe.

Klar, dass sich der emotional immer noch stark berührte Feuerwehrmann gern an die Spitze der bevorstehenden Typisierungsaktion stellt. Sein Foto und sein Aufruf „Was ich kann, kannst Du auch!“ zieren die überall ausgehängten Plakate „Werde jetzt Stammzellspender!“. „Grundsätzlich kann jeder im Alter zwischen 18 und 55 Jahren Stammzell-Spender werden“, erklärt Orts- und Gemeindewehrführer Bernd Fritz. Helfer der Johanniter-Unfallhilfe Bad Oldesloe (JUH) werden jedem Probanden mit zwei Wattestäbchen Abstriche von deren Wangenschleimhaut entnehmen — ein schnelleres und einfacheres Verfahren als die sonst auch übliche Blutentnahme. Die Proben werden sofort an die DKMS übergeben. Die Registrierung eines jeden potenziellen Stammzell-Spenders schlägt dort mit 50 Euro zu Buche; diese Kosten haben die örtlichen Organisatoren zu tragen.

In Elmenhorst springt dafür zum wiederholten Male ein Ehepaar ein, das anonym bleiben möchte und nur der Wehrführung bekannt ist. Schon im März 2006 und im November 2013 hatten die spendablen Unbekannten die Kosten der Typisierungsaktionen für die Feuerwehr mit zusammen 84 Teilnehmern übernommen.

Diesmal soll die Aktion nach Auskunft von Bernd Fritz mit bis zu 400 erhofften Teilnehmern noch wesentlich größer ablaufen. Alle 88 Stormarner Feuerwehren wurden zur Teilnahme aufgerufen. „Der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn begrüßt diese Aktion ausdrücklich", so Kreisbrandmeister Gerd Riemann in einem Rundschreiben. Auch Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (Bargteheide) hat seine Teilnahme zugesagt und seine Kreistags-Kollegen und die Mitarbeiter der Kreisverwaltung zum Mitmachen gebeten. Gleiches gilt für die Polizei-Zentralstation Bargteheide.

Spender gesucht
Die im Mai 1991 aus einer privaten Initiative heraus gegründete gemeinnützige Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS, Tübingen) ist der weltweit größte Dateien-Verbund mit derzeit mehr als 5,57 Millionen registrierten Spendern; dennoch finden immer noch viele Erkrankte keinen passenden. Denn entscheidend für eine Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung von mindestens acht von zehn Gewebemerkmalen. mg
• Internet:
www.dkms.de

Manfred Giese

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