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Stormarn Ende der verkaufsoffenen Sonntage in Bad Oldesloe?
Lokales Stormarn Ende der verkaufsoffenen Sonntage in Bad Oldesloe?
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22:09 17.10.2017
Die verkaufsoffenen Sonntage waren immer gut besucht. Auch die Gastronomie war zufrieden.

„Wir haben fertig!“ So könne man es auch ausdrücken, sagte Marco Schmidt, Filialleiter vom Modehaus Rohde. Der Hauptzweck der IGH sei die Organisation der verkaufsoffenen Sonntage gewesen. Dafür hätten sie die Interessengemeinschaft vor gut zwei Jahren gegründet. Die Resonanz auf die Einkaufs-Sonntage sei immer sehr gut gewesen. „Die Stadt war jedes Mal voll. Nur die Arbeit war auf zu wenigen Schultern verteilt“, so Bruszies. Von den 16 Oldesloer Kaufleuten, die sich 2015 zur losen Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hatten, seien nur sieben im Veranstaltungsmanagement aktiv gewesen. Unter anderem sei das auch darin begründet, dass es in Oldesloe viele Filialisten gebe, die sich in keinster Weise einbrächten. Bruszies: „Wir wollen nicht anklagen. Wir haben versucht, in Bad Oldesloe was auf die Beine zu stellen, das ist uns auch gut geglückt. Aber wir machen alles ehrenamtlich. Es waren einfach zu viele Stunden, die zusammengekommen sind.“ Schließlich hätten sie noch ihre eigenen Läden, um die sie sich kümmern müssten.

Die Oldesloer Interessengemeinschaft Handel (IGH) löst sich auf. „Der verkaufsoffene Sonntag am 5. November ist der letzte, den wir veranstalten“, teilt IGH-Vertreterin Eva-Maria Bruszies von B&K-Moden mit. „Es ist für uns zu viel Arbeitsaufwand, wir schaffen das nicht mehr.“

Problematisch sei vor allem, dass für jeden verkaufsoffenen Sonntag ein Motto festgelegt werden müsse. „So schreibt es das Gesetz vor“, sagt Maik Neudek vom Küchenambientegeschäft Neudek in der Mühlenstraße. „Blütenzauber“, „Fischmarkt“, „Hexendorf“ – jeder Shopping-Sonntag in diesem Jahr wurde zu einem Event. Neudek kann all die Telefonate und E-Mails gar nicht mehr zählen, die für die Organisation nötig gewesen seien.

16 000 Euro stellte die Stadt der IGH für die Organisation der vier verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr zur Verfügung. Die Summe habe kaum für die Kosten gereicht, teilte die IGH mit.

Künstlersozialkasse, Gema, Flyer, Plakate, Material zum Schmücken der Innenstadt – „in Wahrheit reicht das Geld hinten und vorne nicht“, teilte Sebastian Hagen von Hagen Eventbetriebe mit.

„Die Sonntage sind aber nach wie vor ein wichtiges Thema“, betonte Marco Schmidt. Die Mitglieder der IGH hoffen, dass die neue Wirtschaftsvereinigung ihre Arbeit fortsetzen wird.

„Wir sind gerne bereit und daran interessiert, an künftigen Konzepten mitzuarbeiten“, sagte Nicole Brandstetter vom Vorstand der Wirtschaftsvereinigung. Für die Zukunft sei es aber wichtig, die Alleinstellungsmerkmale für den Standort zu definieren und nach außen zu tragen, um aufzuzeigen, wodurch sich Oldesloe abhebe. Denn verkaufsoffene Sonntage gebe es auch in anderen Städten. Brandstetter kann sich etwa einen Shopping-Sonntag für „Pflasterart“ vorstellen. „So könnten Ladengeschäfte zu Orten der Kultur werden.

Künstler performen nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Geschäften. Dadurch wird das Einkaufserlebnis erhöht und eine Veranstaltung wie ,Pflasterart‘ wetterunabhängiger.“

 Von Britta Matzen

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