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Stormarn Streit um Radweg: Eltern in Sorge um ihre Kinder
Lokales Stormarn Streit um Radweg: Eltern in Sorge um ihre Kinder
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18:26 02.11.2018
Catherine Gläser (v.l.), Kirsten Eckermann und Annett Holz sammeln Unterschriften für einen sicheren Schulweg. Quelle: Bettina Albrod
Trittau

Die geplante Verkehrsführung am Trittauer Ziegelbergweg fordert den Widerstand einiger Bürger heraus. Grund ist eine neue Straße, die den Verkehr aus dem Neubaugebiet nördliches Furtbektal mit 29 Wohneinheiten über den Ziegelbergweg abführen soll. Dafür soll die neue Straße an einer Stelle den viel genutzten Radweg kreuzen, der vor allem als Schulweg benutzt wird. Eine Initiative hat jetzt eine Unterschriftensammlung gestartet, um die Pläne zu verhindern.

„Auf dem Radweg sind täglich 1000 bis 1500 Radler unterwegs, die zum Schulzentrum fahren“, erklärt Dieter Clasen, der die Initiative „Sicherer Schulweg“ unterstützt. „Wir haben eine Zählung gemacht, alleine zwischen 7 und 9 Uhr morgens waren 350 Kinder unterwegs, die mittags alle wieder zurückfahren.“ Dazu kämen alle diejenigen, die den idyllischen Radweg als Route zur Großenseer Straße nutzten. Parallel zu diesem Radweg soll die neue Straße laufen, die dann rechts den Radweg quert, um in den Ziegelbergweg zu gelangen. „Hier entsteht eine Gefahrenstelle“, kritisieren die Mitglieder der Initiative. „Wir kennen alle die Gefahr durch toten Winkel und Missachten des Stopp-Schildes.“

Alternative gefordert

Sie wünschen sich eine Alternative, bei der der Radweg unberührt bleibt. „Die geplante Verkehrsführung ist unnötig“, so Annett Holz, „man könnte den Verkehr über den oberen oder unteren Ziegelbergweg auf die westliche Umgehungsstraße führen.“ Das hätte den zusätzlichen Vorteil, dass sich an der Einmündung des Ziegelbergwegs in die viel befahrene Kirchenstraße kein Rückstau bilden würde. Um die Pläne noch zu ändern, sammelt die Initiative jetzt Unterschriften, um einen Bürger-Antrag bei den Gemeindevertretern zu stellen, dass die Planungen noch einmal überdacht werden.

So sieht die geplante Kreuzung aus.

„Dafür brauchen wir fünf Prozent Stimmen der Trittauer ab 14 Jahre.“ Bei 8900 Einwohnern wären das rund 500 Unterschriften. „496 Stimmen sind nötig, um den Antrag auf die Tagesordnung zu bringen. Wir haben schon mehr, und wir sammeln weiter.“ Die Initiative hofft auf 1000 Unterschriften. Jeden Sonntag um 16 Uhr stehen die Mitglieder der Initiative an der Kreuzung und sammeln. „Auch in Kita, Tanzschule und beim Fußball liegen Listen aus“, erklärt Annett Holz. „Wir hoffen, dass die Politik sich des Themas noch einmal annimmt.“

Bürgermeister Oliver Mesch geht es um eine sachliche Diskussion. Deshalb wurden Informationsblätter mit den Fakten im Ort verteilt. „Der B-Plan steht, danach soll der Verkehr über den Ziegelbergweg ablaufen“, sagt Mesch. Das sei das Ergebnis eines Kompromisses, der mit den Anliegern getroffen worden sei. „Wir haben das kleine Baugebiet vom großen abgehängt, damit der Durchgangsverkehr im Ziegelbergweg nicht zu stark wird.“ Das Abfließen des Verkehrs über den oberen Ziegelbergweg sei rechtlich nicht möglich, weil es einen Planfeststellungsbeschluss dazu gebe. „Hier verhindert eine Schranke den Durchgangsverkehr.“ Über den unteren Ziegelbergweg könne der Verkehr nicht abfließen, weil es dort nur einen Wanderweg gebe. „Dies ist seinerzeit so festgesetzt worden, um zu verhindern, dass Pkw-Verkehr aus dem gesamten Furtbektal den östlichen Teil des Ziegelbergwegs durchfährt“, erklärt Mesch.

Gemeinde plant Fahrradstraße

Um die Querung des in der Tat viel genutzten Radwegs zu sichern, solle der Bereich der Querung als Fahrradstraße ausgewiesen werden, so dass die Radfahrer und Fußgänger Vorrang hätten. „Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde hat jetzt beschlossen, diesen Überweg als bevorrechtigten Überweg für Radfahrer und Fußgänger auszubauen. Dies wurde auch durch die Verkehrsaufsicht des Kreises Stormarn geprüft.“ Die Autos – Mesch schätzt 400 Verkehrsbewegungen am Tag – kämen mit sieben Stundenkilometern aus einer Spielstraße und bögen auf eine Fahrradstraße ein, um so die Sicherheit zu gewährleisten.

Grundsätzlich ist es am sichersten, wenn gar kein Auto den Radweg kreuzt. „Nichts ist unumstößlich“, erklärt Mesch zu der Unterschriftenaktion, „wenn die politische Zustimmung da ist, müsste das Planfeststellungsverfahren neu angestoßen werden. Das dauert ungefähr ein Jahr. Derzeit darf kein Verkehr über die Entlastungsstraße geführt werden.“

Bettina Albrod

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