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Stormarn Elternverein: Neue Kita-Schließzeiten abwenden
Lokales Stormarn Elternverein: Neue Kita-Schließzeiten abwenden
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18:10 01.08.2015
Bad Oldesloe

Mit Unverständnis und Empörung reagieren zurzeit viele Familien auf die, durch zahlreiche Bad Oldesloer Kita-Träger angekündigte, Verlängerung der Schließzeiten 2016.

Statt bisher drei bis fünf sollen die mehr als 600 betroffenen Kinder künftig sechs Wochen vor verschlossenen Krippen- und Kindergartentoren stehen. „Für viele Familien dürfte es zu einer fast unlösbaren Aufgabe werden, für Ersatzbetreuung zu sorgen“, meint Sebastian Schulz von der Oldesloer Initiative Eltern für Eltern. Die wiederum möchte die Ausweitung der Schließzeiten um jeden Preis verhindern.

„Man kann sagen, dass die Bedingungen für das Kita-Personal und die Träger sich in den vergangenen 20 Jahren drastisch verschlechtert haben“, sagt Tom Winter von der Initiative und durchaus Verständnis für die Kita-Träger und die Erzieherinnen. „Die Ansprüche in der Kinderbetreuung sind ständig gestiegen, jedoch gelten noch immer die Regeln aus den 90er Jahren, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind“, so Winter weiter. Sebastian Schulz ergänzt: „Hier hat die Politik die Entwicklung offensichtlich ignoriert und muss nun dringend nachbessern!“

Für den Gruppendienst gelte der unzureichende Fachkräfteschlüssel wie seit Jahrzehnten. Dabei seien unzählige neue Aufgaben hinzugekommen. Außerdem müssen laut Winter und Schulz die Fachkräfte die Gruppenarbeit auch vor- und nachbereiten, sollen Elterngespräche führen und müssen sich fortbilden. Dafür werde Verfügungszeit gewährt, welche jedoch seit Inkrafttreten des Kita-Gesetzes vor 24 Jahren nie angepasst wurde. Schulz: „Komplett unbeachtet bleibt dabei, dass auch Kita-Personal Urlaub hat oder ausfallen kann.“ Dass die Aufgaben in der Vergangenheit trotzdem bestmöglich erledigt wurden, sei nur unter permanenter Überlastung des Personals und zu Lasten der Träger gegangen, welche gemeinsam seit Jahren erfolglos die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf die Missstände aufmerksam machten.

Zum Schutz ihrer Mitarbeiter und um den gestellten Anforderungen weiter gerecht zu werden, sehen die Träger daher keine andere Möglichkeit, als die Zahl der Schließtage zu erhöhen. „Dabei handelt es sich bisher um eine Ankündigung die nicht zwangsläufig umgesetzt werden müsste. Noch können die Verantwortlichen die Schließzeitenverlängerung verhindern. Mit einer Erhöhung der Verfügungszeiten würden sie nicht nur die pädagogischen Fachkräfte entscheidend entlasten, sondern auch die Bad Oldesloer Familien und Kinder unterstützen“, bemerkt Sebastian Schulz und ergänzt: „Auch wenn die Zeit dafür knapp wird. Es muss doch jedem klar werden, dass das Kita-Personal bereits seit Jahren über dem Limit und am Rande der Erschöpfung agiert. Alleine haushaltspolitische Überlegungen dürfen nicht verhindern, dass den Kindern die bestmögliche Betreuung zu Teil wird.“

LN

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